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Südeuropa

Gesundheitsrisiken für den Reisenden

Stand: 1. Dezember 2006Autor: Onmeda-Redaktion

Insbesondere Reisende, die sich aus beruflichen Gründen häufig oder sehr lange in einem südeuropäischen Reiseland aufhalten, selbstständig reisen (z.B. Rucksacktouristen) oder von vornherein gesundheitliche Probleme haben, sollten über drohende Infektionskrankheiten informiert sein und die allgemeinen und speziellen Impfempfehlungen beachten.

Gesundheitsrisiken durch Nahrungsmittel

Ein Strauch Tomaten
Frisches Gemüse vor dem Verzehr am besten gründlich abwaschen!

Vor allem in den südlichen, im Sommer teilweise sehr heißen Ländern Südeuropas sind lebensmittelbedingte Durchfallerkrankungen (=Diarrhoen) keine Seltenheit. Eine gute Nahrungsmittelhygiene ist hier besonders wichtig. Gemüse sollte vor dem Verzehr mit abgekochtem Wasser gründlich abgewaschen werden. Ist dies nicht möglich, sollte nur zu schälendes Gemüse gegessen werden. Darüber hinaus empfiehlt es sich, ausschließlich abgekochtes Wasser zu trinken (Vorsicht bei Eiswürfeln!). Mikrofilter und Entgiftungstabletten zur Reinigung von Wasser sind in Europa im Handel erhältlich. Reisende sollten sich rechtzeitig vor Beginn der Reise über die verschiedenen Möglichkeiten und Wirkungsweisen solcher Mittel informieren. Mit einfachen Hygienemaßnahmen lassen sich lästige Darminfektionen oft vermeiden.

  • Bakteriell ausgelöste Durchfallerkrankungen (=Diarrhoen), z.B. durch Infektionen mit Campylobacter, E. coli, Salmonellen (s. Typhus), Shigellen (s. Ruhr) treten vor allem im westlichen und östlichen Süden und verstärkt in den Sommer- und Herbstmonaten auf. Daneben spielen besonders Parasiten eine zentrale Rolle bei der Auslösung von lebensmittelbedingten Erkrankungen. Dazu zählen Bandwürmer, insbesondere der Rinderfinnen- und der Schweinefinnenbandwurm (Taeniose), und Fadenwürmer (Trichinellose), die durch den Verzehr von rohem oder nicht ausreichend erhitztem Rind- bzw. Schweinefleisch (z.B. Hackfleisch-Spieße, Würste) übertragen werden. Aus Kroatien und Serbien-Montenegro werden regelmäßig Fälle von Trichinellose-Erkrankungen berichtet. In Österreich, der Schweiz, Teilen Frankreichs und den Mittelmeerländern ist der so genannte Fuchsbandwurm (Echinococcus multilocularis) verbreitet. Eine Infektion mit dem Erreger erfolgt über die Aufnahme von Echinococcuseiern, die sich auf Nahrungsmitteln (z.B. Waldbeeren) befinden. Vor allem im Südosten Südeuropas können durch den Verzehr von rohen Pflanzenteilen (z.B. Wasserkresse) Infektionen mit dem großen Leberegel (Fasciola hepatica) auftreten.
  • In verschiedenen Gebieten Rumäniens, besonders im Donaudelta, werden jedes Jahr während der Sommermonate Fälle von Cholera-Erkrankungen beobachtet. Cholera wird durch Bakterien, so genannte Choleravibrionen, ausgelöst, die über Lebensmittel und vor allem kontaminiertes Trinkwasser aufgenommen werden. Eine Schutzimpfung wird für Touristen im Allgemeinen nicht empfohlen. Eine gute Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene ist besonders wichtig.
  • In den Mittelmeerländern können so genannte Brucellosen auftreten. Dabei handelt es sich um Infektionen mit dem Bakterium Brucella, die durch direkten Kontakt mit erkrankten Tieren (Rindern, Schweinen, Ziegen) oder indirekt über kontaminierte Lebensmittel, vor allem nichtpasteurisierte Milch und Milchprodukte auftreten. Beim Menschen geht die Erkrankung mit heftigen Fieberschüben und einem Befall von Leber, Milz, Knochenmark und Lymphbahnen einher.
  • In Montenegro und Serbien treten landesweit ganzjährig Erkrankungen mit Tularämie auf. Die Erkrankung wird durch direkten Kontakt mit erkrankten Tieren oder indirekt über Nahrungsmittel und Trinkwasser auf den Menschen übertragen. Reisenden nach Serbien-Montenegro wird empfohlen, sich von Tierstallungen fernzuhalten.
  • In Albanien, Bulgarien, Bosnien und Herzegowina, Kroatien, Mazedonien, Montenegro, San Marino, Serbien und Rumänien werden regelmäßig Typhus-Erkrankungen beobachtet. Die Übertragung erfolgt im Wesentlichen über Lebensmittel, Trinkwasser, kontaminierte Gegenstände oder direkten Kontakt zu erkrankten Personen. Durch Zecken oder Mäuse übertragener Typhus kommt sporadisch vor allem in der mediterranen Küstenregion vor.

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