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Forenexpertin: Dr. Frauke Höllering
Forum Sexualität
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Stand: 21. Juli 2011Autor: Onmeda-Redaktion
Unter Gruppensex versteht man sexuelle Handlungen oder Geschlechtsverkehr von drei oder mehr Personen. Wie auch bei anderen Spielarten und Ausprägungen der Sexualität gibt es Menschen, die Gruppensex mögen und als sehr erregend empfinden – andere wiederum schreckt allein der Gedanke daran ab.
Finden sich drei Personen zum Gruppensex zusammen, heißt dies auch "flotter Dreier". Es macht einen Unterschied, ob ein oder mehrere Paare am Gruppensex teilnehmen oder ob Personen zusammenkommen, die alle jeweils ungebunden sind. Dies spielt für den emotionalen Umgang mit dieser Praktik mitunter eine Rolle.
Denkt ein Paar darüber nach, es mal mit Gruppensex zu probieren, sollte es beachten, dass Eifersucht ein wichtiges und ernstzunehmendes Thema sein kann. Beobachtet der eine beim anderen Partner zum Beispiel einen sehr intensiven, in dieser Form innerhalb der Partnerschaft nicht erlebten Orgasmus, kann das zu Selbstzweifeln führen, ein Gefühl sexueller Minderwertigkeit auslösen und neidisch auf den "neuen Sexualpartner" machen. Andererseits gibt es voyeuristisch veranlagte Menschen, die es stark erregt, ihren Partner beim Sex zu beobachten.
Die Ursache für sehr befriedigenden Sex in der Gruppe kann zum einen in der Qualität des hinzugetretenen Liebhabers oder der Liebhaberin liegen. Zudem trägt die Tatsache, dass mehrere Personen eine andere zusammen verwöhnen, zur erotischen Spannung bei. Die Stimmung und Erregung beim Gruppensex lassen sich schwer mit der Situation beim heimischen Liebesspiel vergleichen – daher lohnt es sich nicht, sich den Kopf zu sehr darüber zu zerbrechen, warum die Lust beim Gruppensex solche Ausmaße angenommen hat.

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Manch einer fühlt sich im Anschluss an Gruppensex nicht – wie zuvor vielleicht erhofft – besonders befriedigt, sondern vielmehr enttäuscht. Aber: Jedes Paar empfindet das anders. So sehen manche Menschen (ob gebunden oder ungebunden) gelegentlichen Gruppensex als Schlüssel zu einer erfüllten, aufregenden Sexualität.
Egal, wie sehr die Vorstellung reizt: Vor dem Gruppensex sollten sich alle Beteiligten genau überlegen, was auf sie zukommt und ob sie es emotional gut verarbeiten können. Dies setzt voraus, dass es sich um eine geplante Aktion handelt. Ergibt sich die Gelegenheit zum Gruppensex spontan, muss man die eventuell weniger erfreulichen Seiten in Kauf nehmen oder ganz auf das Abenteuer verzichten.
Es hilft, sich abzusprechen, was erwünscht und erlaubt ist und was nicht. Immer wichtig: Schützen Sie sich mit Kondomen vor sexuell übertragbaren Krankheiten wie einer HIV-Infektion, Hepatitis, Syphilis oder Gonorrhö. Eine aufregende und leidenschaftliche Nacht zu dritt oder viert sollte die Gesundheit nicht gefährden. Kondome verhindern zudem eine ungewollte Schwangerschaft. Sogenannte Lecktücher (Dental Dams) eignen sich, wenn eine Frau mit dem Mund verwöhnt wird (Cunnilingus).
Oftmals profitieren besonders Männer von einem flotten Dreier. Das liegt daran, dass sie in der Regel sehr stark über visuelle Reize stimulierbar sind und sich ihr sexuelles Verlangen beim Gruppensex entsprechend steigert. Manche Frauen brauchen einen freien Kopf und müssen sich fallen lassen können, um den Sex zu genießen und einen Orgasmus zu erlangen. Ihnen fällt es mitunter schwerer, sich beim Gruppensex gehen zu lassen.
So kommt es, dass in heterosexuellen Partnerschaften oft eher der Mann seiner Partnerin Gruppensex vorschlägt und versucht, sie davon zu überzeugen, mitzumachen. Absolut tabu: den Partner zum Gruppensex zu drängen oder zu zwingen. Wer in einer festen Beziehung oder Ehe lebt und seinen Partner nicht für Gruppensex begeistern kann oder möchte, kann diese Spielart in seiner Phantasie oder mithilfe von pornografischen Zeitschriften oder Filmen ausleben. In Zeiten des Internets findet jeder, der will, ohne große Hürden explizites sexuelles Bild- oder Filmmaterial.
Mögliche Gefahr: Wer viele Pornos schaut, empfindet die dort vorgelebten sexuellen Handlungen (z.B. Gruppensex, Analverkehr) mit der Zeit als "normal" und erwartet sie umso mehr auch von der eigenen Partnerin. Die Bilder und Filme verzerren die Wahrnehmung und Einstellung gegenüber sexuellen Verhaltensweisen. Gruppensex zum Beispiel ist in der Gesamtbevölkerung deutlich weniger verbreitet, als es in Pornos den Anschein hat.
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