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Südasien

Spezielle Impfempfehlungen

Stand: 1. Dezember 2006Autor: Onmeda-Redaktion

  • Da Hepatitis A-Infektionen in allen Ländern des mittleren Südasiens auftreten, sollte auch bei kürzeren Reisen rechtzeitig vor Reisebeginn eine Immunisierung gegen das Virus erfolgen.
  • Insbesondere bei einem längeren Aufenthalt im mittleren Südasien und intensivem Kontakt zur einheimischen Bevölkerung empfiehlt sich eine Impfung gegen Hepatitis B. Ein Kombinationsimpfstoff für Hepatitis A und B kann bei der Immunisierung verwendet werden. Das Hepatitis-B-Virus wird durch Blut oder Körperflüssigkeiten (z.B. Sperma bei Geschlechtsverkehr) übertragen und ist unter der einheimischen Bevölkerung weit verbreitet. In Georgien z.B. gelten ca. 20 Prozent der erwachsenen Bevölkerung als Hepatitis-B-infiziert. Bei sexuellem Verkehr sollten deshalb unbedingt Kondome benutzt werden.
  • Typhus ist in der gesamten Region verbreitet. Vor allem bei geplanten Aufenthalten in ländlichen Gebieten wird eine Schutzimpfung gegen die Erkrankung empfohlen. Die Infektion erfolgt im Wesentlichen über Lebensmittel, Trinkwasser, kontaminierte Gegenstände und den direkten Kontakt mit erkrankten Personen. Die Schutzwirkung der Impfung hält etwa zwei Jahre an.
  • Eine medikamentöse Prophylaxe gegen Malaria wird lediglich für tiefer gelegene Regionen mit hohem Infektionsrisiko empfohlen. Für viele Gebiete wird die Mitnahme eines so genannten Malaria-Notfallmedikamentes als ausreichend angesehen. Reisende sollten sich diesbezüglich unbedingt bei ihrem Arzt bzw. dem städtischen Tropeninstitut erkundigen.
  • Die Immunisierung gegen Japanische Enzephalitis wird bei geplanten Aufenthalten in ländlichen Gegenden mit hohem Ansteckungsrisiko für Bangladesch, Bhutan, Indien, Nepal, Pakistan und Sri Lanka empfohlen.
  • Für die durch Zeckenbisse verursachte Früh-Sommer-Meningo-Enzephalitis (FSME) gibt es eine spezielle Impfempfehlung bei geplanten Aufenthalten in ländlichen Regionen in Aserbeidschan, Kasachstan, Kirgisistan und Usbekistan.
  • In Indien, Iran, Kasachstan, Nepal, Pakistan und Usbekistan sind regelmäßig Ausbrüche von bakterieller Hirnhautenzündung (Meningokokken-Meningitis) zu beobachten. Eine Impfung gegen die Erkrankung mit einem Impfstoff gegen alle Serogruppen (A, C, W, Y) mindestens zwei Wochen vor Reisebeginn wird empfohlen.
  • Asien gilt als der Kontinent mit den meisten Tollwuterkrankungen. Jährlich werden etwa 40.000 Todesfälle aus dem asiatischen Raum gemeldet, wobei mit einer hohen Dunkelziffer gerechnet werden muss. 80 Prozent der weltweit gemeldeten Todesfälle wegen Tollwut stammen aus Indien. Die Übertragung auf den Menschen erfolgt durch den Speichel eines erkrankten Tieres (in Asien vor allem Hunde). In Indien z.B. werden v.a. in größeren Städten immer wieder Passanten auf der Straße von tollwütigen Hunden attackiert. Im Jahr 2005 infizierten sich in Deutschland Patienten erstmalig infolge einer Organtransplantation mit Tollwut. Die Organspenderin hatte sich Ende 2004 in Indien aufgehalten und war dort vermutlich von einem Hund gebissen worden. Reisenden, die einem erhöhten Ansteckungsrisiko ausgesetzt sind, wird in allen Ländern des mittleren Südasiens mit Ausnahme der Malediven die aktive Schutzimpfung gegen Tollwut empfohlen. Zum Kreis der für eine Infektion besonders gefährdeten Personen gehören Rucksackreisende, Jäger, Waldarbeiter, Tierpfleger, Tierärzte und alle Personen mit häufigem Kontakt zu Tieren. Generell ist in ländlichen Regionen Vorsicht vor streunenden Hunden oder Katzen bzw. zahm wirkenden Wildtieren geboten. Bei einer Bissverletzung sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Darüber hinaus ist bei der Reiseplanung zu beachten, dass bei einer erfolgten Infektion die Behandlung gegen Tollwut nicht in allen Ländern gewährleistet ist, da die entsprechend wirksamen Medikamente fehlen.

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