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Forenexpertin: Dr. Frauke Höllering
Forum Sexualität
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Stand: 15. April 2010Autor: Onmeda-Redaktion
Die Pubertät setzt nicht von jetzt auf gleich ein – das gibt Eltern und Kindern Zeit, sich auf diese aufregende Phase mit vielen Veränderungen einzustellen. Bei den meisten Kindern machen sich pubertäre Anzeichen zum ersten Mal gegen Ende der Grundschulzeit bemerkbar; ungefähr zu diesem Zeitpunkt setzt die Vorpubertät ein. Mädchen und Jungen fangen an, die von den Eltern aufgestellten Regeln anzuzweifeln und wollen vermehrt eigene Entscheidungen treffen. Sie streben nach Unabhängigkeit und lehnen es ab, sich in ihren Augen wie ein "Kleinkind" behandeln zu lassen. Gleichzeitig brauchen Kinder ihre Eltern in dieser Phase zunehmend als Diskussionspartner und Ansprechpartner für Wissensfragen.
Kinder verschwinden jetzt immer häufiger in ihrem Zimmer und wollen von den Eltern nicht gestört werden. Die eigene Sexualität wird vor anderen und auch vor den Eltern versteckt. Dieses "Sich-zurückziehen" ist ein erstes Zeichen dafür, dass Kinder eigenständig werden. In anderen Momenten wieder haben sie aber nach wie vor das Bedürfnis nach Nähe und familiärer Geborgenheit und wollen immer noch "Kind sein". Für die Eltern eine gute Gelegenheit, die enge Eltern-Kind-Beziehung aufrecht zu erhalten. Diese vorpubertäre Phase dauert in der Regel ein bis zwei Jahre.
Jungen sprudeln in der Vorpubertät häufig über vor Energie und Kraft; sie sind ständig in Bewegung und messen ihre Kräfte mit Altersgenossen in Rangeleien und beim Sport. Stundenlanges Stillsitzen in der Schule ist für viele Jungen in diesem Alter nahezu unmöglich.
Auch für Mädchen ist die Vorpubertät eine aufregende Phase mit einem stärkeren Bewegungs- und Rededrang und körperlicher Unruhe. Mädchen sind in diesem Alter oft albern, kichern und tuscheln gerne. Vor der ersten Menstruation kommt es häufiger zu Stimmungsschwankungen. Viele Mädchen werden launisch – mal sind sie gesellig, mal bevorzugen sie das Alleinsein. Oft verbringen sie Stunden mit ihren Freundinnen und plaudern. Thema sind häufig Schwärmereien, die bei Mädchen in dieser Phase oft vorkommen. Hierbei kann die Aufmerksamkeit auf einen Jungen aus der Oberstufe oder aber auch zum Beispiel auf ein Mitglied einer Boyband gerichtet sein.
Die Übergangsphase zwischen Kind- und Erwachsensein spiegelt sich besonders gut in vielen Kinderzimmern wider: Häufig sind hier Kuscheltiere neben Postern von Stars beheimatet.
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