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Südasien

Gesundheitsrisiken durch Nahrungsmittel

Stand: 1. Dezember 2006Autor: Onmeda-Redaktion

Gemüsewagen
Gemüse in indischen Nationalfarben
Das Gemüse schmeckt häufig wunderbar, es sollte jedoch vor dem Genuss gründlich gewaschen werden

Auch nahrungsmittelbedingte Infektionen sind im mittleren Südasien sehr häufig. Eine gute Hygiene ist deshalb besonders wichtig. Generell ist Vorsicht gegenüber Imbissständen an der Straße geboten. Obst und Gemüse sollten vor dem Verzehr mit abgekochtem Wasser gründlich abgewaschen werden. Ist dies nicht möglich, sollte nur zu schälendes Obst oder Gemüse gegessen werden. Generell gilt die Devise: "Peel it, boil it or forget it"! Darüber hinaus empfiehlt es sich, ausschließlich abgekochtes Wasser zu trinken (Vorsicht bei Eiswürfeln!). Mikrofilter und Entgiftungstabletten zur Reinigung von Wasser sind in Europa im Handel erhältlich. Reisende sollten sich rechtzeitig vor Beginn der Reise über die verschiedenen Möglichkeiten und Wirkungsweisen solcher Mittel informieren. Mit einfachen Hygienemaßnahmen lassen sich lästige Darminfektionen oft vermeiden.

  • Besonders häufig sind bakteriell ausgelöste Durchfallerkrankungen (=Diarrhoen), z.B. durch Infektionen mit Campylobacter, Escherichia coli, Salmonellen (Typhus), Shigellen (Ruhr) oder Brucella (Brucellosen). Vor allem in Tadschikistan werden aus verschiedenen Landesteilen immer wieder lokale Ausbrüche von Typhuserkrankungen gemeldet.
  • Cholera-Erkrankungen treten regelmäßig in Afghanistan, Bhutan, Indien, Iran, Kasachstan, Nepal und Sri Lanka auf. Die Erkrankung wird durch bestimmte Bakterien, so genannte Choleravibrionen, ausgelöst, die über Lebensmittel und vor allem kontaminiertes Trinkwasser aufgenommen werden. Das Infektionsrisiko wird für Touristen im Allgemeinen als sehr gering eingestuft, so dass eine Schutzimpfung aus medizinischer Sicht als nicht erforderlich gilt. Aktuelles: In Afghanistan, v.a. der Hauptstadt Kabul, aber auch in Kandahar, Herat, Takhar, Konar, Khulm, Aibak, Faizabad, Kunduz und Spin Boldak, kommt es immer wieder zu größeren Ausbrüchen von Cholera unter der einheimischen Bevölkerung. Allein im Jahr 2005 waren mehr als 90.000 Personen betroffen. (Stand: Dezember 2006)
  • Daneben spielen Parasiten eine große Rolle bei der Auslösung von lebensmittelbedingten Erkrankungen. Dazu zählen vor allem Fadenwürmer wie der Peitschenwurm, der über Nahrungsmittel und kontaminiertes Trinkwasser aufgenommen wird, und der Hakenwurm, der entweder durch die Haut (z.B. beim Barfußgehen) oder über Nahrungsmittel (z.B. frischen Salat) in den menschlichen Organismus gelangt. Auch Bandwurminfektionen, z.B. mit Hundebandwurm (Echinococcus granulosus) oder Fuchsbandwurm (Echinococcus multilocularis), sind häufig. Eine Infektion mit Echinococcus erfolgt über die Aufnahme von Echinococcus-Eiern, die sich auf Nahrungsmitteln (z.B. Beeren) bzw. im Speichel oder Fell von Hunden befinden. Weit verbreitet sind in den südasiatischen Ländern Infektionen mit Amöben, die zu Bauchschmerzen, Durchfällen und Leberabszessen führen können (sog. Amöbenruhr). Ein anderer typischer Erreger von infektiösen Darmerkrankungen ist Giardia lamblia, ein Dünndarmparasit, der Darmentzündungen und Durchfall verursacht (Giardiasis).
  • Für Reisende nach Südasien besteht generell ein erhöhtes Risiko für Infektionen mit Hepatitis A und Hepatitis E (Gelbsucht). Die Viren werden vor allem durch Lebensmittel und Trinkwasser, seltener durch direkten Körperkontakt zu Erkrankten übertragen.

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