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Morbus Osler

Stand: 28. Dezember 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Morbus Osler ist eine seltene Gefäßkrankheit, die sich vor allem auf Blutgefäße der Haut und Schleimhaut auswirkt: Die betroffenen Gefäße sind erweitert und dünnwandig. Dadurch reißen sie leicht ein, was zu Blutungen führt.

Der Morbus Osler hat viele Namen: Man bezeichnet die Gefäßerkrankung nach den verschiedenen Ärzten, welche die Gefäßveränderungen beschrieben haben, zum Beispiel als Osler-Syndrom, Morbus Rendu-Osler oder Morbus Osler-Weber-Rendu und nach ihren Eigenschaften als hereditäre hämorrhagische Teleangiektasie:

Morbus Osler ist erblich (hereditär), zählt also zu den Erbkrankheiten. Kennzeichnend für die Erbkrankheit sind Erweiterungen kleinster Gefäße (Kapillaren), die als stecknadelkopf- bis reiskorngroße rote Flecken in der Haut und Schleimhaut erscheinen (sog. Teleangiektasien). Diese Gefäßerweiterungen sind leicht verletzlich und führen schnell zu Blutungen (Hämorrhagien). Neben den Gefäßerweiterungen kommt es bei Morbus Osler typischerweise auch zu Kurzschlussverbindungen zwischen Arterien und Venen. Sind innere Organe von den Gefäßerweiterungen und -kurzschlüssen betroffen, kann dies zu lebensbedrohlichen Blutungen führen.

Das häufigste und meist auch das erste Symptom für Morbus Osler ist wiederholtes Nasenbluten. Je nach Ausmaß kann es eine Blutarmut (Anämie) verursachen. Die kleinen Gefäßerweiterungen sind als kleine, rötliche bis blau-violette und unregelmäßig geformte Flecken überwiegend im Gesicht (v.a. Haut und Schleimhaut von Mund und Nase) zu sehen, gehäuft auch an den Fingerkuppen. Ihre Anzahl nimmt mit steigendem Lebensalter, etwa bis zum 50. Lebensjahr, ständig zu. Grundsätzlich können die Gefäßveränderungen aber alle inneren Organe betreffen – die möglichen Folgen reichen zum Beispiel von teerähnlich aussehendem Stuhl, Blut im Urin oder blutigen Tränen bis hin zu Schlaganfall oder Herzinsuffizienz.

Die bei Morbus Osler eingesetzte Therapie zielt darauf ab, die Symptome zu lindern. Ihre Ursache – den Schaden an der Erbanlage – kann man nicht beheben. Die Behandlungsmaßnahmen richten sich nach den jeweiligen Beschwerden: Bei Blutungen in der Nase oder im Magen-Darm-Bereich besteht zum Beispiel die Möglichkeit einer Laserbehandlung. Um das Nasenbluten zu behandeln, bietet sich auch eine Hauttransplantation an. Ausgedehnte Kurzschlussverbindungen zwischen Arterien und Venen in inneren Organen kann man möglicherweise angiographisch verschließen. Gelingt dies nicht, kann es nötig sein, die betroffenen Bereiche in einer Operation zu entfernen.

Weiterlesen: Morbus Osler: Definition

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