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Weibliche Sexualität ab 45

Einflüsse auf die Sexualität ab 45

Stand: 9. Juni 2011Autor: Onmeda-Redaktion

Wie Sexualität im Alter erlebt wird, hängt von der gesamten Lebensgeschichte einer Frau ab und ist sehr individuell. Wer jedoch in der Vergangenheit gelernt hat, ein zufrieden stellendes Sexualleben zu praktizieren, hat mit großer Sicherheit auch mit zunehmendem Alter keine Probleme damit. Nicht erst ab 45 ist eine positive Einstellung zur Sexualität grundlegend, um diese freudvoll ausleben zu können.

Menopause

Einige Frauen haben – in der Regel unbegründet – Angst vor der Menopause und den bevorstehenden hormonellen Veränderungen, die Frauen um das 50. Lebensjahr herum erwarten. Dabei ändert sich hinsichtlich der Sexualität gar nicht so viel durch die Wechseljahre. Viele Frauen empfinden die Menopause gerade in dieser Hinsicht als Erleichterung, denn sie können ihr Sexualleben nun viel freier ausleben. Keine lästige Regelblutung mit ihren Regelbeschwerden mehr und die dazugehörigen monatlichen Hygienemaßnahmen fallen auch weg. Sie müssen keine ungeplanten Schwangerschaften mehr befürchten und die Frage, ob man vergessen hat, die Pille zu nehmen, muss sie auch nicht mehr belasten.

In vielen Partnerschaften fördern diese wegfallenden "Lästigkeiten" und Verantwortungen möglicherweise sogar eine viel spontanere Sexualität. Die Menopause beeinflusst weniger den Geschlechtstrieb, kann aber zu Beschwerden wie einer trockenen Scheide führen und dadurch den Geschlechtsverkehr unangenehm oder schmerzhaft machen. Hier können zum Beispiel Gleitmittel einfache Abhilfe schaffen.

Elternhaus

Ob und wie Sexualität ausgelebt wird, hängt auch damit zusammen, wie Sexualität von den Eltern vorgelebt wurde beziehungsweise wie offen die Eltern damit umgegangen sind. Wer in einem sehr konservativen Elternhaus aufgewachsen ist, in dem das Thema eher totgeschwiegen oder nur verschämt besprochen wurde, wird sich unter Umständen mit einem freudvollen und aktiven Sexualleben schwer tun. Eine gesunde Sexualerziehung ist für das gesamte Sexualleben förderlich.

Partnerschaften

Ebenso prägend sind die erlebten Partnerschaften einer Frau. Positive Erfahrungen in jungen Jahren sind sicherlich förderlich für das sexuelle Erleben sowie auch für die Entwicklung eines gesunden Selbstbewusstseins. Nicht weniger wichtig ist jedoch, wie die Partner in der aktuellen Partnerschaft miteinander umgehen. Insbesondere wie der Lebenspartner die langsam sichtbaren Zeichen des Älterwerdens wahrnimmt und bewertet, hat bei vielen Frauen großen Einfluss auf das eigene Erleben des Alterns beziehungsweise des alternden Körpers und der Sexualität. Ein Mann, der die eigene Partnerin und ihren Körper in sexueller Hinsicht zu schätzen weiß und ihr das Gefühl gibt, attraktiv zu sein, fördert letztendlich ihr Selbstbewusstsein. Frauen, die ihrem eigenen Körper positiv gegenüber stehen und sich so akzeptieren können, wie sie sind, erleben eine befriedigendere Sexualität.

Die Pille

Seit den 1960er Jahren ist die Antibabypille als Verhütungsmittel nicht mehr wegzudenken. Und sie hat viel für die Frauen verändert. Denn sie ermöglichte ihnen, sich aus starren und traditionellen Rollenbildern zu lösen. Die Frau konnte nun selbst bestimmen, ob sie Kinder bekommen wollte und vor allem wann. Dadurch ergab sich auch ein sexueller freieres Leben. Gleichzeitig begannen Frauen vermehrt, Berufe zu ergreifen und ihre Lebenspläne selbstständiger zu bestimmen. Diese neue, selbstbewusstere Rolle der Frau hat auch Veränderungen im sexuellen Verhalten älterer Frauen heute angestoßen.

Gesellschaft

Das gesellschaftliche Bild der weiblichen Sexualität ab 45 ist trotz allem immer noch relativ festgefahren und wird selten zur Sprache gebracht. Und das, obwohl Frauen ihr Sexualleben in der Regel ungeachtet ihres jeweiligen Lebensalters aktiv ausleben. Dabei ist es gar nicht so leicht, der gesellschaftlichen Wahrnehmung entgegen zu leben. Denn die setzt mit einer attraktiven Frau meist auch das Attribut jung gleich. Erste Falten und ergrauendes Haar scheinen bei Frauen von den meisten jedoch immer noch selten als attraktiv empfunden zu werden.

Das sieht bei Männern ganz anders aus. Bei ihnen steht Älterwerden sexueller Aktivität nicht im Weg und ist gesellschaftlich mehrheitlich akzeptiert. Wenn ein älterer Mann eine jüngere Freundin hat, wird sich kaum jemand deswegen auf der Straße umdrehen. Eine ältere Frau mit einem jüngeren Lebensgefährten ist dagegen für viele eher ein Stein des Anstoßes. Aber dieses Bild beginnt langsam, sich zu wandeln.

Verfügbare Partner

Um die 50 wird es noch nicht stark auffallen; Tatsache ist aber, dass Frauen statistisch gesehen zunehmend länger leben als Männer (in Deutschland gibt es fünfmal so viele Witwen wie Witwer) – und dadurch unter Umständen ihren langjährigen Lebenspartner verlieren. Umfragen zeigen, dass viele Frauen in fortgeschrittenem Alter sexuelle Bedürfnisse haben und gern sexuell aktiv wären, aber es schwer haben, gleichaltrige Partner zu finden. Zudem ist nur ein Drittel der Frauen bereit, sich trotz dieser Bedürfnisse nach einem Partnerverlust im Alter neu zu binden. In Zusammenhang mit dieser die Bevölkerungsentwicklung betreffenden Tatsache und der sexuellen Emanzipierung der Frau nimmt allerdings die Zahl derjenigen älteren Frauen, die sich einen jüngeren Partner suchen, langsam zu.

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