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Ostasien

Impfungen

Stand: 1. Dezember 2006Autor: Onmeda-Redaktion

Pflichtimpfungen und allgemeine Vorschriften

Reisende nach Ostasien sollten sich grundsätzlich beim zuständigen Arzt oder Tropeninstitut bzw. der betreffenden Landesvertretung nach der aktuellen gesundheitlichen Situation im jeweiligen Reiseland und den Einreisebestimmungen hinsichtlich geforderter Impfungen und Gesundheitszeugnisse erkundigen.

  • In China wird von allen Einreisenden eine Gesundheitserklärung gefordert. Bei geplanten Aufenthalten von über einem Jahr (mitunter auch bei kürzeren Aufenthalten) wird der Nachweis eines negativen HIV-Tests verlangt. Gelegentlich müssen Einreisende bei längeren Aufenthalten zusätzlich ein ausführliches Gesundheitszeugnis in chinesischer und englischer Sprache, das von der Chinesischen Botschaft beglaubigt wurde, vorlegen. In Taiwan wird mitunter bei der Einreise aus südostasiatischen Ländern eine Gesundheitserklärung verlangt. Bei geplanten Aufenthalten von mehr als drei Monaten bzw. dem Besuch einer örtlichen Schule oder Universität in Taiwan wird der Nachweis eines negativen HIV-Tests gefordert. Auch für Reisende nach Südkorea wird bei längeren Aufenthalten gelegentlich ein negativer HIV-Test verlangt.
  • Bei der Einreise aus entsprechenden Infektionsgebieten besteht für Reisende nach China und Taiwan eine Immunisierungspflicht gegen Gelbfieber (Länderliste s. Gelbfieber).

Allgemeine Impfempfehlungen

  • Die klassischen Impfungen gegen Tetanus und Diphtherie sind - bei vorhandener Grundimmunisierung und unabhängig von jeglichen Reiseplänen - mindestens alle zehn Jahre aufzufrischen. Bei Reisen nach Ostasien sollte in jedem Fall für ausreichenden Impfschutz gegen diese beiden Erkrankungen gesorgt werden.
  • Auch die Schutzimpfung gegen Kinderlähmung (Poliomyelitis) wird für Reisende nach Ostasien empfohlen. Es handelt sich um eine akute Viruserkrankung, die zu bleibenden Lähmungen der Muskulatur oder gar zum Tod führen kann. Nach Angaben des Komitees zur globalen Ausrottung der Poliomyelitis der WHO (Global Polio Eradication Initiative) stieg die Anzahl der Erkrankungen in den letzten beiden Jahren massiv an. Allein im Jahr 2005 wurden weltweit 1.938 neue Poliofälle registriert. Im Jahr 2006 sind es bis jetzt 1.820 Fälle, die meisten davon in Nigeria und Indien (Stand: 20. Dezember 2006). Solange ein gewisses Risiko für eine Infektion mit Poliomyelitis besteht, sollten grundsätzlich alle Reisenden die Schutzimpfung durchführen. Bei vorhandener Grundimmunisierung von drei dokumentierten Schluckimpfungen empfiehlt sich eine Auffrischung des Impfschutzes im Zehnjahresrhythmus. Im Zweifelsfall sollte hierzu der behandelnde Arzt befragt werden.

Spezielle Impfempfehlungen

  • Da Hepatitis A-Infektionen in allen Ländern Ostasiens auftreten, sollte auch bei kürzeren Reisen rechtzeitig vor Reisebeginn eine Immunisierung gegen das Virus erfolgen.
  • Insbesondere bei einem längeren Aufenthalt in Ostasien und intensivem Kontakt zur einheimischen Bevölkerung empfiehlt sich eine Impfung gegen Hepatitis B. Bei der Immunisierung kann ein Kombinationsimpfstoff für Hepatitis A und B verwendet werden. Das Hepatitis-B-Virus wird durch Blut oder Körperflüssigkeiten (z.B. Sperma bei Geschlechtsverkehr) übertragen und ist unter der einheimischen Bevölkerung Ostasiens weit verbreitet. Bei sexuellem Verkehr sollten deshalb unbedingt Kondome benutzt werden.
  • Typhus ist in China, Nordkorea, Südkorea, der Mongolei und Taiwan verbreitet. Für Reisende in diese Länder wird vor allem bei geplanten Aufenthalten in ländlichen Gebieten eine Schutzimpfung gegen die Erkrankung empfohlen. Die Infektion erfolgt im Wesentlichen über Lebensmittel, Trinkwasser, kontaminierte Gegenstände und den direkten Kontakt mit erkrankten Personen. Die Schutzwirkung der Impfung hält etwa zwei Jahre an.
  • Eine medikamentöse Prophylaxe gegen Malaria wird lediglich für tiefer gelegene Landesteile im Süden Chinas empfohlen. Für die anderen Gebiete in China und für die betroffene Region an der Grenze zwischen Nord- und Südkorea wird in der Regel die Mitnahme eines Malaria-Notfallmedikamentes als ausreichend angesehen. Reisende sollten sich diesbezüglich unbedingt bei ihrem Arzt bzw. dem städtischen Tropeninstitut erkundigen.
  • Die Immunisierung gegen Japanische Enzephalitis wird bei geplanten Aufenthalten in ländlichen Gegenden mit hohem Ansteckungsrisiko für alle Länder mit Ausnahme der Mongolei empfohlen.
  • Asien gilt als der Kontinent mit den meisten Tollwuterkrankungen. Jährlich werden etwa 40.000 Todesfälle aus dem asiatischen Raum gemeldet, wobei mit einer hohen Dunkelziffer gerechnet werden muss. In China wurden im Jahr 2003 1.297 Tollwutinfektionen bei Menschen registriert. In Südkorea, v.a. in der Provinz Kyonggi südlich von Seoul, in Paju City und in Youngju County haben die Infektionsfälle zugenommen. Die Übertragung auf den Menschen erfolgt durch den Speichel eines erkrankten Tieres, in Asien sind dies vor allem Hunde. Trotz der Impfpflicht für Hunde (mit Ausnahme der Hunde, die zum Verzehr vorgesehen sind) stieg in China die Anzahl der Infektionsfälle, die von Hunden ausgelöst wurden, im Jahr 2003 gegenüber dem Vorjahr deutlich an. Zum Kreis der für eine Infektion besonders gefährdeten Personen gehören Rucksackreisende, Jäger, Waldarbeiter, Tierpfleger, Tierärzte und alle Personen mit häufigem Kontakt zu Tieren. Ein vorbeugender Impfschutz wird in allen Ländern Ostasiens mit Ausnahme Japans für Personen mit erhöhtem Ansteckungsrisiko empfohlen. Generell ist in ländlichen Regionen Vorsicht vor streunenden Hunden oder Katzen bzw. zahm wirkenden Wildtieren geboten. Bei einer Bissverletzung sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.

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