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Südostasien

Impfungen

Stand: 1. Dezember 2006Autor: Onmeda-Redaktion

Pflichtimpfungen und allgemeine Vorschriften

  • Bei Direkteinreise in die Länder Südostasiens bestehen keine Pflichtimpfungen. Reisende sollten sich jedoch möglichst rechtzeitig vor Reisebeginn bei der jeweiligen Botschaft oder Landesvertretung nach den aktuellen medizinischen Einreisebestimmungen erkundigen.
  • In allen Ländern Südostasiens besteht für Reisende bei der Einreise aus entsprechenden Infektionsgebieten eine Immunisierungspflicht gegen Gelbfieber (Länderliste s. Gelbfieber). In Singapur müssen auch Reisende, die sich in den letzten sechs Tagen vor der Einreise lediglich auf der Durchreise durch ein Gelbfieber-Infektionsland befanden, eine Immunisierung gegen die Erkrankung nachweisen.
  • In Indonesien wird bei der Verlängerung von Aufenthaltsgenehmigungen gelegentlich der Nachweis eines negativen HIV-Tests verlangt.

Allgemeine Impfempfehlungen

  • Die klassischen Impfungen gegen Tetanus und Diphtherie sind - bei vorhandener Grundimmunisierung und unabhängig von jeglichen Reiseplänen - mindestens alle zehn Jahre aufzufrischen. Bei Reisen nach Südostasien sollte in jedem Fall für ausreichenden Impfschutz gegen diese beiden Erkrankungen gesorgt werden.
  • Auch die Schutzimpfung gegen Kinderlähmung (Poliomyelitis) wird für alle Länder der Region empfohlen. Es handelt sich um eine akute Viruserkrankung, die zu bleibenden Lähmungen der Muskulatur oder gar zum Tod führen kann. Nach Angaben des Komitees zur globalen Ausrottung der Poliomyelitis der WHO (Global Polio Eradication Initiative) stieg die Anzahl der Erkrankungen in den letzten beiden Jahren massiv an. Allein im Jahr 2005 wurden weltweit 1.938 neue Poliofälle registriert. Im Jahr 2006 waren es bislang 1.820 Fälle, darunter zwei Fälle in Indonesien (Stand: 20. Dezember 2006). Solange ein gewisses Risiko für eine Infektion mit Poliomyelitis besteht, sollten Reisende grundsätzlich die Schutzimpfung durchführen. Bei vorhandener Grundimmunisierung von drei dokumentierten Schluckimpfungen empfiehlt sich eine Auffrischung des Impfschutzes im Zehnjahresrhythmus. Im Zweifelsfall sollte hierzu der behandelnde Arzt befragt werden.

Spezielle Impfempfehlungen

  • Da Hepatitis A-Infektionen in allen Ländern Südostasiens auftreten, sollte auch bei kürzeren Reisen rechtzeitig vor Reisebeginn eine Immunisierung gegen das Virus erfolgen.
  • Insbesondere bei einem längeren Aufenthalt in Südostasien und intensivem Kontakt zur einheimischen Bevölkerung empfiehlt sich eine Impfung gegen Hepatitis B. Bei der Immunisierung kann ein Kombinationsimpfstoff für Hepatitis A und B verwendet werden. Das Hepatitis-B-Virus wird durch Blut oder Körperflüssigkeiten (z.B. Sperma bei Geschlechtsverkehr) übertragen und ist unter der einheimischen Bevölkerung Südostasiens weit verbreitet. Bei sexuellem Verkehr sollten deshalb unbedingt Kondome benutzt werden,
  • Typhus ist in Südostasien weit verbreitet. Vor allem bei geplanten Aufenthalten in ländlichen Gebieten wird eine Schutzimpfung gegen die Erkrankung für alle Länder empfohlen. Die Infektion erfolgt im Wesentlichen über Lebensmittel, Trinkwasser, kontaminierte Gegenstände und den direkten Kontakt mit erkrankten Personen. Die Schutzwirkung der Impfung hält etwa zwei Jahre an.
  • Eine medikamentöse Prophylaxe gegen Malaria wird für Regionen mit hohem Infektionsrisiko empfohlen. Für einige Gebiete wird die Mitnahme eines sog. Malaria-Notfallmedikamentes als ausreichend angesehen. Reisende sollten sich diesbezüglich unbedingt bei ihrem Arzt bzw. dem städtischen Tropeninstitut erkundigen.
  • Die Immunisierung gegen Japanische Enzephalitis wird bei geplanten Aufenthalten in Gegenden mit hohem Ansteckungsrisiko für alle Länder Südostasiens mit Ausnahme Singapurs empfohlen.
  • Asien gilt als der Kontinent mit den meisten Tollwuterkrankungen. Jährlich werden etwa 40.000 Todesfälle aus dem asiatischen Raum gemeldet, wobei mit einer hohen Dunkelziffer gerechnet werden muss. Die Übertragung auf den Menschen erfolgt durch den Speichel eines erkrankten Tieres, in Asien sind dies vor allem Hunde. Zum Kreis der für eine Infektion besonders gefährdeten Personen gehören grundsätzlich Rucksackreisende, Jäger, Waldarbeiter, Tierpfleger, Tierärzte und alle Personen mit häufigem Kontakt zu Tieren. Ein vorbeugender Impfschutz wird für Personen mit erhöhtem Ansteckungsrisiko in allen Ländern der Region mit Ausnahme Brunei Darussalams und Singapurs empfohlen. In Indonesien wurde kürzlich auch auf der letzten bisher tollwutfreien Insel Ambon das Tollwutvirus nachgewiesen. In Malaysia ist Tollwut nur auf der malaiischen Halbinsel verbreitet. Generell ist in ländlichen Regionen Vorsicht vor streunenden Hunden oder Katzen bzw. zahm wirkenden Wildtieren geboten. Bei einer Bissverletzung sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.

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