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Reiseimpfungen

Die wichtigsten Reiseimpfungen

Stand: 23. Februar 2010Autor: Onmeda-Redaktion

Welche Reiseimpfungen vorgenommen werden sollten, richtet sich in erster Linie nach dem Reiseziel, dem persönlichen Gesundheitszustand und der Art der Reise (z.B. Trekkingtour ins Landesinnere).

Cholera

Mit Cholera-Bakterien stecken sich viele Reisende durch mit Fäkalien verunreinigtem Wasser oder Essen an. Typisch sind plötzlich einsetzende wässrige Durchfälle und Übelkeit. Ohne Behandlung kann Cholera tödlich enden. Cholera ist insbesondere in den abgelegenen Gebieten Süd- und Mittelamerikas, Afrikas oder Ostasiens verbreitet.

Erwachsene erhalten zwei Impfungen im Abstand von ein bis sechs Wochen. Circa eine Woche nach der zweiten Impfung hat sich der Impfschutz vollständig aufgebaut und hält etwa zwei Jahre an. Soll ein kontinuierlicher Schutz darüber hinaus gegeben sein, muss die Cholera-Impfung nach dieser Zeit aufgefrischt werden. Die Impfung wird nur in Ausnahmefällen verabreicht, so zum Beispiel Entwicklungshelfern oder Katastrophen- und Flüchtlingshelfern, aber auch Personen, die in abgelegene gefährdete Gebiete reisen beziehungsweise in Länder, die diese Impfung bei der Einreise fordern. Die Schutzimpfung wird als Schluckimpfung durchgeführt.

Gelbfieber

Gelbfieber ist eine Virusinfektion, die durch Stechmücken in tropischen Ländern übertragen wird. Eine Ansteckung über einen erkrankten Menschen ist nicht möglich. Typische Symptome sind starkes Fieber sowie Kopf- und Kreuzschmerzen. Oft heilt Gelbfieber von allein aus. In schweren Fällen kann die Krankheit jedoch tödlich enden.

Ratsam ist die Schutzimpfung deshalb bei Reisen in bestimmte tropische Regionen Afrikas und Südamerikas. Manche Länder verlangen von Einreisenden einen Schutz gegen die Krankheit, wenn sie aus einem Land mit vielen Gelbfieberfällen kommen. Der Schutz der Impfung hat sich nach zehn Tagen aufgebaut und hält mindestens zehn Jahre. Bei anhaltendem (Reise-)Bedarf sollte die Impfung also nach zehn Jahren aufgefrischt werden.

Hepatitis A und Hepatitis B

Hepatitis A und Hepatitis B sind weltweit verbreitet. Auslöser für diese beiden Formen der Leberentzündung sind Viren. Die Ansteckung erfolgt im Falle von Hepatitis A meist über mit Fäkalien verseuchtes Essen und Wasser oder im Falle von Hepatitis B durch Blut, Speichel und sexuelle Kontakte.

Eine Impfung ist vor allem vor Reisen in tropische Länder zu empfehlen. Ein besonderes Risiko besteht für sexuell aktive Reisende. Gegen Hepatitis A und B gibt es einen Kombinationsimpfstoff, der in drei Gaben verabreicht wird. Die erste Impfung sollte mindestens sechs Wochen vor der Reise erfolgen, die zweite Impfung vier Wochen später, also mindestens zwei Wochen vor Reisebeginn. Damit hat man zunächst einen ausreichenden Impfschutz, der allerdings erst durch die dritte Impfung sechs bis zwölf Monate nach der zweiten für viele Jahre komplettiert wird. Wer die dritte Impfung verpasst, muss spätestens nach zwölf Monaten mit einem nachlassenden Impfschutz rechnen.

Für ganz Eilige gibt es auch ein Schnellimmunisierungsschema an den Tagen 0, 7 und 21, um bereits nach drei Wochen einen ausreichenden Impfschutz zu erhalten. Auch hier ist allerdings nach sechs bis zwölf Monaten die Auffrischungsimpfung – in diesem Fall als vierte Impfung – notwendig.

Es sind auch Einzelimpfungen gegen Hepatitis A oder B möglich, mit denen ebenfalls sechs Wochen vor dem Urlaub begonnen werden sollte. Gegen Hepatitis C gibt es bisher noch keinen Impfschutz.

Kinderlähmung (Poliomyelitis)

Die Kinderlähmung (Poliomyelitis) ist eine hoch ansteckende, durch Polioviren übertragene Infektionskrankheit. Die Ansteckung erfolgt fast immer über mit Fäkalien verseuchte Nahrung und Wasser. Die Krankheit kann zu bleibenden Lähmungen und zum Tod führen. Eine erhöhte Infektionsgefahr besteht zurzeit vor allem noch in einigen asiatischen und afrikanischen Ländern wie zum Beispiel Indien, Pakistan, Nigeria und Afghanistan; eine Impfung ist aber generell bei Reisen in tropische Länder zu empfehlen.

Die Grundimmunisierung gegen Kinderlähmung erfolgt in Deutschland üblicherweise im Säuglingsalter. In der Regel besteht sie je nach gewähltem Impfstoff aus zwei Impfdosen im Abstand von acht Wochen bis sechs Monaten beziehungsweise aus drei Impfdosen im Abstand von vier Wochen. Im Alter von 9 bis 17 Jahren erfolgt eine Auffrischungsimpfung. Der Impfschutz hält mindestens zehn Jahre und wird darüber hinaus normalerweise nur aufgefrischt, wenn ein erhöhtes Risiko für Kinderlähmung besteht. Dazu zählt auch eine Reise in Risikogebiete. Vor Reisen in Länder mit Infektionsrisiko sollten sich insbesondere Personen impfen lassen, deren Grundimmunisierung nicht dokumentiert ist. Die Kosten für die Grundimmunisierung gegen Kinderlähmung tragen die Krankenkassen.

Tollwut

Tollwut ist eine Viruserkrankung, die von Tieren wie Füchsen, Hunden, Katzen, Mäusen, Ratten oder Rindern, aber auch durch Flughunde und Fledermäuse auf den Menschen übertragen wird. Dabei ist es nicht nötig, gebissen zu werden. Es reicht der Kontakt mit infiziertem Speichel, wenn die Haut verletzt ist. Einmal ausgebrochen verläuft eine Tollwut-Infektion immer tödlich, sofern nicht innerhalb kurzer Zeit geimpft werden kann!

Eine vorbeugende Impfung ist insbesondere Personen zu empfehlen, die aus beruflichen Gründen einem erhöhten Tollwutrisiko ausgesetzt sind (z.B. Tierärzte) oder auch Personen, die eine Reise in Risikogebiete planen. Besonders groß ist die Tollwutgefahr in Afrika und Asien, aber auch in den USA gibt es Risikogebiete. Grundsätzlich sollten Reisende keine freilaufenden Tiere streicheln, da man ihnen nicht zwangsläufig ansehen kann, ob sie mit Tollwut infiziert sind.

Die Schutzimpfung besteht aus drei Impfdosen, die innerhalb von drei bis vier Wochen zu verabreichen sind. Etwa 14 Tage nach der zweiten Impfung hat sich ein wirksamer Impfschutz aufgebaut, der je nach gewähltem Impfstoff zwei bis fünf Jahre hält. Da Nebenwirkungen auftreten können, sollte nicht erst kurz vor der Reise mit dem Impfen begonnen werden.

Ungeimpfte Menschen müssen bei einem Infektionsverdacht, zum Beispiel nach einem Hundebiss, so schnell wie möglich, das heißt innerhalb weniger Stunden, "vor Ort" gegen Tollwut geimpft werden. Oft ist es jedoch gerade in Ländern mit erhöhter Tollwut-Gefahr nicht leicht, an den Impfstoff zu kommen. Vor einer Reise in entsprechende Länder ist eine vorbeugende Tollwut-Impfung deswegen dringend zu empfehlen.

Typhus

Typhus ist eine fieberhafte Erkrankung, die durch verschiedene Salmonellen-Arten verursacht wird. Anstecken kann man sich über verunreinigtes Wasser oder Essen. Ein erhöhtes Infektionsrisiko besteht vor allem in Afrika, Nordamerika und Südostasien. Sie kann zum Beispiel bei Trekkingreisen oder beruflichen Aufenthalten in Risikogebieten sinnvoll sein.

Die Impfung kann als Injektion oder Schluckimpfung erfolgen. Der Impfstoff kann in einer einzigen Dosis verabreicht werden und bewirkt bei circa 60 Prozent der geimpften Erwachsenen einen Impfschutz für circa drei Jahre. Bei der Schluckimpfung werden innerhalb von fünf Tagen drei Kapseln eingenommen, die ebenfalls bei etwa 60 Prozent der Erwachsenen einen Impfschutz bewirken, wenn auch nur für mindestens ein Jahr. Der Impfschutz baut sich dabei innerhalb von sieben (Injektion) bis zehn Tagen (Schluckimpfung) auf. Werden die Kapseln nicht korrekt eingenommen, ist ein Impfschutz nicht gewährleistet.

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