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Nordafrika

Impfungen

Stand: 1. Dezember 2006Autor: Onmeda-Redaktion

Pflichtimpfungen und allgemeine Vorschriften

  • Bei Direkteinreise in die Länder Nordafrikas bestehen keine Pflichtimpfungen. Da sich die medizinischen Einreisebestimmungen jedoch immer wieder ändern können, sollten sich Reisende generell bei der jeweiligen Botschaft oder Landesvertretung nach den aktuellen Regelungen erkundigen.

  • Bei der Einreise aus entsprechenden Infektionsgebieten besteht für Reisende in alle Länder Nordafrikas mit Ausnahme Marokkos eine Immunisierungspflicht gegen Gelbfieber. Darüber hinaus müssen Reisende nach Ägypten, wenn sie aus Botswana, Malawi, Mauretanien, Belize, Costa Rica, Guatemala, Honduras, Nicaragua, Sambia oder Trinidad und Tobaco kommen, einen Gelbfieber-Impfschutz nachweisen. Bei der Einreise nach Ägypten aus dem Sudan müssen entweder ein gültiger Impfnachweis oder eine Bescheinigung der sudanesischen Behörde vorgelegt werden, aus der hervorgeht, dass sich der Reisende im Sudan in den letzten sechs Tagen vor der Einreise nicht in einem Gebiet südlich von 15° nördlicher Breite aufgehalten hat.

Allgemeine Impfempfehlungen

  • Die klassischen Impfungen gegen Tetanus und Diphtherie sind - bei vorhandener Grundimmunisierung und unabhängig von jeglichen Reiseplänen - mindestens alle zehn Jahre aufzufrischen. Bei Reisen nach Nordafrika sollte in jedem Fall für ausreichenden Impfschutz gegen diese beiden Erkrankungen gesorgt werden.

  • Reisenden nach Nordafrika wird der Impfschutz gegen Kinderlähmung, Poliomyelitis, dringend empfohlen. Bei vorhandener Grundimmunisierung von drei dokumentierten Schluckimpfungen, empfiehlt sich eine Auffrischung des Impfschutzes im Zehnjahresrhythmus. Im Zweifelsfall sollte hierzu der behandelnde Arzt befragt werden.

Spezielle Impfempfehlungen

  • Da Hepatitis A-Infektionen in allen Ländern Nordafrikas häufig sind, sollte rechtzeitig vor Reisebeginn eine Immunisierung gegen das Virus erfolgen.

  • Insbesondere bei einem längeren Aufenthalt in Nordafrika und intensivem Kontakt zur einheimischen Bevölkerung empfiehlt sich eine Impfung gegen Hepatitis B. Das Virus wird durch Blut oder Körperflüssigkeiten (z.B. Sperma bei Geschlechtsverkehr) übertragen. Bei der Immunisierung kann ein Kombinationsimpfstoff für Hepatitis A und B verwendet werden.

  • Da Typhus in einigen Gebieten Nordafrikas weit verbreitet ist, wird eine Impfung vor Reiseantritt empfohlen.

  • Eine medikamentöse Prophylaxe gegen Malaria sollte bei Reisen in die betroffenen Gebiete Ägyptens, Algeriens, Libyens und Marokkos nur nach Absprache mit dem zuständigen Arzt oder städtischen Tropeninstitut erfolgen. Für Reisende nach Tunesien besteht grundsätzlich kein Prophylaxebedarf.

  • Das Tollwut-Virus ist in Ägypten, Marokko und Tunesien landesweit verbreitet. Vorbeugende Impfungen gegen die Erkrankung werden Reisenden im Allgemeinen jedoch nicht empfohlen, da das Ansteckungsrisiko relativ gering ist. Die Übertragung von Tollwut auf den Menschen erfolgt durch den Speichel eines erkrankten Tieres. Aus diesem Grund sollten sich Personen, die aus beruflichen oder anderen Gründen für eine Ansteckung besonders gefährdet sind (z.B. Forstarbeit, Jagd, Landaufenthalt), bei Reisen in die betroffenen Gebiete über Impfmöglichkeiten informieren. Generell ist in ländlichen Regionen Vorsicht vor streunenden Hunden oder Katzen bzw. zahm wirkenden Wildtieren geboten.

  • In den Monaten Dezember bis Mai treten im Nildelta Ägyptens alljährlich vermehrt Fälle von bakterieller Meningitis (Meningokokken-Meningitis) auf. Reisenden in dieses Gebiet wird eine Immunisierung gegen die Erkrankung mindestens zwei Wochen vor Reisebeginn empfohlen. Die Impfung sollte mit einem sog. tetravalenten Impfstoff erfolgen, der gegen die Serogruppen A, C, W, und Y wirkt.

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