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Nordafrika

Gesundheitsrisiken für den Reisenden

Stand: 1. Dezember 2006Autor: Onmeda-Redaktion

Vor allem Reisende, die sich z.B. aus beruflichen Gründen häufig oder sehr lange in einem nordafrikanischen Reiseland aufhalten, selbstständig reisen (z.B. Rucksacktouristen) oder von vornherein gesundheitliche Probleme haben, sollten über folgende Infektionskrankheiten informiert sein und die allgemeinen und speziellen Impfempfehlungen beachten.

Gesundheitsrisiken durch Nahrungsmittel

Nahrungsmittelbedingte Infektionen treten in Nordafrika häufig auf, weshalb gute Hygiene besonders wichtig ist. Generell ist Vorsicht gegenüber Imbissständen an der Straße geboten. Obst und Gemüse sollten vor dem Verzehr mit abgekochtem Wasser gründlich abgewaschen werden. Ist dies nicht möglich, sollte nur zu schälendes Obst oder Gemüse gegessen werden. Darüber hinaus empfiehlt es sich, ausschließlich abgekochtes Leitungswasser zu trinken (Vorsicht bei Eiswürfeln!). Mikrofilter und Entgiftungstabletten zur Reinigung von Wasser aus z.B. Flüssen oder Bächen sind in Europa im Handel erhältlich. Reisende sollten sich rechtzeitig vor Beginn der Reise über die verschiedenen Möglichkeiten und Wirkungsweisen solcher Mittel informieren. Mit einfachen Hygienemaßnahmen lassen sich lästige Darminfektionen in vielen Fällen vermeiden.

  • Besonders häufig sind bakteriell ausgelöste Durchfallerkrankungen (=Diarrhoen), z.B. durch Infektionen mit Campylobacter, E. coli, Salmonellen (s. Typhus) oder Shigellen (s. Ruhr). Vor allem aus Algerien werden immer wieder Typhuserkrankungen gemeldet, die auch Touristen betreffen. Geschätzt wird, dass einer von 30.000 Fernreisenden an Typhus erkrankt. Daneben spielen Parasiten eine zentrale Rolle bei der Auslösung von lebensmittelbedingten Erkrankungen. Dazu zählen vor allem Fadenwürmer, z.B. Spulwurm und Peitschenwurm, und Bandwürmer wie der Rinderfinnen- und der Schweinefinnenbandwurm, die durch den Verzehr von rohem oder nicht ausreichend erhitztem Rind- bzw. Schweinefleisch (z.B. in Form von Tatar) übertragen werden (Taeniose). Verbreitet ist der sog. Hundebandwurm (Echinococcus). Eine Infektion mit diesem Erreger erfolgt über die Aufnahme von Parasiteneiern, die sich auf Nahrungsmitteln (z.B. Beeren) bzw. im Speichel oder Fell von Hunden befinden. Andere typische Erreger von infektiösen Darmerkrankungen, die in Nordafrika auftreten, sind Giardia lamblia, ein Dünndarmparasit, der zu Darmentzündungen und Durchfall führt (Giardiasis), und Amöben ("Amöbenruhr").
  • Häufig vorkommend ist die sog. Brucellose, eine Infektion mit dem Bakterium Brucella durch direkten Kontakt mit erkrankten Tieren (Rindern, Schweinen, Ziegen) oder über kontaminierte Lebensmittel, vor allem nichtpasteurisierte Milch und Milchprodukte. Beim Menschen geht die Erkrankung mit heftigen Fieberschüben und einem Befall von Leber, Milz, Knochenmark und Lymphbahnen einher.
  • Für Reisende nach Nordafrika besteht ein erhöhtes Risiko für Infektionen mit Hepatitis A und Hepatitis E. Beide Viren werden vor allem durch verunreinigte Lebensmittel und Trinkwasser, seltener durch direkten Körperkontakt zu Erkrankten übertragen. Darüber hinaus treten in allen nordafrikanischen Ländern landesweit Infektionen mit Hepatitis B auf. Das Virus wird durch Blut oder Körperflüssigkeiten (z.B. Sperma bei Geschlechtsverkehr) übertragen, weshalb bei sexuellem Verkehr unbedingt Kondome benutzt werden sollten.

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