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Erziehung

Wenn Eltern ausrasten

Stand: 22. Februar 2012Autor: Onmeda-Redaktion

Dass Kinder ohne Gewalt aufwachsen sollen, werden wohl die meisten Eltern unterschreiben. Deshalb geben sie sich auch große Mühe, mit all ihrer Liebe stets einfühlsam und geduldig zu sein – was auch immer die Kinder tun. Das kann nicht nur anstrengend sein, das ist anstrengend, und im Übrigen von niemandem immer durchzuhalten.

Kinder scheinen mitunter dafür auf die Welt gekommen zu sein, ihre Eltern an jede erdenkliche Belastungsgrenze zu bringen. Immerzu tun die Erwachsenen alles für die Kleinen, aufopferungsvoll und ohne zu Murren. Trotzdem gehorchen Kinder keineswegs immer, und in manchen Dingen erscheinen sie geradezu erziehungsresistent. Kein Wunder, dass die elterliche Geduld oft bis zum Zerreißen strapaziert wird – und es immer wieder zu Ausrastern kommt.

Alle Eltern rasten gelegentlich aus, auch jene, die sich geschworen haben, ihr Kind niemals anzubrüllen, herumzuschubsen oder gar zu schlagen. Auch wenn davon die Welt nicht untergeht, sollten Eltern trotzdem lernen, an sich zu halten. Ein Kind, das wegen seines Verhaltens angebrüllt oder geschlagen wird, lernt lediglich, dass man jeden anbrüllen und schlagen darf, wenn er etwas tut, das einem nicht gefällt.

Tipps

Mit einigen Grundregeln gelingt es vielen Eltern, seltener auszurasten, und wenn, dann keine Gewalt anzuwenden:

  • Bedenken Sie, dass Sie das entscheidende Vorbild Ihres Kinds sind – im Guten wie im Schlechten.
  • Mit zwei Jahren ist Ihr Kind noch nicht zu wirklicher Einsicht und Rücksichtnahme fähig.
  • Drücken Sie stets klar aus, was Ihr Kind darf oder nicht. Gehorcht es nicht, lassen Sie statt einer Strafe eine Konsequenz folgen: Lieber dem Kind etwas aus der Hand nehmen und (vorübergehend) wegschließen, als es anzubrüllen oder zu schlagen.
  • Wenn Sie merken, dass Ihnen bald der Kragen platzt, ist es gut, rechtzeitig die Reißleine zu ziehen. Verlassen Sie am besten kurz den Raum und trinken Sie ein Glas Wasser. Mit beruhigtem Puls lösen sich viele Konfliktsituationen von selbst wieder auf.
  • Rutscht Ihnen die Hand aus, ist es nicht nur wichtig, sich bei Ihrem Kind zu entschuldigen. Reden Sie auch mit Ihrem Partner und nahestehenden Freunden darüber.
  • Finden Sie keinen Weg aus der Stress-und-Ausraster-Spirale, scheuen Sie sich nicht, eine professionelle Erziehungsberatung in Anspruch zu nehmen.

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