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Normale GeburtPhasen der GeburtStand: 2. September 2010Autor: Onmeda-Redaktion EröffnungsperiodeDie Eröffnungsperiode der normalen Geburt beginnt, sobald die Wehen regelmäßig auftreten, und dauert bis zur vollständigen Eröffnung des Muttermundes an. Bei Erstgebärenden dauert die Eröffnungsphase zwischen sieben und zehn Stunden, bei Mehrgebärenden ist sie auf etwa vier Stunden verkürzt. Nach der Eröffnungsperiode reißen die Eihäute ein (rechtzeitiger Blasensprung). Springt die Fruchtblase bereits in der Eröffnungsphase, wird das als frühzeitiger Blasensprung bezeichnet. Die meisten Frauen suchen in dieser Phase das Krankenhaus auf oder rufen ihre Hebamme, falls eine Hausgeburt geplant ist. Es ist die Aufgabe des Geburtshelfers, anhand der Befragung und Untersuchung der Schwangeren zu klären, ob eine normale oder eine Risikogeburt zu erwarten ist und die entsprechenden Vorkehrungen zu treffen. AustreibungsperiodeDie Austreibungsperiode beginnt, wenn der Muttermund vollständig geöffnet ist, und endet mit der Geburt des Kindes. Bei Erstgebärenden dauert sie zwischen 60 und 75 Minuten, bei Mehrgebärenden verkürzt sie sich auf 20 bis 30 Minuten. Wenn in dieser Phase die Fruchtblase springt, spricht man vom sogenannten rechtzeitigen Blasensprung. Durch den Blasensprung entsteht eine Sogwirkung am Kopf des Kindes, wodurch sich eine sogenannte Geburtsgeschwulst bilden kann. Diese harmlose Schwellung bildet sich innerhalb weniger Tage nach der Geburt zurück. Wenn der Kopf des Kindes so tief liegt, dass er auf die Beckenorgane drückt, wird der Pressdrang ausgelöst. Dieser Zwang zum Mitpressen während der Wehe treibt das Kind vorwärts. Die Austreibungsperiode ist die für das Kind kritischste Phase während der Geburt. Daher werden kontinuierlich, wenigstens nach jeder Wehe, die Herztöne des Kindes überprüft. Gefahr besteht, wenn die Sauerstoffzufuhr für das Kind durch eine verminderte Durchblutung der Plazenta oder der Nabelschnur eingeschränkt oder der Druck auf den Kopf des Kindes durch einen zu hohen Widerstand des Beckenbodens erhöht ist. In diesem Fall muss ein Dammschnitt (Episiotomie) durch die Hebamme oder den Geburtshelfer durchgeführt werden, der den Beckenboden vor einer Überdehnung oder einem Riss schützt, den Druck auf den kindlichen Kopf vermindert und die Austreibungsperiode verkürzt. Nachdem der Kopf geboren ist, folgt der Rumpf bei normalgewichtigen Kindern problemlos, da er einen geringeren Durchmesser als der Kopf aufweist und sehr gut verformt werden kann. Anschließend wird das Kind abgenabelt und gegebenenfalls der Nasen-Rachen-Raum abgesaugt. Auf speziellen Wunsch der Eltern kann in einigen Kliniken auch später abgenabelt werden. NachgeburtsperiodeDie Plazentarperiode oder Nachgeburtsperiode beginnt mit dem Abnabeln des Kindes und ist beendet, wenn der Mutterkuchen (Plazenta) ausgestoßen wird. Die Nachgeburtsperiode ist aufgrund der starken Blutungsgefahr der für die Mutter kritischste Abschnitt der Geburt. Durch die Nachgeburtswehen wird die Gebärmutter Schritt für Schritt verkleinert, wodurch sich die Größe der Stelle verringert, an der die Plazenta haftet. Durch diese Flächenverschiebung löst sich die Plazenta schließlich von der Gebärmutter ab. Wenn sich die Plazenta vollständig gelöst hat, wird sie durch Mitpressen der Frau geboren. Dieser Vorgang dauert im Durchschnitt 20 Minuten. Reicht die Bauchpresse der Frau nicht aus, kann die Ausstoßung der Plazenta durch die Hebamme oder den Geburtshelfer unterstützt werden, indem diese von außen auf die Bauchdecke drücken oder an der Nabelschnur ziehen. Um den Blutverlust möglichst gering zu halten (weniger als 500 Milliliter), sollte die Nachgeburtsperiode nicht länger als 30 Minuten dauern. 90 Prozent der Plazenten werden innerhalb von 15 Minuten nach der Geburt des Kindes geboren, 97 Prozent innerhalb von 30 Minuten. Immer häufiger wird eine sogenannte aktive Leitung der Plazentarperiode durchgeführt. Bei dieser werden die Nachwehen medikamentös stimuliert, bis die Plazenta ausgestoßen wird, und anschließend eine Dauerkontraktion der Gebärmutter durch Medikamente unterstützt, um die Blutung zu stillen. Auf diese Weise verkürzt sich diese Phase auf etwa zehn Minuten und der Blutverlust reduziert sich auf etwa 200 Milliliter. Sehr wichtig ist es, die Plazenta nach ihrer Abstoßung auf Vollständigkeit zu überprüfen, da in der Gebärmutter verbliebene Reste zu Blutungen und Infektionen führen können. Die normale Geburt ist zwei Stunden nach Ausstoßen der Plazenta beendet. In diesem Zeitraum wird die Blutstillung in der Gebärmutter überwacht. Außerdem werden die Weichteile des Geburtskanals (Gebärmutterhals, Scheide, Beckenboden, Damm) untersucht, um eventuelle Verletzungen möglichst früh erkennen und behandeln zu können. Lesen Sie in diesem Beitrag zum ThemaNormale Geburt
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