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Rund um die Reisemedizin
Gemäßigtes Südamerika
Spezielle Impfempfehlungen
Stand: 1. Dezember 2006Autor: Onmeda-Redaktion
- Bei Reisen nach Argentinien, Chile und Uruguay besteht ein erhöhtes Risiko für Infektionen mit Hepatitis A, weshalb eine vorbeugende Impfung gegen das Virus empfohlen wird. Es wird vor allem durch Lebensmittel und Trinkwasser, seltener durch direkten Körperkontakt zu Erkrankten übertragen.
- Für einen Aufenthalt von mehr als drei Monaten wird grundsätzlich in allen Ländern der gemäßigten Breiten Südamerikas eine Impfung gegen Hepatitis B empfohlen. Bei der Immunisierung kann ein Kombinationsimpfstoff für Hepatitis A und B verwendet werden. Das Hepatitis-B-Virus wird durch Blut oder Körperflüssigkeiten (z.B. Sperma bei Geschlechtsverkehr) übertragen. Bei sexuellem Verkehr sollten deshalb Kondome benutzt werden.
- Eine Schutzimpfung gegen Typhus wird für alle Länder empfohlen. Die Infektion erfolgt im Wesentlichen über Lebensmittel, Trinkwasser, kontaminierte Gegenstände und direkten Kontakt zu erkrankten Personen. Die Schutzwirkung der Impfung hält etwa zwei Jahre an.
- Eine medikamentöse Prophylaxe gegen Malaria sollte bei Reisen in die betroffenen Gebiete Argentiniens nur auf ausdrückliche Empfehlung des zuständigen Arztes oder städtischen Tropeninstituts erfolgen. Für Reisende in die anderen Länder der gemäßigten Breiten Südamerikas besteht kein Prophylaxebedarf.
- Das Tollwut-Virus ist in Argentinien, Chile und auf den Falklandinseln verbreitet. Vorbeugende Impfungen gegen die Erkrankung werden im Allgemeinen bei normalen Reisenden nicht durchgeführt. Da die Übertragung von Tollwut auf den Menschen durch den Speichel eines erkrankten Tieres erfolgt, sollten sich Personen, die aus beruflichen oder anderen Gründen für eine Ansteckung besonders gefährdet sind (z.B. Forstarbeit, Jagd, Landaufenthalt), bei Reisen in die entsprechenden Länder über Impfmöglichkeiten informieren. Generell ist in ländlichen Regionen Vorsicht vor streunenden Hunden oder Katzen bzw. zahm wirkenden Wildtieren geboten.
- In Chile, vor allem in den Slums der Großstädte, treten immer wieder Epidemien von bakterieller Hirnhautentzündung (Meningokokken-Meningitis) auf. Die Bakterien werden über die Atemwege, z.B. beim Husten oder Niesen, übertragen und führen zu Kopfschmerzen, Benommenheit, schwerem Krankheitsgefühl, Fieber, Übelkeit, Erbrechen und Gelenkschmerzen. Insbesondere bei Säuglingen, Kleinkindern und alten Menschen zeigt die Krankheit oft dramatische Verläufe, die nicht selten tödlich enden. Eine vorbeugende Impfung bei Reisen in die entsprechenden Gebiete wird empfohlen.
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