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Sub-Sahara Afrika

Impfungen

Stand: 1. Dezember 2006Autor: Onmeda-Redaktion

Pflichtimpfungen und allgemeine Vorschriften

Reisende nach Zentralafrika sollten sich grundsätzlich beim zuständigen Arzt oder Tropeninstitut bzw. ihrer Landesvertretung nach der aktuellen gesundheitlichen Situation im jeweiligen Reiseland und den Einreisebestimmungen hinsichtlich geforderter Impfungen und Gesundheitszeugnisse erkundigen.

Elefanten
Elefanten
  • Für Reisende nach Benin, Burkina Faso, Elfenbeinküste, Gabun, Ghana, Kamerun, die Demokratische Republik Kongo, Liberia, Mali, Niger, Ruanda, São Tomé und Prìncipe, Sambia, Sudan, Togo, Uganda und die Zentralafrikanische Republik besteht eine Immunisierungspflicht gegen Gelbfieber. Bei Reisen nach Angola, Äquatorialguinea, Äthiopien, Dschibuti, Eritrea, Gambia, Guinea, Guinea-Bissau, Kap Verde, Kenia, Madagaskar, Malawi, Mauretanien, Mauritius, Mosambik, Nigeria, Senegal, die Seychellen, Sierra Leone, Simbabwe, Somalia und die Vereinigte Republik Tansania ist der Nachweis eines Gelbfieberimpfschutzes nur für Reisende notwendig, die aus entsprechenden Infektionsgebieten kommen (Länderliste s. Gelbfieber). Da jedoch in den meisten zentralafrikanischen Ländern regelmäßig Gelbfieber auftritt, empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) unabhängig von den jeweiligen Landesvorschriften nachdrücklich für alle Reisende in diese Region jenseits des ersten Lebensjahres eine vorbeugende Immunisierung gegen die Erkrankung.
  • Bei der Einreise nach Äquatorialguinea, Benin, Gabun, der Demokratischen Republik Kongo, Liberia, Nigeria, der Vereinigten Republik Tansania und der Zentralafrikanischen Republik wird gelegentlich für Reisende der Nachweis eines Cholera-Impfschutzes gefordert. Aus medizinischer Sicht wird die Impfung gegen Cholera für Touristen im Allgemeinen nicht empfohlen. Als Schutz vor der Erkrankung gilt in erster Linie eine gute Lebensmittel- und Trinkwasserhygiene.
  • Für Reisende nach Nigeria wird bei der Einreise aus einem anderen afrikanischen Staat der Nachweis eines Impfschutzes gegen Meningokokken-Meningitis verlangt. Da die Erkrankung in Zentralafrika generell weit verbreitet ist, wird auch für Reisende nach Angola, Äquatorialguinea, Äthiopien, Benin, Burkina-Faso, Dschibuti, Elfenbeinküste, Eritrea, Gambia, Ghana, Guinea, Guinea-Bissau, Kamerun, Kenia, Demokratische Republik Kongo, Mali, Mauretanien, Niger, Ruanda, Senegal, Sierra Leone, Somalia, Sudan, Vereinigte Republik Tansania, Togo, Tschad, Uganda und die Zentralafrikanische Republik eine vorbeugende Immunisierung gegen die Erkrankung empfohlen. Das Infektionsrisiko ist in der Zeit von Oktober bis Mai während der "Harmattan-Saison" besonders hoch.

Allgemeine Impfempfehlungen

  • Die klassischen Impfungen gegen Tetanus und Diphtherie sind - bei vorhandener Grundimmunisierung und unabhängig von jeglichen Reiseplänen - mindestens alle zehn Jahre aufzufrischen. Bei Reisen nach Zentralafrika sollte in jedem Fall für ausreichenden Impfschutz gegen diese beiden Erkrankungen gesorgt werden.
  • Auch die Impfung gegen Kinderlähmung (Poliomyelitis) wird dringend empfohlen. In einigen Ländern (z.B. Nigeria) muss bei der Einreise ein gültiger Impfschutznachweis vorgelegt werden. Bei vorhandener Grundimmunisierung von drei dokumentierten Schluckimpfungen empfiehlt sich eine Auffrischung des Impfschutzes im Zehnjahresrhythmus. Im Zweifelsfall sollten Reisende hierzu ihren behandelnden Arzt befragen.

Spezielle Impfempfehlungen

  • Da Hepatitis A-Infektionen in allen Ländern Zentralafrikas häufig sind, sollte rechtzeitig vor Reisebeginn eine Immunisierung gegen das Virus erfolgen.
  • Insbesondere bei einem längeren Aufenthalt in Zentralafrika und intensivem Kontakt zur einheimischen Bevölkerung empfiehlt sich eine Impfung gegen Hepatitis B. Das Virus wird durch Blut oder Körperflüssigkeiten (z.B. Sperma bei Geschlechtsverkehr) übertragen und ist im mittleren Afrika unter der Bevölkerung weit verbreitet. Im Gambia z.B. sind Schätzungen zu Folge etwa 20% der erwachsenen Bevölkerung mit Hepatitis B infiziert. Bei sexuellem Verkehr sollten daher unbedingt Kondome benutzt werden. Bei der Immunisierung kann ein Kombinationsimpfstoff für Hepatitis A und B verwendet werden.
  • Da Typhus in Zentralafrika weit verbreitet ist, wird im Allgemeinen eine Schutzimpfung gegen die Erkrankung empfohlen.
  • Nach Meldungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) nahm die Anzahl an Malariafällen unter Reisenden aus zentralafrikanischen Ländern in den Jahren 2003 und 2004 drastisch zu. Dies wird darauf zurückgeführt, dass das Infektionsrisiko und die möglichen Folgen einer Erkrankung unterschätzt und entsprechend nur mangelhafte Vorbeugungsmaßnahmen ergriffen wurden. Eine medikamentöse Prophylaxe gegen Malaria ist für alle Länder Zentralafrikas mit Ausnahme Kap Verdes und der Seychellen dringend anzuraten. Sie sollte allerdings nur nach Absprache mit dem zuständigen Arzt bzw. städtischen Tropeninstitut erfolgen, da bei bestimmten Medikamenten erhebliche Nebenwirkungen auftreten können.
  • Das Tollwut-Virus ist in allen Ländern mit Ausnahme Kap Verde, der Komoren und der Seychellen verbreitet. Da die Übertragung von Tollwut auf den Menschen durch den Speichel eines erkrankten Tieres erfolgt, wird insbesondere für Personen, die aus beruflichen oder anderen Gründen einem erhöhten Ansteckungsrisiko ausgesetzt sind (z.B. Forstarbeit, Jagd, Landaufenthalt), ein vorbeugender Impfschutz empfohlen. Generell ist in ländlichen Regionen Vorsicht vor streunenden Hunden oder Katzen bzw. zahm wirkenden Wildtieren geboten.

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