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Rund um die Reisemedizin
Mittleres Zentralamerika
Gesundheitsrisiken durch Insekten
Stand: 1. Dezember 2006Autor: Onmeda-Redaktion  Hoch gelegene Dörfer sind malariafrei ... und außerdem häufig angenehm kühl
In den Ländern Belize, Costa Rica, El Salvador, Honduras, Nicaragua und Panama beginnt im Juni eine regenreiche Periode, die etwa bis Oktober anhält. In dieser Zeit gibt es vermehrt Brutplätze für Insekten, insbesondere Mücken. Aus diesem Grund besteht in den genannten Ländern ein erhöhtes Risiko für Erkrankungen, die durch Mücken übertragen werden (v.a. Malaria und Dengue-Fieber).
- Eine große Rolle spielt in allen zentralamerikanischen Ländern das sog. Dengue-Fieber. Es wird von tag- und nachtaktiven Mücken übertragen und kann zu lebensbedrohlichen Blutungen und Blutgerinnungsstörungen führen. Einen Impfstoff gegen die Erkrankung gibt es zur Zeit noch nicht. Zur Vermeidung einer Dengue-Fieber-Infektion ist es deshalb notwendig, rund um die Uhr für ausreichenden Mückenschutz in Form spezieller Antimückenmittel, Mückennetze und bedeckender Kleidung zu sorgen.
- In allen Ländern Zentralamerikas besteht ganzjährig ein mittleres Risiko für Malaria-Infektionen. Überwiegend verbreitet ist die im Vergleich zu Malaria tropica mit milderem Krankheitsverlauf einhergehende Malaria tertiana. In Höhenlagen und Städten ist das Risiko für Infektionen äußerst gering. In den ländlichen Gegenden tiefer gelegener Landesteile, besonders in Regenwald- und Sumpfgebieten, sollte dagegen für ausreichenden Mückenschutz gesorgt werden.
- In Mexiko tritt das sog. West-Nil-Fieber auf. Es wird durch tag- und nachtaktive Mücken übertragen und bewirkt eine mitunter lebensbedrohliche Entzündung des Gehirns (Enzephalitis). Besonders gefährdet für einen schwerwiegenden Verlauf der Infektion sind Kinder unter fünf Jahren, ältere Menschen und Personen mit geschwächter Immunabwehr. Die Hauptsaison der West-Nil-Fieber-Erkrankungen in Mexiko dauert etwa von Juni bis November. Reisende, die sich zwischen dem 1. Juni und 30. November in Mexiko aufgehalten haben, dürfen deshalb bis vier Wochen nach ihrer Rückkehr in Deutschland kein Blut spenden.
- In Panama treten landesweit, insbesondere in San Blas, Darién und Chepo, Gelbfieber-Infektionen auf. Die Erkrankung wird von Mücken übertragen und geht mit hohem Fieber, Blutungen und Blutgerinnungsstörungen einher.
- Eine häufige Erkrankung ist in allen zentralamerikanischen Ländern die Amerikanische Haut- und Schleimhautleishmaniose. Leishmanien sind Parasiten, die durch die Weibchen von Schmetterlingsmücken, insbesondere Sandmücken ("sand flies"), auf den Menschen übertragen werden. Die Erkrankung führt beim Menschen zu geschwürigen Haut- und Schleimhautveränderungen. Die viszerale Leishmaniose ("Kala-Azar"), die verschiedene Organe wie Lunge, Magen-Darm, Milz, Leber und Knochenmark befällt, tritt regelmäßig in El Salvador, Guatemala, Honduras, Mexiko und Nicaragua auf.
- Die sog. Chagas-Krankheit ist in Zentralamerika in ländlichen Gebieten weit verbreitet. Der Erreger (Trypanosoma cruzi) wird durch Raubwanzen übertragen und führt zu Fieber, Hautveränderungen, Schwellung der Lymphknoten, Herzmuskelentzündung, Vergrößerung der Leber und der Milz und in seltenen Fällen auch zu Hirnhautentzündung. Spezielle Insektenschutzmittel und Insektennetze können vor Stichen der Raubwanzen schützen. Reisenden wird darüber hinaus empfohlen, in den betroffenen Gebieten nicht in einfachen Hütten zu übernachten, da die Insekten hier besonders häufig sind.
- Eine Infektion mit Fadenwürmern, so genannten Filarien, führt zur Ausbildung einer Filariose. Filarien werden durch Mücken, insbesondere Kriebelmücken, und Fliegen auf den Menschen übertragen. Sie sammeln sich bevorzugt im Bindegewebe verschiedener Organe und in den Lymphgefäßen an und verursachen je nach Art des Erregers unterschiedliche Erkrankungen. Bei der Onchozerkose, hervorgerufen durch die Filarienart Onchocerca volvulus, kommt es zu schweren Hautveränderungen und Augenschäden bis hin zur Blindheit (s. Flussblindheit). Die Bancroft-Filariose wird durch den Erreger Wuchereria bancrofti hervorgerufen und geht mit Fieber, Entzündung der Lymphknoten und erheblichen Schwellungen der Gliedmaßen, vor allem der Beine, ("Elephantiasis") einher. Filariosen sind aus Costa Rica, Guatemala und Mexiko bekannt.
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