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Forenexperte: Dr. Tomas Jelinek
Forum Reisemedizin
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Stand: 23. Mai 2007Autor: Onmeda-Redaktion
Viele Badeseen enthalten hohe Konzentrationen an Stickstoff und Phosphor. Diese Substanzen aus Regenwassereinleitungen oder der Landwirtschaft dienen den Algen als Nährstoffe. Regelmäßig färben beispielsweise im Frühjahr Massen von Kieselalgen das Wasser gelblich-braun.
Im Hochsommer entwickeln sich häufig übermäßig viele so genannte Blaualgen. Dieser Name ist im Grunde irreführend, denn es handelt sich dabei eigentlich um Bakterien und nicht um Algen, wie auch die wissenschaftliche Bezeichnung Cyanobakterien deutlich macht. Diese einzelligen Organismen sind meist grün oder grünblau gefärbt. Bei Massenentwicklungen können sie Schlieren und Teppiche an der Wasseroberfläche bilden, sich wolkenartig im Wasser verteilen oder sich ganz regelmäßig fein als Einzelzellen ausbreiten und das Wasser trüben.
Die Ausbreitung der Cyanobakterien hat Folgen für das Ökosystem See und seine Besucher: Durch die massenhaften Blaualgenzellen gelangt weniger Licht zu den Wasserpflanzen in größeren Tiefen. Es kommt zu Sauerstoffschwankungen im See und unter Umständen zu Fischsterben.
Die meisten Blaualgenarten sind für den Menschen harmlos. Einige Stoffwechselprodukte der Cyanobakterien sowie ihr Zerfall führen lediglich zu einem unangenehmen Geruch an den Badestellen. Den Badespaß beeinträchtigt dann auch die starke Wassertrübung. Bei Unfällen kann die geringe Sichttiefe die Rettungsmaßnahmen erschweren.
Bestimmte Blaualgen produzieren aber Stoffe, die für den Menschen giftig sind. Durch Verschlucken können die Gifte in den Körper gelangen und zu Übelkeit, Durchfall und Erbrechen führen. Blaualgen sind auch für Reizungen an Haut, Schleimhaut und Auge sowie Entzündungen und allergische Reaktionen verantwortlich.
Zum Schutz der Gesundheit werden die Badegewässer in Deutschland regelmäßig auf ihre Qualität hin kontrolliert. Auch Algentoxine werden in die Untersuchungen der Gesundheitsbehörden einbezogen. Für einige weltweit verbreitete Blaualgengifte wurden Grenzwerte erlassen. Um mögliche körperliche Schäden auszuschließen, werden belastete Seen hierzulande gesperrt oder entsprechende Warnungen an die Bevölkerung herausgegeben.
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