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Die Muttermilch

(Stand: 11. September 2009)

Während der Schwangerschaft steigen bei der werdenden Mutter die Spiegel der Hormone Östrogen und Progesteron an. Sie sorgen dafür, dass die Brust wächst, um später Muttermilch abgeben zu können. Die Hormone hemmen allerdings zunächst die Milchproduktion.

Nach der Geburt und der Ausstoßung des Mutterkuchens (Plazenta) fallen die Östrogen- und Progesteronspiegel ("Plazentahormone") sehr schnell ab. Stattdessen steigt der Spiegel des vorher unterdrückten Prolaktins steil an. Prolaktin ist ein Hormon der Hirnanhangdrüse und setzt die Milchproduktion in Gang. Ein weiterer im Gehirn produzierter Botenstoff, das Oxytocin, bewirkt, dass sich die Milchgänge in der Brust auf einen Saugreiz hin zusammenziehen und somit die Muttermilch freigeben. Das Stillen kann beginnen.

Die Muttermilch verändert sich im Laufe der Zeit:

  • Vormilch: Gegen Ende der Schwangerschaft bildet sich die sogenannte Vormilch (Kolostrum, auch: Colostrum). Diese klare, meist gelbliche Flüssigkeit erhält das Kind in den ersten Tagen der Schwangerschaft. Vormilch ist weniger fett als reife Muttermilch, enthält jedoch immunologische Schutzfaktoren (IgA-Antikörper), welche sich in der Darmschleimhaut des Neugeborenen ausbreiten und eine Barriere gegen Krankheitserreger bilden.
  • Übergangsmilch: Nach etwa zwei bis vier Tagen kommt es zum sogenannten Milcheinschuss und es bildet sich die Übergangsmilch. Sie hat einen höheren Fett- und Kohlenhydratanteil als die Vormilch.
  • Frauenmilch: Etwa ab der dritten Woche bildet sich die reife Frauenmilch. Sie hat eine weiß-bläuliche Farbe.

Die Muttermilch enthält alle für das Baby wichtigen Stoffe (Eiweiße, Fette, Milchzucker, Vitamine, Abwehrstoffe). Je nach Alter des Säuglings sind Zusammensetzung und Menge der Muttermilch genau auf den Bedarf abgestimmt. Diese natürliche Regulation wird durch die zusätzliche Gabe von Flaschenmilch oder Tee gestört: Je weniger das Baby an der Brust saugt, desto weniger Milch wird auch produziert.

Weiterlesen: Rund ums Stillen: Vorteile des Stillens

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