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Nordafrika

Gesundheitsrisiken durch Insekten

Stand: 1. Dezember 2006Autor: Onmeda-Redaktion

  • Zu den von Insekten und Spinnentieren übertragenen Krankheiten gehört Filariasis. Dabei handelt es sich um eine Infektion mit Filarien, einer Art Fadenwürmer, die sich bevorzugt im Bindegewebe und in den Lymphgefäßen ansammeln. Sie können zu schweren Hautveränderungen und Augenschäden bis hin zur Blindheit führen. Filarien-Übertragungsgebiet ist vor allem das Nildelta.

  • Eine andere durch Insekten übertragene Erkrankung ist die sog. Leishmaniose. Leishmanien sind Parasiten, die durch die Weibchen von Schmetterlingsmücken (v.a. Sandmücken, "sand flies") auf den Menschen übertragen werden. Sie führen entweder zu einer Erkrankung der Haut - kutane Leishmaniose oder "Orientbeule" genannt - oder zu einer Erkrankung der Eingeweide - viszerale Leishmaniose oder "Kala-Azar" genannt. Kutane Leishmaniose ist in Ägypten vor allem im Norden des Landes und in Algerien, Marokko bzw. Tunesien landesweit verbreitet. Kala Azar kommt in Ägypten vor allem im Norden und in allen anderen nordafrikanischen Ländern landesweit vor.

  • In einigen Gebieten in Ägypten (Sennoris- und Al-Fayum-Distrikt), Algerien, Libyen und Marokko treten in den Frühlings-, Sommer- und Herbstmonaten Infektionen mit Malaria auf. Das Risiko und der Verbreitungsgrad der Krankheit sind allerdings relativ gering. Für ausreichenden Mückenschutz in Form spezieller Antimückenmittel, Mückennetze und bedeckender Kleidung sollte dennoch unbedingt gesorgt werden.

  • In allen Ländern Nordafrikas kann West-Nil-Fieber auftreten. Die Krankheit wird durch Mücken übertragen und geht mit einer Entzündung des Gehirns (=Enzephalitis) einher. In Marokko werden außerdem immer wieder Fälle von sog. Dengue-Fieber beobachtet, das zu schweren Blutungen und Blutgerinnungsstörungen führen kann und ebenfalls von Mücken übertragen wird.

  • In Marokko sind landesweit Borrelienarten verbreitet, die endemisches Rückfallfieber verursachen können. Die Übertragung der Borrelien auf den Menschen erfolgt durch Zecken. Rückfallfieber zeichnet sich durch periodisch wiederkehrende Fieberschübe aus. Verbreitet ist außerdem Sandflohfieber, eine juckende Hautkrankheit, die durch Befall mit Sandflöhen ausgelöst wird.

  • In Ägypten, Algerien, Marokko und Tunesien sind landesweit Fälle von Fleckfieber zu beobachten. Die Erkrankung wird durch eine Infektion mit Bakterien, sog. Rickettsien, verursacht, die durch Kleiderläuse oder Rattenflöhe auf den Menschen übertragen werden.

  • In Nordafrika weit verbreitet ist Bilharziose, eine Infektion mit Pärchenegeln (Schistosoma). Sie kommt in Ägypten im Nildelta und Suez-Gebiet, in Algerien im Norden des Landes, in Libyen v.a. in den Gebieten um Derna, Fessan und Tauorga, in Tunesien v.a. in Gafsa und Schott Djerit und in Marokko landesweit vor. Die Infektion erfolgt über Schwanzlarven der Egel, die Zerkarien genannt werden. Diese schwimmen im Süßwasser umher und dringen bei Kontakt mit einem Menschen in dessen Haut ein. Verschiedene Erkrankungserscheinungen wie Fieber, Hautveränderungen, Kopf- und Gliederschmerzen, Bauchschmerzen, Störungen der Harnblasenfunktion sowie Schädigungen der Lunge, der Leber, des Herzens oder des Gehirns können die Folge sein.

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