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Tropisches Südamerika

Spezielle Impfempfehlungen

Stand: 1. Dezember 2006Autor: Onmeda-Redaktion

  • Da Hepatitis A-Infektionen in allen Ländern Südamerikas häufig sind, sollte rechtzeitig vor Reisebeginn eine Immunisierung gegen das Virus erfolgen.
  • Insbesondere bei einem längeren Aufenthalt in Südamerika und intensivem Kontakt zur einheimischen Bevölkerung empfiehlt sich eine Impfung gegen Hepatitis B. Bei der Immunisierung kann ein Kombinationsimpfstoff für Hepatitis A und B verwendet werden. Das Hepatitis-B-Virus wird durch Blut oder Körperflüssigkeiten (z.B. Sperma bei Geschlechtsverkehr) übertragen und ist unter der einheimischen Bevölkerung, insbesondere im Amazonasbecken, weit verbreitet. Bei sexuellem Verkehr sollten deshalb unbedingt Kondome benutzt werden.
  • Typhus ist in Südamerika weit verbreitet, weshalb im Allgemeinen für alle Reisenden eine Schutzimpfung gegen die Erkrankung empfohlen wird. Die Infektion erfolgt im Wesentlichen über Lebensmittel, Trinkwasser, kontaminierte Gegenstände und den direkten Kontakt mit erkrankten Personen. Die Schutzwirkung der Impfung hält etwa zwei Jahre an.
  • Eine medikamentöse Prophylaxe gegen Malaria ist für die meisten Länder dringend anzuraten. Sie sollte allerdings nur nach Absprache mit dem zuständigen Arzt bzw. städtischen Tropeninstitut erfolgen, da bei bestimmten Medikamenten erhebliche Nebenwirkungen auftreten können.
  • Das Tollwut-Virus ist in allen tropischen Ländern Südamerikas verbreitet. Die Übertragung von Tollwut auf den Menschen erfolgt durch den Speichel eines erkrankten Tieres. Aus diesem Grund wird besonders für Personen, die aus beruflichen oder anderen Gründen einem erhöhten Ansteckungsrisiko ausgesetzt sind (z.B. Forstarbeit, Jagd, Landaufenthalt), ein vorbeugender Impfschutz empfohlen. Neben Hunden sind im tropischen Südamerika Fledermäuse die häufigsten Überträger der Erkrankung. Da Fledermäuse sehr kleine Zähne haben, bleiben Bisse mitunter längere Zeit unbemerkt. Generell ist in ländlichen Regionen Vorsicht vor streunenden Hunden oder Katzen, zahm wirkenden Wildtieren und Fledermäusen geboten.
  • In Brasilien, besonders in den Slums der östlichen Großstädte, treten immer wieder Epidemien von bakterieller Hirnhautentzündung (Meningokokken-Meningitis) auf. Die Bakterien werden über die Atemwege übertragen, z.B. beim Husten oder Niesen, und führen zu Kopfschmerzen, Benommenheit, schwerem Krankheitsgefühl, Fieber, Übelkeit, Erbrechen und Gelenkschmerzen. Insbesondere bei Säuglingen, Kleinkindern und alten Menschen zeigt die Krankheit oft dramatische Verläufe, die nicht selten tödlich enden. Eine vorbeugende Impfung bei Reisen in die entsprechenden Gebiete wird empfohlen.

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