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Nord- und Mitteleuropa

Sonstige Gesundheitsrisiken

Stand: 1. Dezember 2006Autor: Onmeda-Redaktion

  • In den Wintermonaten treten saisonal bedingt in Nord- und Osteuropa gehäuft Grippeerkrankungen (Influenza) auf. Insbesondere für ältere Menschen, Kinder und Personen mit geschwächtem Immunsystem ist eine Grippe-Schutzimpfung mindestens zwei Wochen vor Reisebeginn unbedingt zu empfehlen.
  • In Deutschland war im Jahr 2005 ein bedeutender Anstieg von Erkrankungen mit Hantavirus zu beobachten. Bis Mitte Dezember wurden 420 Fälle gemeldet, das sind etwa doppelt so viele wie im vergleichbaren Zeitraum des Vorjahres. Das Virus verursacht grippeähnliche Symptome, die mit schweren Blutungen und Blutgerinnungsstörungen einhergehen können. Übertragen wird der Erreger durch die Ausscheidung von wildlebenden Nagetieren wie Mäusen und Ratten. Der Mensch infiziert sich über die Atemluft (Aerosole) oder verunreinigte Lebensmittel. Vor allem Angehörige landwirtschaftlicher Berufe und Campingreisende sind gefährdet. Besonders betroffen waren die Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Hessen, Niedersachsen, Baden-Württemberg und Bayern. Der Anstieg der Erkrankungszahlen wird mit der gewachsenen Population an Wildmäusen in Verbindung gebracht.
  • Aktuelles: Seit einiger Zeit werden in Europa, insbesondere in Belarus (v.a. Minsk und Umgebung, Grodno Region), Deutschland, Großbritannien, Polen (v.a. Südosten des Landes) sowie der Ukraine (Kiew und Umgebung, Khmelnizkiy-Oblast) vermehrt Erkrankungen mit Masern beobachtet. In Deutschland wurden die meisten Fälle in Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Hessen und Bayern registriert. Der Anstieg der Krankheitszahlen wird mit erheblichen Impflücken bei Kindern und Jugendlichen zwischen fünf und 19 Jahren in Verbindung gebracht. Die Masern gelten zwar gemeinhin als Kinderkrankheit, können aber auch Erwachsene befallen. Sie werden durch Viren verursacht und führen zu Hautausschlag, Fieber, Husten und Bindehautentzündung am Auge. Auch ernst zu nehmende Komplikationen wie Lungen- und Mittelohrentzündung, Entzündungen des Kehlkopfes, der Luftröhre und der Lunge sowie Entzündungen des Gehirns und der Hirnhäute sind im weiteren Verlauf möglich. Vor allem Reisenden aus Ländern Amerikas, die als weitgehend masernfrei gelten, wird bei einer Reise nach Europa die Impfung gegen Masern dringend empfohlen. (Stand: Dezember 2006)
  • In verschiedenen Ländern Asiens grassiert auf Geflügelfarmen regelmäßig die Vogelgrippe, auch Geflügelpest genannt. Die Erkrankung führt innerhalb kürzester Zeit zum Tod der erkrankten Tiere. Da der Erreger, das Virus H5N1, auch bei Zugvögeln auftritt, besteht die Gefahr einer weltweiten Ausbreitung. Nachgewiesen wurde das Virus bei Vögeln in u.a. Dänemark, Deutschland, Großbritannien, Polen, Russland, Schweden, Slowakei, Tschechien und der Ukraine. Die Erreger sind auf den Menschen übertragbar und lösen schwere grippeähnliche Krankheitszustände aus, die oft tödlich enden. Seit den ersten Fällen im Jahr 2003 erkrankten mindestens 261 Personen, von denen 157 an den Folgen starben (in Aserbeidschan 8 Erkrankungen mit 5 Todesfällen, Ägypten 18 Erkrankungen mit 10 Todesfällen, China 21 Erkrankungen mit 14 Todesfällen, Dschibuti 1 Erkrankungsfall, Indonesien 74 Erkrankungen mit 57 Todesfällen, Irak 3 Erkrankungen mit 2 Todesfällen, Kambodscha 6 Todesfälle, Thailand 25 Erkrankungen mit 17 Todesfällen, Türkei 12 Erkrankungen mit 4 Todesfällen sowie Vietnam 93 Erkrankungen mit 42 Todesfällen). Aus Indonesien bestätigte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Übertragung des Erregers von Mensch zu Mensch. Einen vorbeugenden Impfschutz gegen die Erkrankung gibt es bislang nicht. Zur Vorbeugung einer Infektion wird Reisenden empfohlen, direkten Kontakt zu Hühnern und Schweinen zu meiden und Fleisch bzw. Eier vor dem Genuss auf mindestens 70°C zu erhitzen. (Stand: 27. Dezember 2006)
  • Vor allem im Osten Europas hat in den letzten Jahren eine starke Verbreitung von HIV-Infektionen stattgefunden. So sind z.B. in der Ukraine schätzungsweise 0,5-1 Prozent der Bevölkerung HIV-infiziert. Die Ukraine hat damit neben Russland die höchste Zuwachsrate an HIV-Erkrankungen in Osteuropa. Bei sexuellem Kontakt mit der einheimischen Bevölkerung wird das Benutzen von Kondomen dringend empfohlen. Vor einer medizinischen Versorgung mit Blutkonserven wird in Hinblick auf mögliche HIV-Infektionen gewarnt, sie sollte nur in unmittelbar lebensbedrohlichen Fällen in Anspruch genommen werden. Auch Spritzen und Kanülen, die in den Krankenhäusern benutzt werden, können verunreinigt sein. In Deutschland waren im Jahr 2004 nach Angaben des Robert Koch-Instituts ca. 44.000 Menschen mit HIV infiziert. Die Zahl der Neuinfektionen liegt derzeit konstant bei etwa 2.000 Fällen pro Jahr. Im Jahr 2003 starben etwa 700 Personen an AIDS.

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