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Südwestasien

Gesundheitsrisiken durch Insekten

Stand: 1. Dezember 2006Autor: Onmeda-Redaktion

  • Bei den von Insekten oder Spinnentieren übertragenen Krankheiten spielt Leishmaniose, eine Infektion mit so genannten Leishmanien, eine große Rolle. Leishmanien sind Parasiten, die durch die Weibchen von Schmetterlingsmücken, insbesondere Sandmücken ("sand flies"), auf den Menschen übertragen werden. Hauptinfektionszeit ist von Mai bis Oktober. Die kutane Leishmaniose (Haut- und Schleimhautleishmaniose) ist in allen Ländern Westasiens verbreitet und führt zu geschwürigen Hautveränderungen. In den zentralen Landesteilen des Irak, im Westen Jemens, im Nordwesten Saudi-Arabiens und Syriens und im Südosten Anatoliens in der Türkei treten außerdem regelmäßig Fälle von viszeraler Leishmaniose (Leishmaniose der Eingeweide) auf, auch "Kala-Azar" genannt. Die Erkrankung befällt verschiedene Organe wie Lunge, Magen-Darm, Milz, Leber und Knochenmark.
  • In tiefer gelegenen Regionen Jemens (unter 2000m), in der Provinz Musandam im Norden Omans, in den südwestlichen Provinzen Saudi-Arabiens (mit Ausnahme der Höhenlage der Provinz Asir) und an den Hängen und Tälern der Bergkette der nördlichen und östlichen Emirate bzw. an der Grenze der Vereinigten Arabischen Emirate zu Oman besteht ganzjährig ein mittleres Risiko für Malaria. Zunehmend tritt dabei die gefährlichere Form Malaria tropica auf. In den tiefer gelegenen Regionen des Irak, im nördlichen Grenzgebiet Syriens und im Südosten der Türkei (in der Tiefebene um Adana sowie in Amikova und Cukurova Plain) besteht zwischen April und Oktober ein geringes Risiko für Infektionen mit Malaria tertiana. Zur Vermeidung einer Infektion empfiehlt es sich, für ausreichenden Mückenschutz in Form von speziellen Mückenschutzmitteln, Mückennetzen und bedeckender Kleidung zu sorgen.
  • In den Küstenregionen im Westen Saudi-Arabiens sind regelmäßig Fälle von Dengue-Fieber zu beobachten. Dengue-Fieber wird von tag- und nachtaktiven Mücken übertragen und kann zu lebensgefährlichen Blutungen und Blutgerinnungsstörungen führen.
  • Im Jemen im nördlichen Teil des Gouvernorats Al-Hudaydah und den angrenzenden Provinzen kam es im Jahr 2002 bei Menschen und Nutztieren zu einem örtlich begrenzten Ausbruch von Rift-Valley-Fieber. Dabei handelt es sich um eine Virusinfektion, die von Paarhufern (Schafen, Rindern, Ziegen, Kamelen) durch Mücken auf den Menschen übertragen wird. Besonders gefährdet sind Personen, die in der Landwirtschaft arbeiten. Reisende in diese Gegenden sollten für ausreichenden Mückenschutz sorgen und den Aufenthalt in der Nähe von Stallungen oder Tierherden möglichst vermeiden.
  • Eine Infektion mit Fadenwürmern, sog. Filarien, führt zur Ausbildung einer Filariose. Filarien werden durch Mücken auf den Menschen übertragen. Sie sammeln sich bevorzugt im Bindegewebe verschiedener Organe und in den Lymphgefäßen an und verursachen je nach Art des Erregers unterschiedliche Erkrankungen. Im Jemen und im Südwesten Saudi-Arabiens treten vereinzelt Fälle von Onchozerkose auf, die durch die Filarienart Onchocerca volvulus hervorgerufen wird. Die Erkrankung führt zu schweren Hautveränderungen und Augenschäden bis hin zur Blindheit (s. Flussblindheit).
  • In Südwestasien sind immer wieder vereinzelte Fälle des Krim-Kongo-Fiebers zu beobachten. Das Virus wird von Nutztieren (Schafen, Ziegen, Rindern, Kamelen) durch Zecken auf den Menschen übertragen und kann zu lebensbedrohlichen Blutungen und Blutgerinnungsstörungen führen. Ebenfalls von Zecken übertragen wird Endemisches Rückfallfieber, das in Israel auftritt. Es handelt sich dabei um eine Borrelienerkrankung mit periodisch wiederkehrenden Fieberschüben. Aktuelles:Zuletzt wurden vermehrt Fälle von Krim-Kongo-Fieber aus der Türkei gemeldet. Besonders betroffen ist das Kelkit Tal. (Stand: Dezember 2006)

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