Sie befinden sich hier:

Startseite > Ratgeber > Gesund auf Reisen > Sub-Sahara Afrika > Sonstige Gesundheitsrisiken

Tests & Checks

Rund um die Reisemedizin

Forum

Reisemedizin

Porträt Dr. med. Tomas Jelinek Forenexperte: Dr. Tomas Jelinek Forum Reisemedizin
Foren-Login

Sie sind noch nicht registriert? Kostenlos registrieren

Sub-Sahara Afrika

Sonstige Gesundheitsrisiken

Stand: 1. Dezember 2006Autor: Onmeda-Redaktion

  • In verschiedenen Ländern Asiens grassiert auf Geflügelfarmen regelmäßig die Vogelgrippe, auch Geflügelpest genannt. Die Erkrankung führt innerhalb kürzester Zeit zum Tod der erkrankten Tiere. Da der Erreger, das Virus H5N1, auch bei Zugvögeln auftritt, besteht die Gefahr einer weltweiten Ausbreitung. Die Viren sind auf den Menschen übertragbar und lösen schwere grippeähnliche Krankheitszustände aus, die oft tödlich enden. Seit den ersten Fällen im Jahr 2003 erkrankten mindestens 261 Personen, von denen 157 an den Folgen starben (in Aserbeidschan 8 Erkrankungen mit 5 Todesfällen, Ägypten 18 Erkrankungen mit 10 Todesfällen, China 21 Erkrankungen mit 14 Todesfällen, Dschibuti 1 Erkrankungsfall, Indonesien 74 Erkrankungen mit 57 Todesfällen, Irak 3 Erkrankungen mit 2 Todesfällen, Kambodscha 6 Todesfälle, Thailand 25 Erkrankungen mit 17 Todesfällen, Türkei 12 Erkrankungen mit 4 Todesfällen sowie Vietnam 93 Erkrankungen mit 42 Todesfällen). Aus Indonesien bestätigte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Übertragung des Erregers von Mensch zu Mensch. Einen vorbeugenden Impfschutz gegen die Erkrankung gibt es bislang nicht. Zur Vorbeugung einer Infektion wird Reisenden empfohlen, direkten Kontakt zu Hühnern und Schweinen zu meiden und Fleisch bzw. Eier vor dem Genuss auf mindestens 70°C zu erhitzen. (Stand: 27. Dezember 2006)
  • Im Norden Nigerias ist Anfang des Jahres 2004 nach der Weigerung der Bevölkerung, sich impfen zu lassen, eine neue Epidemie der Kinderlähmung (Poliomyelitis) ausgebrochen. Es handelt sich um eine akute Viruserkrankung, die zu bleibenden Lähmungen der Muskulatur oder gar zum Tod führen kann. Um eine Verbreitung der Krankheitserreger in die Nachbarstaaten Nigerias zu verhindern, startete die WHO im Februar und März letzten Jahres großangelegte Impfaktionen in den gefährdeten Ländern. Dennoch ist es zu Verschleppungen des Virus in andere afrikanische Länder gekommen. Nach Angaben des Komitees zur globalen Ausrottung der Poliomyelitis der WHO (Global Polio Eradication Initiative) stieg die Anzahl der Erkrankungen in den letzten beiden Jahren massiv an. Allein im Jahr 2005 wurden weltweit 1.938 neue Poliofälle registriert. Aktuelles: In diesem Jahr wurden weltweit bisher 1.820 Krankheitsfälle registriert, darunter: Äthiopien 16, Angola 1, Kamerun 1, Kenia 1, Kongo 11, Niger 12, Nigeria 1.043 und Somalia 32 (Stand: 20. Dezember 2006).
  • Aktuelles: Aus Kenia, insbesondere aus Rift Valley, Nyanza und Nairobi, wurden in den vergangenen Monaten vermehrt Fälle von Masern gemeldet. Auch in Uganda trat die Krankheit zuletzt in 24 Distrikten, darunter auch der Hauptstadt Kampala, verstärkt auf. Sie wird durch Viren verursacht und führt zu Hautausschlag, Fieber, Husten und Bindehautentzündung am Auge. Auch ernstzunehmende Komplikationen wie Lungen- und Mittelohrentzündung, Entzündungen des Kehlkopfes und der Luftröhre sowie Entzündungen des Gehirns und der Hirnhäute sind im weiteren Verlauf möglich. Reisenden nach Kenia und Uganda wird ein Impfschutz gegen Masern empfohlen. (Stand: Dezember 2006)
  • Alljährlich besteht in den meisten zentralafrikanischen Ländern während der sog. "Harmattan-Saison" zwischen Oktober und Mai ein erhöhtes Risiko für Infektionen mit bakterieller Hirnhautentzündung (Meningokokken-Meningitis). Der Harmattan ist ein trocken-heisser Südostwind, der auch als "Staubsturm" bekannt ist und im Bereich der West-Sahara und in Oberguinea weht. Die Bakterien werden über die Atemwege, z.B. beim Husten oder Niesen, übertragen und führen zu Kopfschmerzen, Benommenheit, schwerem Krankheitsgefühl, Fieber, Übelkeit, Erbrechen und Gelenkschmerzen. Insbesondere bei Säuglingen, Kleinkindern und alten Menschen zeigt die Krankheit oft dramatische Verläufe, die nicht selten tödlich enden.Aktuelles: Im November wurden mehrere Fälle von Meningokokken-Meningitis aus dem Süden des Sudans (Greater Yei County) bekannt. (Stand: Dezember 2006)
  • Infektionen mit dem in Zentralafrika weit verbreiteten Bakterium Chlamydia trachomatis sind Auslöser des Trachoms, auch Ägyptische Augenkrankheit genannt. Dabei handelt es sich um eine langwierige Entzündung der Horn- und Bindehaut des Auges, die zur Erblindung führen kann. Die Infektion erfolgt über direkten Kontakt zu Erkrankten oder indirekt über kontaminierte Gegenstände.
  • Verschiedene Viren können Fieber, das mit schweren lebensbedrohlichen Blutungen einhergeht (=hämorraghisches Fieber), verursachen. Arenaviren z.B., zu denen die so genannten Lassa-Viren gehören, sind vor allem in Westafrika verbreitet. Das Lassa-Virus führt zu einem hämorraghischen Fieber, bei dem nahezu alle inneren Organe in Mitleidenschaft gezogen werden und das entsprechend mit einer hohen Sterberate verbunden ist. Die Übertragung des Erregers erfolgt durch Hausmäuse und Ratten, z.B. über deren Urin. Reisende sollten deshalb darauf achten, dass Nahrungsmittel und Trinkwasser vor einem Kontakt mit Mäusen und Ratten geschützt sind. Marburg- und Ebola-Virus gehören zu den Filoviren, deren Überträger bisher nicht bekannt ist. Infektionen mit diesen Viren treten episodisch auf, größere Epidemien gab es bisher im Sudan, an der Elfenbeinküste, in Gabun, in der Demokratischen Republik Kongo und in Uganda. Ebolaerkrankungen haben eine Todesrate von 50-90%. Aktuelles:Lassa-Fieber tritt derzeit in vielen Ländern Sub-Saharas verstärkt auf, darunter in Ghana, Elfenbeinküste, Guinea, Liberia und Sierra Leone. Derzeit werden aus Kenia vermehrt Fälle von Rift-Valley-Fieber, einer Form von hämorrhagischem Fieber, gemeldet. Im Garissa-Distrikt sind bislang 32 Erkrankungen und 19 Todesfälle aufgetreten. (Stand: Dezember 2006)
  • Sub-Sahara Afrika ist hinsichtlich der HIV-Infektionen in der weltweiten Statistik führend. Schätzungen der WHO zufolge sind in den Ländern südlich der Sahara derzeit rund 25 Millionen Menschen mit HIV infiziert. Unter der erwachsenen Bevölkerung im Alter zwischen 15 und 49 Jahren variieren die Zahlen von 0,7 Prozent im Senegal bis 16 Prozent in Sambia. Allein im Jahr 2005 gab es rund 2,7 Millionen neue Infektionsfälle, ca. zwei Millionen Menschen starben an den Folgen von AIDS. Bei sexuellem Kontakt mit der einheimischen Bevölkerung ist daher generell große Vorsicht geboten. Das Benutzen von Kondomen wird dringend empfohlen. Vor einer medizinischen Versorgung mit Blutkonserven wird in Hinblick auf mögliche HIV-Infektionen gewarnt, sie sollte nur in unmittelbar lebensbedrohlichen Fällen in Anspruch genommen werden. Auch Spritzen und Kanülen, die in den Krankenhäusern benutzt werden, können verunreinigt sein.

Lesen Sie in diesem Beitrag zum Thema

Sub-Sahara Afrika

Das könnte Sie auch interessieren

Gesund auf Reisen

Gesund auf Reisen

Erfahren Sie im Ratgeber mehr über Reiseländer und Reisemedizin. mehr ...

Weitere Themen:

Am häufigsten gelesen

Leben mit Krebs

Leben mit Krebs

Im Themenspecial finden Betroffene und Angehörige Informationen zu modernen Therapieformen sowie zur aktuellen Krebsforschung. mehr ...

Weitere Themen:

PartnerangeboteAnzeige

Disclaimer:

© 2012 gofeminin.de GmbH – Das Informationsangebot rund um die persönliche Gesundheit auf www.onmeda.de dient ausschließlich Ihrer Information und ersetzt in keinem Fall eine persönliche Beratung, Untersuchung oder Diagnose durch einen approbierten Arzt. Die auf Onmeda zur Verfügung gestellten Inhalte können und dürfen nicht zur Erstellung eigenständiger Diagnosen und/oder einer Eigenmedikation verwendet werden. Bitte beachten Sie auch den Haftungsausschluss sowie unsere Hinweise zu den Bildrechten.