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Stand: 18. April 2012Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Ein vorzeitiger Samenerguss (Ejaculatio praecox) kann verschiedene Ursachen haben, die bislang nicht hinreichend geklärt sind. Neben psychischen Ursachen diskutieren Forscher auch neurophysiologische Gründe, also Ursachen, die in der Signalübertragung zwischen den Nervenzellen liegen.
Verschiedene Faktoren können einen vorzeitigen Samenerguss begünstigen. Hierzu gehört beispielsweise die erektile Dysfunktion (erektile Impotenz) die man als gleichzeitig auftretendes, aber eigenständiges Krankheitsbild, Ursache oder Effekt der Ejaculatio praecox betrachten kann.
Auch die Regelmäßigkeit, mit der ein Mann Geschlechtsverkehr hat, kann einen Einfluss auf die Kontrollmöglichkeit des Samenergusses haben. Hierbei geht man davon aus, dass unregelmäßiger Geschlechtsverkehr einen vorzeitigen Samenerguss fördern kann. Ein weiterer Risikofaktor für einen vorzeitigen Samenerguss ist sexuelle Unerfahrenheit.
Als mögliche psychische Ursachen für einen vorzeitigen Samenerguss können frühkindliche sexuelle Störungen, einschränkende Sexualerziehung, sexuelles Leistungsdenken, unrealistische Vorstellung von Sexualität und Versagensangst infrage kommen. Darüber hinaus könnten auch Angststörungen bei der Entwicklung eines vorzeitigen Samenergusses eine Rolle spielen. Es ist jedoch nicht eindeutig erwiesen, ob sie Folge oder Ursache des vorzeitigen Samenergusses sind. So kann die Angst vor einem vorzeitigen Samenerguss den sexuellen Akt eines Paares erheblich beeinträchtigen.
Auch körperliche Erkrankungen wie Harnwegsinfekte und Diabetes mellitus können einen vorzeitigen Samenerguss verursachen, ebenso wie Nebenwirkungen verschiedener Medikamente wie bestimmte Schmerzmittel (Opiate) und Wirkstoffe, die den Sympathikus, einen Teil des Nervensystems, beeinflussen (Sympathomimetika). Bei 30 Prozent der Männer, die an einer Ejaculatio praecox leiden, tritt gleichzeitig eine erektile Impotenz auf. Diese sollte man vorrangig behandeln.
Verschiedene Botenstoffe im Gehirn (Neurotransmitter) beeinflussen die Ejakulation. An der Auslösung der Ejakulation ist der Botenstoff Serotonin beteiligt. Bei einem erhöhten Serotonin-Spiegel im Gehirn kann sich die Zeitspanne bis zum Samenerguss verlängern. Werden die Serotonin-Reizempfänger (Rezeptoren) im Gehirn aktiviert, kann es somit zu einer verlängerten Dauer bis zum Samenerguss kommen.
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