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Kaiserschnitt

Anwendungsgebiete

Stand: 2. September 2010Autor: Onmeda-Redaktion

Ein Kaiserschnitt kann geplant oder ungeplant erfolgen.

Ursachen für einen geplanten Kaiserschnitt können sein:

  • eine Erkrankung der Mutter, die Mutter oder Baby während einer normalen Geburt gefährden oder die Mutter bei der Geburt zu sehr anstrengen würde, wie zum Beispiel Krampfleiden, bestimmte Augenerkrankungen, Herzfehler oder Gestosen oder sonstige Allgemeinerkrankungen
  • hohes Infektionsrisiko für das Kind, wie zum Beispiel bei Herpes genitalis oder HIV
  • Mehrlingsschwangerschaften, bei denen mindestens ein Kind ungünstig liegt
  • Entwicklungsstörungen des Babys
  • eine Enge des mütterlichen Beckens (Schädel-Becken-Missverhältnis)
  • eine vor dem Muttermund liegenden Plazenta (Plazenta praevia)
  • Quer- oder Steißlage
  • ausdrücklicher Wunsch der werdenden Mutter

Ein ungeplanter Kaiserschnitt kann notwendig werden bei:

  • plötzlichen Komplikationen während der Geburt, wie Fieber oder Blutdruckschwankungen
  • Gefährdung des Kindes durch eine Notfallsituation, wie zum Beispiel einen Nabelschnurvorfall oder eine vorzeitige Plazentaablösung, oder durch sonstige Sauerstoffmangel-Situationen, die im Kardiotokogramm oder durch eine Mikroblutuntersuchung erkannt werden
  • unzureichendem Geburtsfortschritt (Wehenschwäche)
  • einer Enge des mütterlichen Beckens (Schädel-Becken-Missverhältnis), die im Voraus nicht absehbar war

Manche Indikationen, also Entscheidungsursachen, werden von den Ärzten unterschiedlich bewertet. So ist zum Beispiel die Steißlage, auch Beckenendlage genannt, für viele Gynäkologen ein Grund für einen Kaiserschnitt, besonders wenn es sich bei der werdenden Mutter um eine Erstgebärende handelt, während andere Ärzte in der gleichen Situation durchaus eine vaginale Entbindung befürworten. Ähnliches gilt für Zwillings- und Mehrlingsschwangerschaften.

Die medizinische Notwendigkeit des Kaiserschnitts in Geburtssituationen, die eine Gefährdung für Mutter oder Kind darstellen, ist unbestritten. Immer öfter wird jedoch auch der Kaiserschnitt als Alternative zu einer natürlichen Geburt angeboten. Die Vorteile sind in erster Linie bessere Planbarkeit für die Mutter und häufig niedrigere Kosten für die Kliniken. Durch einen Kaiserschnitt entstehen außerdem bei der Geburt weniger Schmerzen – jedoch dauert es dafür länger, bis die Kaiserschnittnarbe verheilt und es kann zu Wundschmerzen und Komplikationen mit der Narbe, besonders in Folgeschwangerschaften, kommen.

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