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Forenexperte: Dr. Tomas Jelinek
Forum Reisemedizin
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Stand: 30. März 2012Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Hyperventilation ist eine gestörte Atemregulation: Menschen, die hyperventilieren, atmen schneller und tiefer, als es ihren körperlichen Bedürfnissen entspricht. Der Begriff Hyperventilationssyndrom bezeichnet per Definition eine bestimmte hierdurch ausgelöste Symptomgruppe.
Menschen, die hyperventilieren, sind sich dessen meist nicht bewusst. Häufig hat die Hyperventilation psychische Ursachen wie Angst oder Panik – dann tritt ein akuter Hyperventilationsanfall auf: Die Betroffenen atmen verstärkt Kohlendioxid (CO2) ab, wodurch die CO2-Konzentration im Blut sinkt. Dies hat zur Folge, dass der pH-Wert im Blut ansteigt (sog. respiratorische Alkalose: respiratorisch = durch die Atmung bedingt). Das Ergebnis ist: Die Zellen können den Sauerstoff schlechter aus dem Blut aufnehmen, an den Zellen sind die Austauschvorgänge gestört, die Konzentration an freiem Kalzium im Blut sinkt. Diese Hypokalzämie ruft die für das Hyperventilationssyndrom typischen Symptome hervor:
Außerdem können beim Hyperventilationssyndrom Krämpfe mit einer typischen Pfötchenstellung der Hände (sog. Hyperventilationstetanie) und Bewusstlosigkeit auftreten. Zur Pfötchenstellung kommt es, wenn sich die Muskeln des Unterarms und der Hand in bestimmter Weise verkrampfen. Welche Beschwerden durch eine akute Hyperventilation entstehen, hängt von deren Dauer und Intensität ab.
Auch organische Krankheiten wie Asthma oder eine Lungenembolie können der Grund für eine Hyperventilation sein – in der Regel hyperventilieren die Betroffenen dann aber dauerhaft (chronisch) und entwickeln oft nicht die typischen Anzeichen für ein Hyperventilationssyndrom. Die Beschwerden sind sehr unterschiedlich und führen häufig nicht direkt zur richtigen Diagnose. Die chronische Hyperventilation kann folgende Symptome auslösen:
Das Hyperventilationssyndrom tritt vor allem im zweiten und dritten Lebensjahrzehnt auf, mit steigendem Alter nimmt die Häufigkeit ab. Frauen sind häufiger wegen Hyperventilation in Behandlung als Männer.
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