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Porträt Annette Mittmann Forenexpertin: Annette Mittmann Forum Schwangerschaft & Geburt
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Therapie

(Stand: 6. November 2007)

Die Therapie einer drohenden Frühgeburt hängt im Wesentlichen von dem gesundheitlichen Zustand von Mutter und Kind ab. Daher muss man im Einzelfall entscheiden, ob die Schwangerschaft erhalten oder die Geburt eingeleitet werden soll.

Jede Schwangere, die Anzeichen einer drohenden Frühgeburt aufweist, sollte sofort in ein Krankenhaus eingewiesen werden.

Ist das Kind bereits soweit entwickelt, dass es gute Überlebenschancen hat, kann die Geburt auch beendet werden. Dies sollte immer unter ärztlicher Leitung erfolgen. Da Frühgeborene gegenüber Druckeinwirkungen sehr empfindlich sind, sollte trotz der Kleinheit des Kindes eine ausgiebige Episiotomie erfolgen oder aber eine Spezialzange verwendet werden. Eine Vakuumextraktion ist nicht anzuwenden. Das Kind ist nach der Geburt unverzüglich in ein Frühgeborenen-Zentrum zu verlegen. Dort ist u.a. die Unterbringung in einem Inkubator (Brutkasten) gewährleistet.

Erhaltung der Schwangerschaft

Um die Schwangerschaft zu erhalten, sollte die werdende Mutter strikte Bettruhe einhalten. Wenn die Wehen weiterhin anhalten, werden Wehen hemmende Wirkstoffe wie zum Beispiel Beta-Sympathomometika (u.a. Fenoterol) oder Oxytocin-Antagonisten (u.a. Atosiban) eingesetzt.

Um die Lungenreife beim Kind zu beschleunigen, wird häufig Betamethason verabreicht.

Ist der Muttermund bereits eröffnet und liegt zugleich eine Verkürzung des Gebärmutterhalses vor (Zervixinsuffizienz vor), kann der Muttermund bis zur 28. Schwangerschaftswoche (SSW) mithilfe einer so genannten Cerclage mechanisch verschlossen werden.

Einleitung der Frühgeburt

Ist das Kind bereits soweit entwickelt, dass es gute Überlebenschancen hat, kann die Geburt unter ärztlicher Leitung eingeleitet werden. Die frühzeitige Entbindung wird ebenfalls durchgeführt, wenn diese nicht mehr aufzuhalten ist, zum Beispiel durch einen vorzeitigen Blasensprung, eine Plazentaablösung, schwerer Präeklampsie oder eine fortschreitende Muttermundsöffnung. Da Frühgeborene gegenüber Druckeinwirkungen sehr empfindlich sind, wird oft ein Dammschnitt vorgenommen.

Nach der Frühgeburt

Unmittelbar nach der Geburt wird das Kind in der Regel in einen Brutkasten gelegt. Hier werden Temperatur und Luftfeuchtigkeit überwacht. Gegebenenfalls wird dem Neugeborenen Sauerstoff zugeführt.

Viele Frühgeborene bis zur 32. SSW können Milch noch nicht richtig verdauen. Daher ernährt man sie zunächst mit einer Mischung aus Zucker und Wasser. Die Gabe von Muttermilch sollte so früh wie möglich erfolgen, da diese wichtige Nährstoffe in erhöhter Konzentration enthält.

Eine Frühgeburt ist immer mit einer hohen Belastung für Mutter und Kind verbunden. Um die emotionale Bindung herzustellen, wird in vielen Kliniken der Körperkontakt gefördert, indem das Neugeborene für einige Stunden am Tag von Decken umhüllt auf die unbekleidete Brust oder den Bauch von Mutter oder Vater gelegt wird (sog. Känguru-Methode).

Weiterlesen: Frühgeburt: Komplikationen

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