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Mittleres Zentralamerika

Impfungen

Stand: 1. Dezember 2006Autor: Onmeda-Redaktion

Pflichtimpfungen

  • Bei Direkteinreise in die zentralamerikanischen Länder bestehen keine Pflichtimpfungen. Da sich die medizinischen Einreisebestimmungen jedoch immer wieder ändern, sollten sich Reisende generell bei der jeweiligen Botschaft oder Landesvertretung nach den aktuellen Regelungen erkundigen.
  • Bei der Einreise aus entsprechenden Infektionsgebieten besteht für Reisende nach Belize, El Salvador, Guatemala, Honduras und Nicaragua Immunisierungspflicht gegen Gelbfieber (Länderliste s. Gelbfieber). Für Reisende in die Gelbfiebergebiete Panamas (San Blas, Darién und Chepo) wird von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ein Impfschutz gegen die Erkrankung empfohlen.
  • Für Reisende, die aus einem Cholera-Gebiet kommen oder nicht über den internationalen Flughafen der jeweiligen Hauptstadt einreisen, wird mitunter in Belize, El Salvador, Guatemala, Honduras und Panama der Nachweis eines gültigen Impfschutzes gegen Cholera gefordert.

Allgemeine Impfempfehlungen

  • Die klassischen Impfungen gegen Tetanus und Diphtherie sind - bei vorhandener Grundimmunisierung und unabhängig von jeglichen Reiseplänen - mindestens alle zehn Jahre aufzufrischen. Bei Reisen in die zentralamerikanischen Länder sollte in jedem Fall für ausreichenden Impfschutz gegen diese beiden Erkrankungen gesorgt werden.
  • Nach den Kriterien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gilt Zentralamerika als poliofrei. Ein ausreichender Impfschutz gegen Kinderlähmung (Poliomyelitis) ist dennoch unbedingt zu empfehlen, da die Erkrankung trotz aufwändiger Impfaktionen in einigen Regionen der Welt nach wie vor auftritt und schwere Komplikationen nach sich ziehen kann. Es handelt sich um eine akute Viruserkrankung, die zu bleibenden Lähmungen der Muskulatur oder gar zum Tod führen kann. Nach Angaben des Komitees zur globalen Ausrottung der Poliomyelitis der WHO (Global Polio Eradication Initiative) stieg die Anzahl der Erkrankungen in den letzten beiden Jahren massiv an. Allein im Jahr 2005 wurden weltweit 1.938 neue Poliofälle registriert. Im Jahr 2006 sind es bis jetzt 1.820 Fälle, die meisten davon in Nigeria und Indien (Stand: 20. Dezember 2006). Solange ein gewisses Risiko für eine Infektion mit Poliomyelitis besteht, sollten grundsätzlich alle Reisenden die Schutzimpfung durchführen. Bei vorhandener Grundimmunisierung von drei dokumentierten Schluckimpfungen empfiehlt sich eine Auffrischung des Impfschutzes im Zehnjahresrhythmus. Im Zweifelsfall sollte hierzu der behandelnde Arzt befragt werden.

Spezielle Impfempfehlungen

  • Da Hepatitis A-Infektionen in allen Ländern Zentralamerikas häufig sind, sollte auch bei kürzeren Reisen rechtzeitig vor Reisebeginn eine Immunisierung gegen das Virus erfolgen.
  • Insbesondere bei einem längeren Aufenthalt in Zentralamerika und intensivem Kontakt zur einheimischen Bevölkerung empfiehlt sich eine Impfung gegen Hepatitis B. Bei der Immunisierung kann ein Kombinationsimpfstoff für Hepatitis A und B verwendet werden. Das Hepatitis-B-Virus wird durch Blut oder Körperflüssigkeiten (z.B. Sperma bei Geschlechtsverkehr) übertragen und ist unter der einheimischen Bevölkerung Zentralamerikas weit verbreitet. Bei sexuellem Verkehr sollten deshalb unbedingt Kondome benutzt werden.
  • Typhus ist in Zentralamerika weit verbreitet, weshalb im Allgemeinen allen Reisenden eine Schutzimpfung gegen die Erkrankung empfohlen wird. Die Infektion erfolgt im Wesentlichen über Lebensmittel, Trinkwasser, kontaminierte Gegenstände und den direkten Kontakt mit erkrankten Personen. Die Schutzwirkung der Impfung hält etwa zwei Jahre an.
  • Eine medikamentöse Prophylaxe gegen Malaria ist für die meisten Regionen Zentralamerikas nicht notwendig. Die Mitnahme eines so genannten Malaria-Notfallmedikamentes wird in der Regel als ausreichend angesehen. Reisende sollten sich diesbezüglich grundsätzlich bei ihrem Arzt bzw. dem städtischen Tropeninstitut erkundigen.
  • Das Tollwut-Virus ist in allen Ländern Zentralamerikas weit verbreitet. Aufwändige Impfkampagnen führten in der Vergangenheit zu einem deutlichen Rückgang der Infektion beim Menschen. Dennoch erkranken jedes Jahr etwa 200 Personen. Die Übertragung von Tollwut auf den Menschen erfolgt durch den Speichel eines infizierten Tieres. Aus diesem Grund wird besonders für Personen, die aus beruflichen oder anderen Gründen einem erhöhten Ansteckungsrisiko ausgesetzt sind (z.B. Forstarbeit, Jagd, Landaufenthalt), ein vorbeugender Impfschutz empfohlen. Neben Hunden sind in Zentralamerika Fledermäuse häufigste Überträger der Erkrankung. Da Fledermäuse sehr kleine Zähne haben, bleiben Bisse mitunter längere Zeit unbemerkt. Generell ist in ländlichen Regionen Vorsicht vor streunenden Hunden oder Katzen, zahm wirkenden Wildtieren und Fledermäusen geboten.

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