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Tropisches Südamerika

Gesundheitsrisiken durch Nahrungsmittel

Stand: 1. Dezember 2006Autor: Onmeda-Redaktion

Geysir
Geysir in Bolivien
Obwohl es viele Krankheiten gibt - Südamerika ist immer eine Reise wert!

Auch nahrungsmittelbedingte Erkrankungen sind in Südamerika sehr verbreitet. Eine gute Nahrungsmittelhygiene ist deshalb besonders wichtig. Generell ist Vorsicht gegenüber Imbissständen an der Straße geboten. Obst und Gemüse sollten vor dem Verzehr mit abgekochtem Wasser gründlich abgewaschen werden. Ist dies nicht möglich, sollte nur zu schälendes Obst oder Gemüse gegessen werden. Darüber hinaus empfiehlt es sich, ausschließlich abgekochtes Wasser zu trinken (Vorsicht bei Eiswürfeln!). Mikrofilter und Entgiftungstabletten zur Reinigung von Wasser sind in Europa im Handel erhältlich. Reisende sollten sich rechtzeitig vor Beginn der Reise über die verschiedenen Möglichkeiten und Wirkungsweisen solcher Mittel informieren. Mit einfachen Hygienemaßnahmen lassen sich lästige Darminfektionen oft vermeiden.

  • Besonders häufig sind bakteriell ausgelöste Durchfallerkrankungen (Diarrhoen), z.B. durch Infektionen mit Campylobacter, E. coli, Salmonellen (s. Typhus), Shigellen (s. Ruhr) oder Brucella (Brucellosen). In allen tropischen Ländern Südamerikas sind Cholera-Infektionen unter der einheimischen Bevölkerung verbreitet. Die Erkrankung wird durch Bakterien, sog. Choleravibrionen, ausgelöst, die über Lebensmittel und vor allem kontaminiertes Trinkwasser aufgenommen werden. Reisenden nach Venezuela wird empfohlen, auf den Verzehr von Meeresfrüchten (v.a. Austern, Muscheln) und rohem Fleisch (z.B. dem beliebten Rohfischgericht Ceviche) zu verzichten. Auch vor dem Kauf von Fisch aus Dosen wird gewarnt.
  • Daneben spielen Parasiten eine zentrale Rolle bei der Auslösung von lebensmittelbedingten Erkrankungen. Dazu zählen vor allem Fadenwürmer, z.B. Spulwurm, Peitschenwurm und Hakenwurm, und Bandwürmer wie der Rinderfinnen- und der Schweinefinnenbandwurm, die durch den Verzehr von rohem oder nicht ausreichend erhitztem Rind- bzw. Schweinefleisch (z.B. in Form von Tatar) übertragen werden (Taeniose). Weit verbreitet sind in den tropischen und subtropischen Gebieten Südamerikas Infektionen mit Amöben, die zu Bauchschmerzen, Durchfällen und Leberabszessen führen können ("Amöbenruhr"). Ein anderer typischer Erreger von infektiösen Darmerkrankungen ist Giardia lamblia, ein Dünndarmparasit, der Darmentzündungen und Durchfall verursacht (Giardiasis). In Ecuador, Peru und Venezuela sind über den Verzehr von rohen oder ungenügend erhitzten Krabben und Krebsen Infektionen mit dem Lungenegel möglich. Lungenbeschwerden, aber auch Bauchschmerzen, Leber- und Bauchspeicheldrüsenbeschwerden oder Hautveränderungen sind die Folge. Infektionen mit dem Großen Leberegel (Fasciola hepatica) entstehen durch den Verzehr roher Pflanzenteile. Vor allem aus Peru ist ein endemisches Vorkommen des Parasiten bekannt.
  • Für Reisende in die tropischen Gebiete Südamerikas besteht generell ein erhöhtes Risiko für Infektionen mit Hepatitis A. Das Virus wird vor allem durch Lebensmittel und Trinkwasser, seltener durch direkten Körperkontakt zu Erkrankten übertragen.

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