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Unterscheidung der Kehlkopfkarzinome

Stand: 23. November 2012Veröffentlicht von: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Mediziner teilen die Kehlkopfkarzinome entsprechend ihrer Lage zur Glottis ein. So unterscheiden sie Tumoren, die sich oberhalb der Glottis (supraglottisch) und unterhalb (subglottisch) oder im Bereich der Glottis (glottisch) befinden.

Supraglottische Kehlkopftumoren

Über 30 Prozent aller Kehlkopftumoren liegen oberhalb der Stimmbänder. Diese Tumoren breiten sich mit zunehmender Größe nach oben in Richtung Zunge oder nach unten auf die Stimmbänder aus. Aufgrund eines sehr dichten Lymphgefäßnetzes in diesem Gebiet sind bei Kehlkopfkrebs schon frühzeitig Tochtergeschwulste (Metastasen) in den Lymphknoten, insbesondere im Kieferwinkel, nachweisbar.

Glottische Kehlkopftumoren

Tumoren der eigentlichen Stimmbänder sind mit über 65 Prozent die häufigsten Larynxkarzinome. Dieser Kehlkopfkrebs wird aufgrund seiner typischen Symptome meist früh erkannt. Die Elastizität der Stimmbänder ist eingeschränkt und die Stimme dadurch gleichbleibend heiser.

Bei kleinen, auf die Stimmbänder begrenzten Kehlkopftumoren ist die Gefahr von Lymphknotenmetastasen sehr gering. Wenn sie sich jedoch auf die angrenzenden Bereiche des Kehlkopfs ausbreiten, streuen sie bei Vergrößerung nach oben wie die supraglottischen Tumoren – wohingegen sie bei Vergrößerung nach unten wie die subglottischen Kehlkopfkrebse metastasieren.

Subglottische Kehlkopftumoren

Subglottische Kehlkopftumoren sind mit weniger als einem Prozent aller Kehlkopfkrebs-Fälle sehr selten. Es handelt sich wahrscheinlich häufig um fortgeschrittene glottische Kehlkopftumoren. Der subglottische Lymphabstrom erfolgt überwiegend zu den Lymphknoten entlang der Luftröhre sowie den tiefen Halslymphknoten.

Stadieneinteilung

Entsprechend der Ausbreitung teilt man Kehlkopfkrebs in unterschiedliche Stadien ein:

Glottische Kehlkopftumoren Supra- bzw. Subglottische Kehlkopftumoren
T1

Tumor begrenzt auf

  • ein Stimmband (T1a)
  • beide Stimmbänder (T1b)
Tumor auf einen Unterbezirk der Supra- oder Subglottis begrenzt
T2

Ausbreitung auf Supra- oder Subglottis; eingeschränkte Beweglichkeit der Stimmbänder

Ausbreitung auf mehrere Bezirke der Supra- oder Subglottis oder der Stimmbänder
T3 Stimmbänder sind fixiert, also nicht mehr beweglich Ausbreitung auf Kehlkopf beschränkt, dabei Stimmbänder fixiert oder Einwachsen vor die Epiglottis oder den Zungengrund
T4 Ausbreitung über den Kehlkopf hinaus in das umgebende Gewebe Ausbreitung in die Halsweichteile, Schilddrüse oder Speiseröhre

Entsprechend der befallenen Halslymphknoten unterscheidet man:

N1 Eine einzelne Lymphknotenmetastase kleiner als 3 cm auf der gleichen Seite

N2 a

N2 b

N2 c

Eine einzelne Lymphknotenmetastase zwischen 3 und 6 cm auf der gleichen Seite

Mehrere Lymphknotenmetastasen kleiner als 6 cm auf der gleichen Seite

Lymphknotenmetastasen auf beiden Seiten oder auf der Gegenseite

N3 Lymphknotenmetastase größer als 6 cm

Weiterlesen: Kehlkopfkrebs: Ursachen

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