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Stand: 22. Februar 2012Autor: Onmeda-Redaktion
Eltern ist es oft ausgesprochen peinlich, wenn ihr Kind etwa ein Spielzeug nicht mit anderen Kindern teilen möchte. Sie ermahnen, schimpfen oder drohen gar, und rückt der Nachwuchs das begehrte Objekt nicht heraus, wird es ihm mitunter aus der Hand gerissen, um es der "Gegenseite" zu überreichen. Gewissermaßen als Strafe für unsoziales Verhalten. Das beraubte Kind versteht unterdessen die Welt nicht mehr – und weint bitterlich.
Teilen zu können ist eine wichtige und wertvolle soziale Eigenschaft. Sie ist allerdings nicht angeboren und muss erlernt werden. Bevor Kinder das können, müssen sie eine Reihe wichtiger Entwicklungsschritte absolviert haben:
Das kleine Kind ist egozentrisch, das heißt, in erster Linie mit der eigenen Befindlichkeit befasst. Was man ihm gibt, muss es festhalten, denn: Wer weiß, wann es das nächste Mal wieder etwas bekommt. Schließlich kann und darf es sich nicht einfach nehmen (oder kaufen), was es möchte. Bis ein Kind auch einmal von sich absehen und die Bedürfnisse eines anderen anerkennen kann, vergehen manche Jahre. Von Kleinkindern ist es meist noch zuviel verlangt, echtes Mitgefühl für andere Kinder aufzubringen – eine wichtige Voraussetzung für den Wunsch, jemand anderen in seinem Unglück des Nichtshabens trösten zu wollen.
Erst allmählich lernt ein Kind, was es bedeutet, ein soziales Wesen zu sein. Dafür muss es seine Umwelt beobachten und die Reaktionen anderer Menschen nach und nach in sich aufnehmen – bis es fühlen kann, dass es ein anderes Kind zu trösten vermag und dafür nicht nur eine besondere Akzeptanz erfährt, sondern auch selbst von der Bereitschaft anderer zu teilen profitiert. Ein komplexer Prozess.
Es empfiehlt sich, Ihr Kind nicht zum Teilen zu zwingen. Aus seiner Sicht ist dies ein verletzender Übergriff. Um die Fähigkeit zu teilen nachhaltig im Verhaltensrepertoire Ihres Kinds zu verankern, muss es freiwillig und von positiven Erfahrungen des Gebens und Nehmens begleitet sein.
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