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Forenexperte: Dr. med. Frank Kahmann
Forum Prostatakrebs
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Stand: 31. August 2011Autor: Onmeda-Redaktion
Ab dem 50. Lebensjahr steigt die Erkrankungswahrscheinlichkeit für ein Prostatakarzinom steil an. Daher besteht bereits ab dem 45. Lebensjahr ein jährlicher Anspruch auf eine Prostatakrebs-Früherkennung – die Untersuchung ist also ab diesem Alter für jeden Mann sinnvoll und beschränkt sich nicht auf bestimmte Anwendungsgebiete. Wenn bereits Bruder oder Vater an einem Prostatakarzinom leiden, empfiehlt sich die Prostatakrebs-Früherkennung sogar schon früher.
Über den Nutzen einer PSA-Bestimmung als sogenannte Screening-Methode auf Prostatakrebs wird fortlaufend diskutiert. Screening bedeutet, dass sich reihenweise gesunde Personen einem Test unterziehen, um eine bestimmte Erkrankung zu entdecken. Kritiker sehen die Gefahr, dass der PSA-Test vermehrt sogenannte stumme Prostatakarzinome aufdecken würde – also Tumoren der Prostata, die sehr langsam wachsen und wahrscheinlich nie Probleme verursacht hätten. Die betroffenen Männer hätten durch die Diagnose keinen Nutzen im Sinne einer höheren Lebenserwartung – das belegen auch aktuelle Studien. Dagegen könnten sich für die Betroffenen durch unüberlegte und unter Umständen unnötige weitere Untersuchungen oder eine Therapie psychische und mitunter auch körperlich negative Auswirkungen ergeben.
Befürworter des PSA-Tests vertreten die Meinung, dass es unter Berücksichtigung der Untersuchungsbefunde und der Situation des Betroffenen möglich ist, individuell sehr genau und sehr vernünftig zu entscheiden, welches Vorgehen für den Patienten das beste ist. Sie gehen davon aus, dass sich somit Fehluntersuchungen und -behandlungen zumeist vermeiden lassen könnten. Dann läge der große Vorteil der PSA-Bestimmung darin, diejenigen Männer zu entdecken, bei denen ein aggressiver Prostatakrebs vorliegt und die von der Entdeckung und der Möglichkeit einer Therapie sehr profitieren würden.
Schlussendlich sollte jeder Mann mit seinem Arzt besprechen, ob er den PSA-Test als "Individuelle Gesundheitsleistung" (IGeL) machen möchte und welche möglichen Auswirkungen ein auffälliges Ergebnis haben könnte.
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