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Passivrauchen

Stand: 17. August 2011Autor: Onmeda-Redaktion

Tabakrauch aus zweiter Hand

Passivrauchen birgt genauso wie Rauchen gesundheitliche Risiken. Regelmäßiges Passivrauchen erhöht das Risiko für viele Erkrankungen (z.B. Lungenkrebs). Man geht davon aus, dass in Deutschland jedes Jahr 3.000 bis 4.000 Menschen an den Folgen von Passivrauch sterben.

Befindet sich Tabakrauch in der Umgebungsluft und man atmet ihn ein, ohne selbst zu rauchen, spricht man von Passivrauchen. Im Tabakrauch befinden sich mehrere Tausend Inhaltsstoffe, von denen inzwischen über 4.800 bekannt sind – darunter mehr als 100 giftige und über 50 krebserregende Substanzen.

Ein Mann atmet Zigarettenrauch aus, eine Frau steht missbilligend daneben.
Auch in der heimischen Wohnung kann man Passivrauch ausgesetzt sein.

Nichtraucher sind an vielen Orten Passivrauch ausgesetzt, sei es zu Hause, auf der Arbeit oder in der Freizeit. Statistiken zufolge atmen circa 10 Prozent der Nichtraucher in Deutschland jeden Tag zu Hause Tabakrauch ein, am Arbeitsplatz sind es sogar 20 Prozent.

Besonders kritisch ist das Passivrauchen bei Kindern zu sehen, denn ihre Gesundheit kann durch den Tabakrauch in einem noch stärkerem Maß Schaden nehmen. Kleinkinder, die in einem Raucherhaushalt aufwachsen, können sich dem Tabakrauch in der Wohnung nur schwer entziehen. Das spiegelt sich auch in einer Studie wider, die die Blutwerte von 3- bis 14-jährigen Kindern untersuchte: Bei etwa 50 Prozent aller Kinder war hier der Cotininwert erhöht – ein Anzeichen dafür, dass sie Passivrauch ausgesetzt waren. Cotinin ist ein Abbauprodukt von Nikotin und gilt als Maß für die Passivrauchbelastung im Körper. Bei älteren nichtrauchenden Kindern beziehungsweise Jugendlichen ist dies immerhin noch bei knapp 26 Prozent der Fall. Hier kommt die Passivrauch-Belastung jedoch neben rauchenden Eltern auch durch rauchende Freunde sowie das schulische Umfeld zustande.

Beim Passivrauchen werden dieselben krankmachenden Stoffe eingeatmet, wie beim aktiven Rauchen von Zigaretten – wenn auch in etwas geringerem Maß. Dennoch können dadurch bei Nichtrauchern dieselben gesundheitlichen Folgen wie bei Rauchern entstehen. Folgende Erkrankungen und gesundheitliche Probleme können zum Beispiel in Zusammenhang mit Passivrauchen stehen:

Passivrauchen bedeutet also ein ernstzunehmendes Gesundheitsrisiko, nicht nur für Kinder. Eine Gefahr, die sich jedoch im Grunde leicht vermeiden ließe, würden weniger Menschen rauchen und Nichtraucher noch mehr geschützt.

Auf einer Ziegelsteinmauer steht der Schriftzug
Rauchverbote können vor Passivrauchen schützen.

Die Zahl der Passivraucher ist in den letzten Jahren zurückgegangen. Das liegt zum einen daran, dass verstärkt Maßnahmen und Kampagnen existieren, die verhindern sollen, dass Jugendliche mit dem Rauchen anfangen. Zum anderen gibt es inzwischen nicht nur in Deutschland, sondern auch in vielen anderen Ländern gesetzliche Regelungen, die Nichtraucher vor Passivrauchen schützen sollen.

Diese verstärkten gesetzlichen Maßnahmen zum Nichtraucherschutz scheinen sich für Nichtraucher in gesundheitlicher Hinsicht bereits nach wenigen Monaten positiv auszuwirken, hier zwei Beispiele:

  • Die Zahl der Atemwegsbeschwerden bei nichtrauchenden Angestellten in der Gastronomie sank.
  • In Krankenhäusern sank die Zahl der Herzinfarkt-Fälle unter Nichtrauchern um 17 Prozent.

Es sind jedoch weitere Studien notwendig, um abschließend beurteilen zu können, welche Effekte ein gesetzlicher Schutz vor Passivrauchen auf Nichtraucher tatsächlich hat.

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