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Rund um die Reisemedizin
Südostasien
Gesundheitsrisiken für den Reisenden
Stand: 1. Dezember 2006Autor: Onmeda-Redaktion
Vor allem Reisende, die sich z.B. aus beruflichen Gründen häufig oder sehr lange in einem südostasiatischen Land aufhalten, selbstständig reisen (z.B. Rucksacktouristen) oder von vornherein gesundheitliche Probleme haben, sollten über drohende Infektionskrankheiten informiert sein und die allgemeinen und speziellen Impfempfehlungen beachten.
Gesundheitsrisiken durch Insekten
Bedeutender Überträger für Infektionskrankheiten sind in Südostasien Insekten und Spinnentiere. Schutz vor Insektenstichen bieten spezielle Insektenschutzmittel, Insektennetze und bedeckende Kleidung.

Auf dem Land ist die Malariagefahr groß, an der Küste eher gering
- In allen südostasiatischen Ländern sind Dengue-Fieber-Erkrankungen sehr häufig. Dengue-Fieber wird von Mücken übertragen und kann zu lebensgefährlichen Blutungen und Blutgerinnungsstörungen führen. In Vietnam werden jedes Jahr landesweit zwischen 50.000 und 100.000 Erkrankungsfällen registriert. Auch in Singapur und Thailand ist es in den letzten Jahren zu einer Zunahme an Dengue-Fieber-Fällen sowohl unter der einheimischen Bevölkerung als auch unter Touristen gekommen. Da die Erkrankung durch tag- und nachtaktive Mücken übertragen wird, muss rund um die Uhr für Mückenschutz gesorgt werden. Aktuelles: In den vergangenen Monaten wurden aus Kambodscha (v.a. Provinz Kampong Cham, Kandal, Phnom Penh), den Philippinen (v.a. Provinz Cotabato, Orte Kidapawan, Mlang, Antipas, Bocolod, Negros), Thailand (v.a. Provinz Chaiyaphum) sowie Vietnam (v.a. Ho Chi Minh-Stadt, Provinz Soc Trang) hohe Infektionszahlen gemeldet. (Stand: Dezember 2006)
- In Kambodscha, Malaysia, Myanmar, auf den Philippinen und in Thailand ist Chikungunya verbreitet. Die Erkrankung wird durch Viren ausgelöst, die von tag- und nachtaktiven Mücken übertragen werden. Sie geht mit hohem Fieber, Hautrötung und extrem starken Muskel- und Gliederschmerzen einher. Häufig nehmen die Betroffenen wegen der Schmerzen eine gekrümmte Schonhaltung ein, daher der Name Chikungunya - "sich zusammenkrümmen".
- Ebenfalls durch Mücken übertragen wird die sog. Japanische Enzephalitis. Es handelt sich dabei um eine entzündliche Erkrankung des Gehirns. Eine Infektion führt zwar nur selten zur Erkrankung, diese ist jedoch mit einer relativ hohen Sterblichkeit verbunden. Der Erreger der Japanischen Enzephalitis ist in allen Ländern Südostasiens mit Ausnahme Singapurs verbreitet. In Vietnam z.B. werden jährlich ca. 1.000 Fälle registriert, von denen etwa 10% tödlich verlaufen. Eine Schutzimpfung gegen die Erkrankung wird bei Aufenthalten in Risikogebieten empfohlen. Zur Vermeidung einer Infektion empfiehlt es sich, für ausreichenden Mückenschutz zu sorgen.
- In allen Ländern Südostasiens mit Ausnahme von Brunei Darussalam und Singapur, in denen nur vereinzelte Fälle auftreten, besteht ganzjährig ein mittleres bis hohes Risiko für Malaria-Infektionen. Nach Auskunft des örtlichen Gesundheitsministeriums erkranken z.B. in Indonesien jährlich etwa 15 Millionen Menschen an Malaria. Die Erkrankungsfälle sind hier vor allem in den letzten drei Jahren dramatisch gestiegen. Laut Angaben der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit (DTG e.V.) besteht das größte Infektionsrisiko in Irian Jaya sowie auf allen Inseln östlich von Bali einschließlich Lombok. Lediglich große Städte und Touristenzentren von Java und Bali gelten als weitgehend malariafrei. Zunehmend tritt in ganz Südostasien die gefährlichere Form Malaria tropica auf.
- Eine Infektion mit Fadenwürmern, sog. Filarien, führt zur Ausbildung einer Filariose. Filarien werden durch Mücken auf den Menschen übertragen. Sie sammeln sich bevorzugt im Bindegewebe verschiedener Organe und in den Lymphgefäßen an und verursachen je nach Art des Erregers unterschiedliche Erkrankungen. An der Südostküste Thailands, im Nordosten von Laos bzw. landesweit in Indonesien, Kambodscha, Malaysia, Myanmar, auf den Philippinen und in Vietnam sind Bancroft- und Brugia-Filariosen verbreitet, die durch die Erreger Wuchereria bancrofti bzw. Brugia malayi hervorgerufen und auch als "lymphatische Filariosen" bezeichnet werden. Sie führen zu Fieber, Entzündung der Lymphknoten und erheblichen Schwellungen der Gliedmaßen, vor allem der Beine ("Elephantiasis").
- In feuchten Wald- und Wiesengebieten Thailands sind Zecken verbreitet, die Lyme-Borreliose übertragen können. Dabei handelt es sich um eine in Stadien verlaufende Erkrankung, die zunächst mit Hautrötung (Erythem) und Allgemeinsymptomen wie Fieber, Muskel- und Kopfschmerzen einhergeht und im weiteren Verlauf zu Hirnhautentzündung, Nervenschädigungen, Herzentzündung, Hautveränderungen und chronischen Gelenkschmerzen führen kann.
- In Indonesien, Kambodscha, Laos, Malaysia, Myanmar, auf den Philippinen (v.a. nördliche Inseln), in Thailand (Buschland im Norden und Nordosten) und Vietnam sind regelmäßig Fälle von Fleckfieber zu beobachten. Die Erkrankung wird durch eine Infektion mit Bakterien, so genannten Rickettsien, verursacht, die von Kleiderläusen oder Rattenflöhen auf den Menschen übertragen werden.
- Die Pest kommt unter Nagetieren regelmäßig in Indonesien, Myanmar und Vietnam vor. Die Übertragung auf den Menschen erfolgt meist indirekt über Flöhe. Unterschieden werden vier Formen der Krankheitsausprägung: Beulenpest (Bubonenpest), Pestsepsis, Lungenpest und abortive Pest. Pesterkrankungen bei Menschen sind heute nur noch selten.