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Wechseljahre (Klimakterium)

Weibliche Geschlechtshormone

Stand: 20. Januar 2012Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Die für die Wechseljahre (Klimakterium) verantwortlichen Hormonumstellungen führen dazu, dass die Konzentration mancher weiblicher Geschlechtshormone abnimmt, während der Körper andere weibliche Geschlechtshormone vermehrt bildet. Mit die wichtigste Gruppe unter den weiblichen Geschlechtshormonen sind die Östrogene (fachsprachlich: Estrogene). Zu den Geschlechtshormonen zählen außerdem die Gonadotropine und die Gestagene.

Östrogene

Für die Bildung der Östrogene sind vor allem die Eibläschen (Follikel) in den Eierstöcken verantwortlich, weshalb man Östrogene manchmal auch Follikelhormone nennt. Diese während der Wechseljahre zunehmend weniger gebildeten Geschlechtshormone haben zahlreiche Funktionen im Körper und spielen unter anderem eine Rolle beim Menstruationszyklus und Eisprung. Die Hormongruppe der Östrogene ist also vor allem für die Fortpflanzung wichtig. Zu den wichtigsten natürlichen Östrogenen gehören die Hormone Estradiol, Estron und Estriol (manchmal auch mit Ö geschrieben, also Östradiol, Östron und Östriol). Diese drei Östrogene unterscheiden sich vor allem in ihrer Aktivität. Estradiol ist das aktivste Östrogen, während Estron nur etwa ein Drittel und Estriol sogar nur ein Zehntel dieser Aktivität besitzt.

Östrogene beeinflussen zum Beispiel:

  • den weiblichen Klang der Stimme
  • das Wachstum der weiblichen Brust
  • das Unterhautfettgewebe
  • die Gebärmutter (Uterus) :
    • regelmäßiger Aufbau der Gebärmutterschleimhaut im Rahmen des Menstruationszyklus
    • Wachstum der Gebärmuttermuskulatur
  • den Gebärmutterhals (Zervix):
    • Öffnung des Muttermunds vorm Eisprung
    • Menge und Konsistenz des Zervixschleims
  • die knochenbildenden Zellen und dadurch die Knochenstabilität

Gonadotropine

Die mit Einsetzen der Wechseljahre vermehrt gebildeten Gonadotropine sind eine Gruppe von Geschlechtshormonen, deren Bildung im Gehirn erfolgt und die von dort ins Blut gelangen. Zu den Gonadotropinen zählen das luteinisierende Hormon (LH) und das follikelstimulierende Hormon (FSH). LH und FSH fördern zusammen die Östrogenproduktion der Eierstöcke.

Luteinisierendes Hormon (LH): Luteinisieren bedeutet übersetzt so viel wie gelb färben. Das Gehirn schüttet das luteinisierende Hormon aus, um den Eisprung anzuregen. LH fördert auch die Bildung des sog. Gelbkörpers, der aus den verbleibenden Resten der Eihülle des gesprungenen Eis entsteht.

Follikelstimulierendes Hormon (FSH): Das follikelstimulierende Hormon regt die Eibläschen (Follikel) im Eierstock zum Wachstum an und bewirkt die Reifung der Eibläschen, welche die Eizellen enthalten.

Im Rahmen des Menstruationszyklus führt das Zusammenspiel von Östrogenen, LH und FSH schließlich einmal im Monat zum Eisprung. Hierbei geben die Eierstöcke eine einzelne Eizelle in den Eileiter ab.

Gestagene

Gestagene bezeichnet man auch als Gelbkörperhormone, da der Gelbkörper (also Reste der Eihülle) sie herstellt. Während der Wechseljahre hören die Eierstöcke nach und nach mit der Gestagenherstellung auf. Bei der geschlechtsreifen Frau beeinflussen Gestagene die Gebärmutterschleimhaut und bereiten diese darauf vor, möglicherweise eine befruchtete Eizelle aufzunehmen. Kann sich tatsächlich eine befruchtete Eizelle einnisten, liegt eine Schwangerschaft vor. Gestagene sorgen dann dafür, dass für den Zeitraum der Schwangerschaft keine weiteren Eibläschen reifen. Das wichtigste Gestagen ist das Progesteron. Weitere Gestagene sind Pregnandiol und Pregnenolon..

Weiterlesen: Wechseljahre (Klimakterium): Symptome

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