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Südostasien

Gesundheitsrisiken durch Nahrungsmittel

Stand: 1. Dezember 2006Autor: Onmeda-Redaktion

Flussfahrt in Kambodscha
Die Flüsse sind lebenswichtig, doch leider oft auch Herde für Infektionen.

Auch nahrungsmittelbedingte Infektionen sind in Südostasien sehr häufig. Eine gute Hygiene ist deshalb besonders wichtig. Generell ist Vorsicht gegenüber Imbissständen an der Straße geboten. Obst und Gemüse sollten vor dem Verzehr mit abgekochtem Wasser gründlich abgewaschen werden. Ist dies nicht möglich, sollte nur zu schälendes Obst oder Gemüse gegessen werden. Generell gilt die Devise: "Peel it, boil it or forget it"! Darüber hinaus empfiehlt es sich, ausschließlich abgekochtes Wasser zu trinken (Vorsicht bei Eiswürfeln!). Mikrofilter und Entgiftungstabletten zur Reinigung von Wasser sind in Europa im Handel erhältlich. Reisende sollten sich rechtzeitig vor Beginn der Reise über die verschiedenen Möglichkeiten und Wirkungsweisen solcher Mittel informieren. Mit einfachen Hygienemaßnahmen lassen sich lästige Darminfektionen oft vermeiden.

  • Besonders häufig sind bakteriell ausgelöste Durchfallerkrankungen (Diarrhoen), z.B. durch Infektionen mit Campylobacter, E. coli, Salmonellen (s. Typhus), Shigellen (s. Ruhr) oder Brucella (Brucellosen).
  • Cholera-Erkrankungen treten regelmäßig in Brunei Darussalam (Maura Distrikt), Kambodscha, Laos, Malaysia, Myanmar (Rangoon Division), auf den Philippinen und Vietnam auf. Die Erkrankung wird durch Bakterien, so genannte Choleravibrionen, ausgelöst, die über Lebensmittel und vor allem kontaminiertes Trinkwasser aufgenommen werden. Da das Infektionsrisiko für Touristen als sehr gering eingestuft wird, ist eine vorbeugende Schutzimpfung für Reisende aus medizinischer Sicht nicht erforderlich.
  • Parasiten spielen ebenfalls eine große Rolle bei der Auslösung von lebensmittelbedingten Erkrankungen. Dazu zählen vor allem Fadenwürmer wie Spulwurm, der über Nahrungsmittel und kontaminiertes Trinkwasser aufgenommen wird, Capillaria philippinensis, ein Rundwurm, der über den Verzehr roher Fische in den menschlichen Organismus gelangt, und Hakenwurm, bei dem die Infektion entweder durch die Haut (z.B. beim Barfußgehen) oder über Nahrungsmittel (z.B. frischen Salat) erfolgt. Weit verbreitet sind in den südostasiatischen Ländern Infektionen mit Amöben, die zu Bauchschmerzen, Durchfällen und Leberabszessen führen können ("Amöbenruhr"). Ein anderer typischer Erreger von infektiösen Darmerkrankungen ist Giardia lamblia, ein Dünndarmparasit, der Darmentzündungen und Durchfall verursacht (Giardiasis). Über den Verzehr von rohen oder ungenügend erhitzten Krabben, Süßwasserfischen und Krebsen sind Infektionen mit dem Lungenegel möglich. Lungenbeschwerden, aber auch Bauchschmerzen, Leber- und Bauchspeicheldrüsenbeschwerden oder Hautveränderungen können die Folge sein. Infektionen mit dem Großen Leberegel (Fasciola hepatica) entstehen durch den Verzehr roher Pflanzenteile (z.B. Wasserkresse).
  • Für Reisende nach Südostasien besteht generell ein erhöhtes Risiko für Infektionen mit Hepatitis A. Das Virus wird vor allem durch Lebensmittel und Trinkwasser, seltener durch direkten Körperkontakt zu Erkrankten übertragen.

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