Sie befinden sich hier:

Startseite > Ratgeber > Gesund auf Reisen > Ostasien > Gesundheitsrisiken für den Reisenden

Tests & Checks

Rund um die Reisemedizin

Forum

Reisemedizin

Porträt Dr. med. Tomas Jelinek Forenexperte: Dr. Tomas Jelinek Forum Reisemedizin
Foren-Login

Sie sind noch nicht registriert? Kostenlos registrieren

Ostasien

Gesundheitsrisiken für den Reisenden

Stand: 1. Dezember 2006Autor: Onmeda-Redaktion

Sushi-Buffet
Touristen sollten vor allem in Fischrestaurants auf die Frische der Speisen achten

Vor allem Reisende, die sich z.B. aus beruflichen Gründen häufig oder sehr lange in einem ostasiatischen Land aufhalten, selbstständig reisen (z.B. Rucksacktouristen) oder von vornherein gesundheitliche Probleme haben, sollten über drohende Infektionskrankheiten informiert sein und die allgemeinen und speziellen Impfempfehlungen beachten.

Gesundheitsrisiken durch Insekten

  • Bei den durch Insekten übertragenen Krankheiten spielt in den ostasiatischen Ländern die Japanische Enzephalitis eine große Rolle. Dabei handelt es sich um eine entzündliche Erkrankung des Gehirns, die von Mücken übertragen wird. Eine Infektion führt zwar nur selten zur Erkrankung, diese ist jedoch mit einer hohen Sterblichkeit verbunden. Hauptinfektionszeit ist April bis Oktober. Verbreitet ist der Erreger der Japanischen Enzephalitis vor allem in den zentralen und östlichen Provinzen Chinas, in den warmen ländlichen Gebieten im Süden Japans und landesweit, vor allem in ländlichen Gebieten, in Nord- und Südkorea bzw. Taiwan. Aus der Mongolei sind keine Infektionsfälle bekannt. Bei längeren Aufenthalten in Risikogebieten wird eine reisemedizinische Beratung zur Vorbeugung der Erkrankung dringend empfohlen. Auch eine Schutzimpfung sollte gegebenenfalls in Betracht gezogen werden. Zur Vermeidung einer Infektion empfiehlt es sich, für ausreichenden Mückenschutz in Form spezieller Antimückenmittel, Mückennetze und bedeckender Kleidung zu sorgen. Aktuelles: In der nordöstlichen Provinz Shanxi in China wurden in den vergangenen Monaten verstärkt Fälle von Japanischer Enzephalitis beobachtet, darunter auch einige Todesfälle. (Stand: Dezember 2006)
  • Im Süden Chinas besteht in den tiefer gelegenen ländlichen Regionen (unter 1500 m) ganzjährig ein mittleres Infektionsrisiko für Malaria. Im Norden Chinas und auf der koreanischen Halbinsel an der Grenze zwischen Nord- und Südkorea ist das Infektionsrisiko vor allem in den Sommer- bis Herbstmonaten erhöht. Überwiegend verbreitet ist die im Vergleich zu Malaria tropica mit milderem Krankheitsverlauf einhergehende Malaria tertiana. Japan, die Mongolei und Taiwan gelten als malariafrei. Aktuelles: Zuletzt traten gehäuft Fälle von Malaria tertiana in China, in der Provinz Anhui auf. (Stand: Dezember 2006)
  • Im Süden und in zentralen Gebieten Chinas haben in den letzten Jahren Erkrankungen mit viszeraler Leishmaniose, "Kala-Azar" genannt, stark zugenommen. Leishmanien sind Parasiten, die durch die Weibchen von Schmetterlingsmücken, insbesondere Sandmücken ("sand flies"), auf den Menschen übertragen werden. Die Erkrankung befällt verschiedene Organe wie Lunge, Magen-Darm, Milz, Leber und Knochenmark. Die kutane Leishmaniose, die zu geschwürigen Hautveränderungen führt, ist vor allem aus dem Nordwesten Chinas bekannt.
  • Eine Infektion mit Fadenwürmern, sog. Filarien, führt zur Ausbildung einer Filariose. Filarien werden durch Mücken, insbesondere Kriebelmücken, und Fliegen auf den Menschen übertragen. Sie sammeln sich bevorzugt im Bindegewebe verschiedener Organe und in den Lymphgefäßen an und verursachen je nach Art des Erregers unterschiedliche Erkrankungen. In Südchina sind Bancroft- und Brugia-Filariosen verbreitet, die durch die Erreger Wuchereria bancrofti bzw. Brugia malayi hervorgerufen und auch als "lymphatische Filariosen" bezeichnet werden. Sie führen zu Fieber, Entzündung der Lymphknoten und erheblichen Schwellungen der Gliedmaßen, vor allem der Beine ("Elephantiasis").
  • In China, an der südlichen Küste, ist Dengue-Fieber verbreitet. Betroffen sind vor allem die östlichen Provinzen Fujian und Zhejiang. Auch in Taiwan haben vor allem im Süden des Landes die Erkrankungen stark zugenommen. Dengue-Fieber wird von tag- und nachtaktiven Mücken übertragen und kann zu teilweise lebensbedrohlichen Blutungen und Blutgerinnungsstörungen führen. Aktuelles: In der chinesischen Provinz Guangdong sprachen die örtlichen Gesundheitsbehörden zuletzt eine Dengue-Fieber-Warnung aus. (Stand: Dezember 2006)
  • Im Buschland im Süden Chinas, in den Flusstälern im Süden Japans und landesweit in Südkorea und Taiwan sind regelmäßig Fälle von Fleckfieber zu beobachten. Die Erkrankung wird durch eine Infektion mit Bakterien, sog. Rickettsien, verursacht, die durch Kleiderläuse oder Rattenflöhe auf den Menschen übertragen werden.
  • Die Pest kommt unter Nagetieren, vor allem Murmeltieren, in China (Provinzen Qinhai, Xizang) und der Mongolei vor. Die Übertragung auf den Menschen erfolgt meist indirekt über Flöhe. Unterschieden werden vier Formen der Krankheitsausprägung: Beulenpest (Bubonenpest), Pestsepsis, Lungenpest und abortive Pest. Pesterkrankungen bei Menschen treten heute eher selten auf.
  • In feuchten Wald- und Wiesengebieten in China, Japan, Südkorea und Taiwan sind Zecken verbreitet, die Lyme-Borreliose übertragen können. Dabei handelt es sich um eine in Stadien verlaufende Erkrankung, die zunächst mit Hautrötung (Erythem) und Allgemeinsymptomen wie Fieber, Muskel- und Kopfschmerzen einhergeht und im weiteren Verlauf zu Hirnhautentzündung, Nervenschädigungen, Herzentzündung, Hautveränderungen und chronischen Gelenkschmerzen führen kann. Zeckensaison ist von April bis Oktober.

Lesen Sie in diesem Beitrag zum Thema

Ostasien

Das könnte Sie auch interessieren

Gesund auf Reisen

Gesund auf Reisen

Erfahren Sie im Ratgeber mehr über Reiseländer und Reisemedizin. mehr ...

Weitere Themen:

Am häufigsten gelesen

Sudoku

Sudoku

Sudoku spielen fördert das logische Denken und die Konzentrationsfähigkeit und hilft Ihnen, Ihr Gedächtnis spielerisch zu trainieren. mehr ...

Weitere Themen:

PartnerangeboteAnzeige

Disclaimer:

© 2012 gofeminin.de GmbH – Das Informationsangebot rund um die persönliche Gesundheit auf www.onmeda.de dient ausschließlich Ihrer Information und ersetzt in keinem Fall eine persönliche Beratung, Untersuchung oder Diagnose durch einen approbierten Arzt. Die auf Onmeda zur Verfügung gestellten Inhalte können und dürfen nicht zur Erstellung eigenständiger Diagnosen und/oder einer Eigenmedikation verwendet werden. Bitte beachten Sie auch den Haftungsausschluss sowie unsere Hinweise zu den Bildrechten.