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Rund um die Reisemedizin
Südliches Afrika
Gesundheitsrisiken durch Insekten
Stand: 1. Dezember 2006Autor: Onmeda-Redaktion
- Aufgrund der jahreszeitlich bedingten starken Regenfälle gibt es im Norden Botsuanas (Boteti, Chobe, Ngamiland, Tutume), in Namibia und in Südafrika in den Monaten November bis Juni vermehrt Brutplätze für Insekten, insbesondere Mücken. In dieser Zeit besteht daher in den genannten Ländern ein erhöhtes Risiko für Erkrankungen, die durch Mücken übertragen werden (v.a. Malaria und Dengue-Fieber).
- Infektionen mit Malaria treten in Botsuana, Namibia, Südafrika und Swasiland insbesondere im Norden ganzjährig auf. Nach Süden hin nimmt das Risiko einer Infektion ab. In Namibia werden Malariainfektionen ganzjährig im Norden des Landes und in der Caprivi-Region, vor allem entlang des Sambesiflusses und der Flüsse Kunene und Kavango beobachtet. Saisonal bedingt, besonders während der Regenzeit, tritt Malaria in Namibia vermehrt im Etosha Nationalpark, in Kakaoland, Ovamboland und Bushmenland (Tsumkwe) auf. In Südafrika sind in den letzten Jahren zunehmend Fälle von Malaria tropica zu beobachten. Im Krügerpark und in der nördlichen Küstenebene der Provinz Kwazulu-Natal tritt Malaria endemisch auf. In Swasiland ist die Erkrankung vor allem in den Tief- und Regenwaldebenen im Osten (Big Bend) verbreitet. Als malariafrei gelten der Süden Namibias, der Südwesten Südafrikas, Lesotho und St. Helena. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erkranken weltweit jährlich 300 bis 500 Millionen Menschen an Malaria, wobei rund 90% dieser Erkrankungen in Afrika, südlich der Sahara auftreten. Mehr als 1 Million Menschen sterben jedes Jahr an den Folgen einer Infektion. Für ausreichenden Mückenschutz in Form spezieller Antimückenmittel, Mückennetze und bedeckender Kleidung sollte bei Aufenthalten in den betroffenen Gebieten unbedingt gesorgt werden.
- Zu den von Insekten und Spinnentieren übertragenen Krankheiten gehört auch das sog. Dengue-Fieber. Die Erkrankung wird durch Mücken auf den Menschen übertragen und kann zu lebensbedrohlichen Blutungen und Blutgerinnungsstörungen führen. In Namibia, Südafrika und Swasiland tritt Dengue-Fieber landesweit auf. Daneben gibt es Rift-Valley-Fieber, eine durch Mücken von Paarhufern (Ziegen, Schafe, Rinder) übertragene Virusinfektion.
- Endemisches Rückfallfieber, das im südlichen Afrika zu finden ist, wird durch verschiedene Borrelienarten verursacht. Die Übertragung der Borrelien auf den Menschen erfolgt durch Zecken. Rückfallfieber zeichnet sich durch periodisch wiederkehrende Fieberschübe aus.
- Die Schlafkrankheit wird von Tsetsefliegen übertragen. Sie tritt im südlichen Afrika nur in Botsuana (Okawango-Sümpfe) und Namibia (Norden des Landes) auf. Zu beachten ist, dass Tsetsefliegen auch durch dünneren Stoff hindurch stechen können. Es sollte daher zum Schutz vor Infektionen für entsprechend dicke, lange Kleidung gesorgt werden.
- Pest-Erkrankungen treten im südlichen Afrika nur noch sporadisch in Namibia (Ohangwena-Region im Norden) und in Südafrika (v.a. Norden) auf. Die Übertragung der Pesterreger vom Nagetier auf den Menschen erfolgt meist indirekt über Rattenflöhe. Unterschieden werden vier Formen der Krankheitsausprägung: Beulenpest (Bubonenpest), Pestsepsis, Lungenpest und abortive Pest. Da die Pest, wird sie rechtzeitig erkannt und behandelt, heilbar ist, sollten sich v.a. Rucksackreisende über diese Erkrankung vor Reiseantritt ausreichend informieren.
- Große Bedeutung hat Bilharziose, eine Infektion mit Pärchenegeln (Schistosoma). Die Infektion erfolgt über Schwanzlarven der Egel, die Zerkarien genannt werden. Diese schwimmen im Süßwasser umher und dringen bei Kontakt mit einem Menschen in dessen Haut ein. Verschiedene Erkrankungserscheinungen wie Fieber, Hautveränderungen, Kopf- und Gliederschmerzen, Bauchschmerzen, Störungen der Harnblasenfunktion sowie Schädigungen der Lunge, der Leber, des Herzens oder des Gehirns können die Folge sein. Bilharziose tritt in Botsuana (v.a. entlang des Okawango), Namibia (v.a. Caprivi-Streifen), Südafrika und Swasiland regelmäßig auf.
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