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Forenexperte: Dr. Tomas Jelinek
Forum Reisemedizin
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Stand: 1. Dezember 2006Autor: Onmeda-Redaktion
In feuchten Wald- und Wiesengebieten Nord- und Mitteleuropas (Ausnahmen: Großbritannien, Irland, Island, Luxemburg und Niederlande) sind vor allem während der warmen Jahreszeit Zecken weit verbreitet. Sie können Lyme-Borreliose übertragen. Dabei handelt es sich um eine in Stadien verlaufende Erkrankung, die zunächst mit Hautrötung (Erythem) und Allgemeinsymptomen wie Fieber, Muskel- und Kopfschmerzen einhergeht und im weiteren Verlauf zu Hirnhautentzündung, Nervenschädigungen, Herzentzündung, Hautveränderungen und chronischen Gelenkschmerzen führen kann. Die Zeckensaison beginnt generell im Frühjahr und endet meist Anfang November. Aktuelles: Seit einigen Jahren wird in Deutschland ein Anstieg der Borreliose-Erkrankungen verzeichnet, die meisten treten im Bundesland Brandenburg auf. Das Robert Koch-Institut schätzt die Erkrankungsrate pro Jahr auf mehr als 60.000. (Stand: Dezember 2006)
Ebenfalls durch Zeckenbisse übertragen wird Früh-Sommer-Meningo-Enzephalitis (FSME), die zu lebensgefährlicher Hirnhautentzündung, Fieber und Krämpfen führen kann. Lettland gilt als das Land mit dem weltweit höchsten Übertragungsrisiko (v.a. ländliche Gebiete um Riga). Darüber hinaus tritt die Erkrankung in Belarus (landesweit mit Ausnahme der nördlichen Regionen), Estland (v.a. Westen, Osten, Südosten und Insel Saaremaa), Finnland (Küstennähe und vorgelagerte Inseln), Litauen (v.a. zentrale Landesteile), Norwegen (küstennahe Gebiete im Südwesten), Polen (v.a. Nordosten, Osten, Süden), Republik Moldawien (landesweit), in der Russischen Förderation (alle Waldzonen von Kaliningrad im Westen bis Wladivostok im Osten), in Schweden (Umgebung von Stockholm, Ostküste von Stockholm nach Süden bis Kalmar und Öland, Mälar-See, Gotland), in der Slowakischen Republik (Westkarpaten und Donaubecken), in der Tschechischen Republik (Südböhmen, Prag und Umgebung, Süden und Norden Mährens) und in der Ukraine (landesweit) auf. Dänemark gilt als FSME-frei, hier sind lediglich vereinzelte Fälle auf der Bornholm-Insel zu beobachten. In Deutschland wurden in den vergangenen Jahren etwa 150-250 FSME-Fälle pro Jahr gemeldet. Als Risikogebiete gelten Bayern, Baden-Württemberg, Thüringen (Saale-Orla-Kreis) und Hessen (Darmstadt-Dieburg). Einzelne Herde gibt es in Rheinland-Pfalz, im Odenwald in Hessen, im Saargebiet, in Brandenburg, Sachsen und im Saale-Holzland in Thüringen. In Lettland, Polen und der Slowakei ist darüber hinaus eine Variante der FSME-Erkrankung zu beobachten, die durch Lebensmittel (insbesondere Ziegen-, Schaf- und Kuhmilch) übertragen wird.
In den kälteren Gebieten der Russischen Förderation sind regelmäßig Fälle von Fleckfieber zu beobachten. Die Erkrankung wird durch eine Infektion mit Bakterien, sog. Rickettsien, verursacht, die durch Kleiderläuse oder Rattenflöhe auf den Menschen übertragen werden.
Durch Mücken übertragen wird die sog. Japanische Enzephalitis, eine entzündliche Erkrankung des Gehirns. Eine Infektion führt zwar nur selten zur Erkrankung, diese ist jedoch mit hoher Sterblichkeit verbunden. Erkrankungen mit Japanischer Enzephalitis treten ganzjährig mit einer saisonalen Häufung in den Monaten Juli bis September in Südost-Sibirien (Russland) auf. Eine Schutzimpfung gegen die Erkrankung wird bei Aufenthalten in Risikogebieten empfohlen. Um eine Infektion zu vermeiden, sollte darüber hinaus für ausreichenden Mückenschutz gesorgt werden.
Reisende in den Norden Nordeuropas, insbesondere nach Lappland, sollten im Frühjahr und Sommer unbedingt für ausreichenden Mückenschutz in Form spezieller Mückenschutzmittel, Moskitonetze und bedeckender Kleidung sorgen, da dort in dieser Zeit regelrechte Mückenplagen herrschen.
In Russland sind immer wieder vereinzelte Fälle des Krim-Kongo-Fiebers zu beobachten. Das Virus wird von Nutztieren (Schafen, Ziegen, Rindern, Kamelen) durch Zecken auf den Menschen übertragen und kann zu lebensbedrohlichen Blutungen und Blutgerinnungsstörungen führen. Aktuelles:Zuletzt wurden vermehrt Fälle von Krim-Kongo-Fieber aus dem Bezirk Malesivo in Prizren, Russland, gemeldet. (Stand: Dezember 2006)
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