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Forenexperte: Dr. Jan-Peter Siegers
Forum Venenprobleme
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Stand: 18. Juni 2010Autor: Onmeda-Redaktion
Die Wahrscheinlichkeit für eine Reisethrombose auf Langstreckenflügen (Flugdauer mehr als sechs bis acht Stunden) ist mit unter einem Zehntelprozent sehr gering. Wer vorbeugen will, kann sein Thromboserisiko mithilfe einfacher Maßnahmen beinah auf null reduzieren.
Vermeiden Sie stundenlanges, starres Sitzen. Ob Sie nun häufiger zur Toilette spazieren oder Beinübungen (z.B. Fußwippen, isometrische Übungen) machen – Bewegung ist in allen Verkehrsmitteln möglich, sei es nun in Flugzeug, Zug, Bus oder Auto. Laufen Sie wenn möglich herum, gehen Sie im Gang auf und ab, strecken und dehnen Sie sich.
Regelmäßige Pausen bieten sich gerade bei längeren Reisen mit dem Auto auch aus mehreren Gründen an: Sie fördern nicht nur die Durchblutung der Beine, sondern auch die Konzentrationsfähigkeit des Fahrers.
Wer die Beine übereinanderschlägt, verlangsamt den Blutfluss in den Beinen zusätzlich. Stellen Sie die Beine deshalb lieber locker nebeneinander auf.
Einfache Übungen im Sitzen regen die Blutzirkulation an:
Achten Sie bei Langstreckenflügen oder langen Reisen darauf, ausreichend zu trinken: idealerweise einen Viertelliter Flüssigkeit auf zwei Stunden. Entscheiden Sie sich am besten für Wasser mit wenig Kohlensäure, Saftschorlen sowie Kräuter- oder Früchtetee. Halten Sie sich dagegen bei alkoholischen Getränken ein wenig zurück, da sie zu einer Entwässerung über die Nieren führen. Kaffee und schwarzer Tee entwässern dagegen nach neueren Erkenntnissen nicht und können ebenfalls zur Flüssigkeitsbilanz beitragen. Wegen des Koffeingehalts sollte man jedoch generell nicht mehr als vier Tassen Kaffee pro Tag trinken.
Dass Rauchen in Flugzeugen und in vielen Ländern auch in Zügen verboten ist, ist nicht nur angenehm für Nichtraucher, es kommt auch den Rauchern zugute. Denn Rauchen hat sowohl einen nachteiligen Einfluss auf die Blutgerinnung als auch auf die Gefäßwände: Das Blut gerinnt schneller und die Blutgefäße verengen sich – diese Faktoren begünstigen eine Thrombose.
Tragen Sie auf langen Reisen eher lockere Kleidung und weite Schuhe, die den Körper und die Durchblutung nicht einengen. Bevorzugen Sie Strümpfe mit nicht zu engen Bündchen.
Kniehohe Stütz- oder Kompressionsstrümpfe können das Risiko für eine Reisethrombose auf Langstreckenflügen nachweislich senken. Diese sollten Sie jedoch mindestens zwei Stunden vor dem Flug anziehen und für die Dauer des Fluges tragen.
Immer wieder wird empfohlen, zum Vorbeugen einer Reisethrombose den Wirkstoff Acetylsalicylsäure (ASS) einzunehmen. Bisher gibt es allerdings keinen Beweis dafür, dass dies auch tatsächlich hilft. Da Acetylsalicylsäure nur im arteriellen Blut wirkt, Thrombosen in der Regel jedoch in den Venen entstehen, ist ein vorbeugender Effekt eher unwahrscheinlich.
Verschreibungspflichtige Wirkstoffe wie Phenprocoumon oder Heparin, die die Blutgerinnung hemmen (sog. Antikoagulanzien), senken dagegen nachweislich das Thromboserisiko. Allerdings gibt es bislang keine Studie in Zusammenhang mit Langstreckenflügen. Die blutgerinnungshemmende Wirkung setzt im Fall des Phenprocoumons jedoch erst nach circa drei Tagen ein – mit der Einnahme müsste daher einige Tage vor der Reise begonnen werden.
Manche Passagiere haben ein erhöhtes Thromboserisiko (z.B. durch Diabetes mellitus, Blutgerinnungsstörungen, Übergewicht, Schwangerschaft o.Ä.). In solchen Fällen ist es sinnvoll, sich vor einem Langstreckenflug oder einer langen Reise mit seinem Arzt zu beraten. Dieser kann abwägen, ob besondere Vorbeuge-Maßnahmen zu treffen sind und verschreibt eventuell ein Medikament, das die Blutgerinnung hemmt.
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