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Südeuropa

Gesundheitsrisiken durch Insekten

Stand: 1. Dezember 2006Autor: Onmeda-Redaktion

  • Bei den durch Insekten oder Spinnentieren übertragenen Krankheiten spielt in Südeuropa die sog. Leishmaniose eine große Rolle. Leishmanien sind Parasiten, die durch die Weibchen von Schmetterlingsmücken, insbesondere Sandmücken ("sand flies"), auf den Menschen übertragen werden. Die kutane Leishmaniose (Leishmaniose der Haut), die zu geschwürigen Hautveränderungen führt, tritt in Albanien (v.a. Küstenregionen), Frankreich (Mittelmeerküste, Korsika), Griechenland (vereinzelt auf dem Festland, Ionische Inseln, Kreta), Italien (Süden, Mittelmeerinseln), Kroatien (Küstenregionen im Süden, Inseln), Malta, Monaco, Montenegro, Portugal, Serbien und Spanien (Mittelmeerküste, Balearen: Mallorca, Menorca, Ibiza, Formentera, Cabrera) auf. Viszerale Leishmaniose (Leishmaniose der Eingeweide), auch "Kala-Azar" genannt, befällt verschiedene Organe wie Lunge, Magen-Darm, Milz, Leber und Knochenmark. Sie ist aus Albanien (v.a. Küstenregionen), Frankreich (Mittelmeerküste, Korsika), Griechenland (Süden, Inseln einschließlich Kreta), Italien (Süden, Mittelmeerinseln), Kroatien (Küstenregionen im Süden, Inseln), Malta, Monaco, Montenegro, Portugal, Serbien und Spanien (Mittelmeerküste, Balearen) bekannt. Hauptflugzeit der Schmetterlingsmücken ist in den Monaten Juni und August. Auch wenn das Infektionsrisiko für Touristen meist nur gering ist, sollten Vorsichtsmaßnahmen gegen Mückenstiche getroffen werden.
  • In allen Ländern Südeuropas sind insbesondere während der warmen Jahreszeit in Wald- und Wiesenregionen Zecken verbreitet, die Lyme-Borreliose übertragen können. Dabei handelt es sich um eine in Stadien verlaufende Erkrankung, die zunächst mit Hautrötung (Erythem) und Allgemeinsymptomen wie Fieber, Muskel- und Kopfschmerzen einhergeht und im weiteren Verlauf zu Hirnhautentzündung, Nervenschädigungen, Herzentzündung, Hautveränderungen und chronischen Gelenkschmerzen führen kann. Die Zeckensaison beginnt im Frühjahr und endet meist Anfang November.
  • Daneben ist auch eine Übertragung der sog. Früh-Sommer-Meningo-Enzephalitis (FSME) durch Zeckenbisse möglich. Sie kommt in Albanien, Bosnien-Herzegowina (v.a. Norden), Bulgarien (v.a. in Flussniederungen), Frankreich (Elsaß, Lothringen), Griechenland (westlich von Thessaloniki), Italien (Norden, Provinz Belluno), Kroatien (Nordosten), Liechtenstein, Österreich (Donaugebiete, Wachau, Gebiet um St. Poelten, Wien, Burgenland, Kärnten, Steiermark, entlang der ungarischen und slowenischen Grenze), Rumänien, Serbien, Montenegro, Slowenien und Ungarn (Westen) vor. Auch in der Schweiz treten v.a. im Norden in Gebieten unterhalb von 1000m Höhe regelmäßig Erkrankungen auf. Besonders betroffen sind die Kantone Bern, Zürich, Schaffhausen und Aargau, wobei etwa 50 Prozent der Fälle aus dem Kanton Zürich stammen. Die Erkrankung verursacht schwere Hirnhautentzündung, Fieber, allgemeine Krankheitszeichen und Krämpfe. In Österreich konnte die Erkrankungsrate durch eine konsequente Durchimpfung der einheimischen Bevölkerung in den letzten Jahren erheblich gesenkt werden. In Albanien, Montenegro, Rumänien und Serbien ist darüber hinaus eine Variante der FSME-Erkrankung zu beobachten, die durch Lebensmittel (insbesondere Ziegen-, Schaf- und Kuhmilch) übertragen wird.
  • In den südwestlichen Regionen des Kosovo tritt ganzjährig das sog. Krim-Kongo-Fieber auf. Die Erkrankung wird von Nutztieren (Schafe, Ziegen, Rinder) über Zecken auf den Menschen übertragen und kann zu Fieber mit lebensbedrohlichen inneren Blutungen (hämorrhagisches Fieber) führen. Zeckenschutz ist daher unbedingt empfohlen.
  • Aus Rumänien werden immer wieder einzelne Fälle von West-Nil-Fieber gemeldet. Es wird durch tag- und nachtaktive Mücken übertragen und bewirkt eine mitunter lebensbedrohliche Entzündung des Gehirns (Enzephalitis). Besonders gefährdet für einen schwerwiegenden Verlauf der Infektion sind Kinder unter fünf Jahren, ältere Menschen und Personen mit geschwächter Immunabwehr.

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