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Stand: 1. September 2011Autor: Onmeda-Redaktion
Der Begriff Libido kommt aus dem Lateinischen und bedeutet nach allgemeiner Definition Begierde oder sexuelles Verlangen. Aus psychoanalytischer Sicht nach Siegmund Freud steht der Begriff Libido für eine sexuelle Triebkraft, die auf Lustgewinn ausgerichtet ist und in sexueller Erregung mündet. In der Umgangssprache wird Libido oft als "Geilheit" bezeichnet.
Die Libido lässt sich auch als Phase des sexuellen Begehrens beschreiben, in der sich ein Verlangen nach Sexualität im Körper regt. Diese Phase stellt sich vor der tatsächlichen psychologischen und körperlichen Stimulation ein und bildet die Vorstufe der tatsächlichen Erregung. Die sexuellen Gefühle, die sich während dieser Phase bemerkbar machen, sollen vom Hormon Testosteron ausgelöst werden. Testosteron kommt sowohl bei Männern als auch bei Frauen vor.
Demnach steuert die Libido das Bedürfnis nach sexuellen Handlungen. Sie sorgt dafür, dass Menschen sich gegenseitig oder sich selbst berühren möchten, um durch die Berührung der erogenen Zonen des Körpers ihre Lust zu steigern und schließlich sexuelle Befriedigung zu erfahren.
Der Begriff Libido wird oft auch mit sexueller Lust gleichgesetzt. Lust lässt sich als freudiges Verlangen nach bestimmten Dingen beschreiben. In Bezug auf Sexualität versteht man unter Lust das intensive Verlangen nach Sex und sexueller Befriedigung.
Die Libido bildet sich nach der Definition Freuds bereits in der Kindheit in verschiedenen Phasen aus. Während der sogenannten oralen Phase (etwa 1. Lebenshalbjahr) konzentriert sich die Libido oder Triebkraft auf den Mund, während der sogenannten analen Phase (etwa 2. bis 3. Lebensjahr) auf den Analbereich. Schließlich rücken die Geschlechtsorgane in der sogenannten phallischen Phase oder ersten genitalen Phase in den Fokus der Begierde. In der letzteren Phase (etwa 4. bis 6. Lebensjahr) entdecken Kinder zum Beispiel, dass es körperliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern gibt. Dieses Interesse an den Genitalien lebt nach einer Ruhephase (Latenzphase) mit Einsetzen der Pubertät in einer weiteren genitalen Phase wieder auf.
Durch ungünstige Erfahrungen in der frühen Kindheit kann es zu einer Fehlentwicklung der Libido kommen, die seelische Störungen nach sich ziehen kann. Unter bestimmten Bedingungen kommt es auch in späteren Lebensphasen zu einer Störung des sexuellen Verlangens, einer sogenannten Libidostörung oder gar einem Libidoverlust – dabei fehlen über einen längeren Zeitraum sowohl sexuelle Phantasien als auch sexuelles Verlangen.
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