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Südeuropa

Impfungen

Stand: 1. Dezember 2006Autor: Onmeda-Redaktion

Pflichtimpfungen und allgemeine Vorschriften

Bei Direkteinreise in die Länder Südeuropas bestehen keine Pflichtimpfungen. Da sich die medizinischen Einreisebestimmungen der einzelnen Länder immer wieder ändern können, sollten sich Reisende generell bei der jeweiligen Botschaft oder Landesvertretung nach den jeweils aktuellen Regelungen erkundigen.

Bei der Einreise aus entsprechenden Infektionsgebieten besteht für Reisende nach Albanien, Griechenland, Malta und Portugal (bei Reisen auf die Azoren bzw. nach Madeira) Immunisierungspflicht gegen Gelbfieber (Länderliste s. Gelbfieber).

Allgemeine Impfempfehlungen

  • Die klassischen Impfungen gegen Tetanus und Diphtherie sollten - bei vorhandener Grundimmunisierung und unabhängig von jeglichen Reiseplänen - mindestens alle zehn Jahre aufgefrischt werden.
  • Allen Reisenden nach Südeuropa wird eine Impfung gegen Kinderlähmung (Poliomyelitis) empfohlen. Bis vor wenigen Jahren noch kam die Erkrankung in den meisten südeuropäischen Ländern endemisch, also regelmäßig und örtlich auf bestimmte Gebiete begrenzt, vor. Es handelt sich um eine akute Viruserkrankung, die zu bleibenden Lähmungen der Muskulatur oder gar zum Tod führen kann. Nach Angaben des Komitees zur globalen Ausrottung der Poliomyelitis der WHO (Global Polio Eradication Initiative) stieg die Anzahl der Erkrankungen in den letzten beiden Jahren massiv an. Allein im Jahr 2005 wurden weltweit 1.938 neue Poliofälle registriert. Im Jahr 2006 sind es bis jetzt 1.820 Fälle, die meisten davon in Nigeria und Indien (Stand: 20. Dezember 2006). Solange ein gewisses Risiko für eine Infektion besteht, sollten Reisende grundsätzlich die Schutzimpfung durchführen. Bei vorhandener Grundimmunisierung von drei dokumentierten Schluckimpfungen empfiehlt sich eine Auffrischung des Impfschutzes im Zehnjahresrhythmus. Im Zweifelsfall sollte hierzu der behandelnde Arzt befragt werden.

Spezielle Impfempfehlungen

  • Für Reisende in die Mittelmeergebiete und nach Südosteuropa besteht ein erhöhtes Risiko für Infektionen mit Hepatitis A. Das Virus wird vor allem durch Lebensmittel und Trinkwasser, seltener durch direkten Körperkontakt zu Erkrankten übertragen. Eine spezielle Impfempfehlung existiert derzeit für Reisende nach Albanien, Bulgarien, Bosnien und Herzegowina, Griechenland, Süditalien, Kroatien, Portugal, Serbien und Montenegro, Rumänien und Ungarn.
  • Hepatitis B tritt endemisch in Südosteuropa, insbesondere in Albanien, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, Griechenland, Süditalien, Kroatien, Mazedonien, Portugal, Rumänien, Serbien und Montenegro bzw. Slowenien auf. Vor allem bei einem Aufenthalt in diesen Ländern von mehr als drei Monaten empfiehlt sich deshalb eine Impfung gegen das Virus, das durch Blut oder Körperflüssigkeiten (z.B. Sperma bei Geschlechtsverkehr) übertragen wird. Bei der Immunisierung kann ein Kombinationsimpfstoff für Hepatitis A und B verwendet werden. Für sexuellen Verkehr wird das Benutzen von Kondomen angeraten.
  • Eine Impfung gegen Typhus wird Reisenden nach Albanien, Bulgarien, Bosnien-Herzegowina, Kroatien, Mazedonien, San Marino, Serbien, Montenegro und Rumänien empfohlen. Die Schutzwirkung hält etwa zwei Jahre an.
  • Bei Landaufenthalten in den entsprechenden Risikogebieten wird vor allem während der warmen Jahreszeit eine Impfung gegen die durch Zeckenbisse verursachte Früh-Sommer-Meningo-Enzephalitis (FSME) empfohlen.
  • Das Tollwut-Virus ist in Bosnien-Herzegowina, Bulgarien, Frankreich, Kroatien, Mazedonien, Monaco, Österreich, Rumänien, Serbien, Montenegro, Slowenien und Ungarn bei Wildtieren, insbesondere Füchsen, und wild lebenden Haustieren verbreitet. Eine Übertragung auf den Menschen erfolgt durch den Speichel eines erkrankten Tieres (z.B. durch Biss). In ländlichen Regionen ist deshalb vor streunenden Hunden oder Katzen bzw. zahm wirkenden Wildtieren besondere Vorsicht geboten. Vorbeugende Impfungen gegen Tollwut werden im Allgemeinen bei normalen Reisenden nicht durchgeführt. Personen, die aus beruflichen oder anderen Gründen für eine Ansteckung besonders gefährdet sind (z.B. Forstarbeit, Jagd, Landaufenthalt), sollten sich bei Reisen nach Südeuropa über Impfmöglichkeiten informieren.

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