Sie befinden sich hier:

Startseite > Ratgeber > Gesund auf Reisen > Nord- und Mitteleuropa > Gesundheitsrisiken für den Reisenden

Tests & Checks

Rund um die Reisemedizin

Forum

Reisemedizin

Porträt Dr. med. Tomas Jelinek Forenexperte: Dr. Tomas Jelinek Forum Reisemedizin
Foren-Login

Sie sind noch nicht registriert? Kostenlos registrieren

Nord- und Mitteleuropa

Gesundheitsrisiken für den Reisenden

Stand: 1. Dezember 2006Autor: Onmeda-Redaktion

Russischer Markt
Obst und Gemüse aus Russlands herrlichen Markthallen sollten vor dem Verzehr unbedingt gewaschen werden.

In den meisten Ländern Nord- und Mitteleuropas besteht für Reisende eine verhältnismäßig geringe Gefahr, sich besondere Infektionskrankheiten zuzuziehen. Im Allgemeinen sind deshalb nur wenige Vorsichtsmaßnahmen nötig.

Dennoch sollten vor allem Reisende, die sich aus beruflichen Gründen häufig oder sehr lange in einem nord- bzw. mitteleuropäischen Reiseland aufhalten, selbstständig reisen (z.B. Rucksacktouristen) oder von vornherein gesundheitliche Probleme haben, über folgende Infektionskrankheiten informiert sein und die allgemeinen und speziellen Impfempfehlungen beachten.

Gesundheitsrisiken durch Nahrungsmittel

In einigen Ländern Nord- und Mitteleuropas wie Belarus, Moldawien, der Russischen Förderation und der Ukraine sind nahrungsmittelbedingte Infektionserkrankungen auf Grund mangelhafter Hygiene keine Seltenheit. Generell ist in diesen Ländern Vorsicht gegenüber Imbissständen an der Straße geboten. Obst und Gemüse sollten vor dem Verzehr mit abgekochtem Wasser gründlich abgewaschen werden. Ist dies nicht möglich, sollte nur zu schälendes Obst oder Gemüse gegessen werden. Generell gilt die Devise: "Peel it, boil it or forget it"! Darüber hinaus empfiehlt es sich, ausschließlich abgekochtes Wasser zu trinken (Vorsicht bei Eiswürfeln!). Mikrofilter und Entgiftungstabletten zur Reinigung von Wasser sind in Europa im Handel erhältlich. Reisende sollten sich rechtzeitig vor Beginn der Reise über die verschiedenen Möglichkeiten und Wirkungsweisen solcher Mittel informieren. Mit einfachen Hygienemaßnahmen lassen sich lästige Darminfektionen oft vermeiden.

  • Bakteriell ausgelöste Durchfallerkrankungen (=Diarrhoen), z.B. durch Infektionen mit Campylobacter, E. coli, Salmonellen (s. Typhus) oder Shigellen (s. Ruhr) treten vor allem in Osteuropa auf. Daneben spielen vor allem Parasiten eine zentrale Rolle bei der Auslösung von lebensmittelbedingten Erkrankungen. Dazu zählen Bandwürmer, insbesondere der Rinderfinnen- und der Schweinefinnenbandwurm (Taeniose), und Fadenwürmer (Trichinellose), die durch den Verzehr von rohem oder nicht ausreichend erhitztem Rind- bzw. Schweinefleisch (z.B. in Form von Tatar) übertragen werden. In Sibirien (Russland) treten ganzjährig Trichinelloseerkrankungen auf. Als Ursache wird der Verzehr von unzureichend gegartem Wildfleisch vermutet. Vor allem in Süddeutschland und in der Tschechischen Republik ist der so genannte Fuchsbandwurm (Echinococcus multilocularis) verbreitet. Eine Infektion erfolgt über die Aufnahme von Echinococcuseiern, die sich auf Nahrungsmitteln (z.B. Waldbeeren) befinden. Im Norden Russlands und in Skandinavien sind Infektionen mit dem Fischbandwurm (Diphyllobothriose) zu beobachten, die durch den Genuss von rohen oder nicht genügend erhitzten Süßwasserfischen ausgelöst werden. Darüber hinaus sind in Nord- und Mitteleuropa durch den Verzehr von rohen Pflanzenteilen (z.B. Wasserkresse) Infektionen mit dem so genannten Großen Leberegel (Fasciola hepatica) möglich.
  • Im Süden der Ukraine sind seit einigen Jahren während der Sommermonate regelmäßig Fälle von Cholera zu beobachten. Cholera wird durch Bakterien, so genannte Choleravibrionen, ausgelöst, die über Lebensmittel und vor allem kontaminiertes Trinkwasser aufgenommen werden. Eine Schutzimpfung wird für Touristen im Allgemeinen nicht empfohlen. Eine gute Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene ist allerdings wichtig.
  • In Belarus, Moldawien, der Russischen Föderation und der Ukraine treten immer wieder Typhus-Erkrankungen auf. Die Übertragung erfolgt im Wesentlichen über Lebensmittel, Trinkwasser, kontaminierte Gegenstände und direkten Kontakt zu erkrankten Personen. In Ost- und Zentralsibirien gibt es durch Zecken übertragenen Typhus, der jedoch in der Regel örtlich begrenzt bleibt.
  • Infektionen mit Hepatitis A nehmen in osteuropäischen Ländern an Häufigkeit zu. Das Virus wird vor allem durch Lebensmittel und Trinkwasser, seltener durch direkten Körperkontakt zu Erkrankten übertragen.
  • In Belarus (südöstliche Landesteile) und der Ukraine besteht auf Grund des Reaktorunfalls in Tschernobyl am 26. April 1986 nach wie vor eine hohe radioaktive Belastung von z.B. Waldpilzen und -beeren. Es sollte daher auf deren Verzehr verzichtet werden. Der Aufenthalt in den entsprechenden Waldgebieten gilt allerdings als gesundheitlich unbedenklich.

Lesen Sie in diesem Beitrag zum Thema

Nord- und Mitteleuropa

Das könnte Sie auch interessieren

Gesund auf Reisen

Gesund auf Reisen

Erfahren Sie im Ratgeber mehr über Reiseländer und Reisemedizin. mehr ...

Weitere Themen:

Am häufigsten gelesen

Bilderpaarsuche

Bilderpaarsuche

Bilderpaarsuche ist ein Merkspiel, das Sie sicher noch aus Kindertagen kennen. Halten Sie Ihr Gedächtnis in Schwung und spielen Sie hier Bilderpaarsuche online! mehr ...

Weitere Themen:

PartnerangeboteAnzeige

Disclaimer:

© 2012 gofeminin.de GmbH – Das Informationsangebot rund um die persönliche Gesundheit auf www.onmeda.de dient ausschließlich Ihrer Information und ersetzt in keinem Fall eine persönliche Beratung, Untersuchung oder Diagnose durch einen approbierten Arzt. Die auf Onmeda zur Verfügung gestellten Inhalte können und dürfen nicht zur Erstellung eigenständiger Diagnosen und/oder einer Eigenmedikation verwendet werden. Bitte beachten Sie auch den Haftungsausschluss sowie unsere Hinweise zu den Bildrechten.