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Forenexperte: Dr. Meinhard Leuth
Forum Gebärmutterhalskrebs
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Stand: 3. September 2010Autor: Onmeda-Redaktion
Die HPV-Impfung zum Schutz vor Gebärmutterhalskrebs wird in Deutschland offiziell seit März 2007 von der Ständigen Impfkommission (STIKO) des Robert Koch-Instituts, Berlin, für Mädchen zwischen 12 und 17 Jahren empfohlen. Ziel der Impfung ist es, zu verhindern, dass sich Zellen des Gebärmutterhalses als Folge der Virusinfektion verändern und zu einer Vorstufe von Krebs werden. Auf lange Sicht soll auch die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs durch diese beiden HPV-Typen verhindert werden. Alle Krankenkassen tragen bei Mädchen im genannten Alter die Kosten für die Impfung.
Die Empfehlung der HPV-Impfung durch die STIKO ging aus manchen Reihen mit Kritik einher. Vor allem eine Gruppe von 13 Wissenschaftlern stellte die Sicherheit und Wirksamkeit der Impfung infrage. Sie forderte die STIKO auf, ihre Empfehlung zu überprüfen. Daraufhin wertete die STIKO neuere Studien und Berichte zur HPV-Impfung der letzten zweieinhalb Jahre aus und bekräftigte schließlich im August 2009 ihre Empfehlung für die HPV-Impfung.
Den größten Nutzen hat die HPV-Impfung, wenn sie vor dem ersten Geschlechtsverkehr erfolgt. Dies hat folgenden Grund: Da die Viren hauptsächlich bei sexuellen Kontakten übertragen werden, sind Mädchen vor dem ersten Geschlechtsverkehr mit großer Wahrscheinlichkeit noch nicht mit dem humanen Papillomvirus (HPV) infiziert. Durch die Impfung entstehen Abwehrkörper gegen die Viren, die eine Infektion mit den Virentypen 16 und 18 verhindern. Dies schützt vor Folgeerkrankungen wie Veränderungen des Gewebes und langfristig wohl auch vor Krebs.
Bestand hingegen vor der HPV-Impfung bereits eine Infektion mit humanen Papillomviren, wird der Nutzen der Impfung geringer. Trotzdem können auch Frauen, die innerhalb des von der Impfkommission empfohlenen Zeitraums keine Impfung gegen HPV erhalten haben, profitieren: Zum einen infiziert man sich nicht zwangsläufig beim ersten Geschlechtsverkehr mit HPV und zum anderen ist das Risiko sehr gering, sich gleichzeitig mit den HPV-Typen 6, 11, 16 und 18 anzustecken. Der Impfstoff kann bereits vorhandene HP-Viren zwar nicht abtöten, er kann allerdings vor weiteren Infektionen und der Infizierung mit anderen HPV-Typen schützen. Auch junge Frauen ab 18 Jahren können sich noch impfen lassen. Die Kosten für die HPV-Impfung müssen diese Frauen allerdings häufig selber tragen. Klarheit darüber erhält man durch eine Anfrage bei seiner Krankenkasse.
Derzeit wird diskutiert, ob auch eine HPV-Impfung für Männer sinnvoll ist; die STIKO empfiehlt sie bisher nicht.
Bedeutsam ist, dass die HPV-Impfung zwar vor einer Infektion mit den krebsauslösenden Viren der Typen 16 und 18 schützen kann. Allerdings existieren weitere HP-Viren, die ebenfalls, aber deutlich seltener Gebärmutterhalskrebs verursachen können. Vor diesen Viren schützt die derzeitige HPV-Impfung nicht. Daher muss jede geimpfte Frau trotzdem weiterhin die jährliche Krebsfrüherkennung beim Frauenarzt in Anspruch nehmen. Sonst kann es passieren, dass eine Krebsvorstufe oder bereits bestehender Krebs zu spät oder nicht entdeckt wird. Dies mindert die Chancen auf Heilung deutlich.
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