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Diskussion und Erfahrungsaustausch im Forum Gynäkologie
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Stand: 19. März 2013Autor: Onmeda-Redaktion
Das Thema Menstruation hat in vielen Kulturen eine große Bedeutung. Es gab seit jeher Völker, bei denen die Frau zur Menstruationszeit als unrein angesehen wurde. Diese Unreinheit bezog sich nicht nur auf die Frau selbst, sondern auch auf das Menstruationsblut. Von magischen Kräften, einem bösen Fluch und anderem Aberglauben während der Zeit der Regelblutung war die Rede. Daher hatte das Eintreten der Menstruation schon immer ein eher negatives Image. Positive Gefühle und Einstellungen der Frauen zur Monatsblutung wie zum Beispiel Stolz am Frausein wurden hingegen selten beschrieben. Alle diese Mythen rund um die Menstruation haben sich Jahrhunderte lang halten können und sind auch heute noch in einigen Teilen der Welt verbreitet.
Verschiedene Kulturen feiern bis heute das erstmalige Auftreten der Menstruation, der sogenannten Menarche, bei einem Mädchen als Volksfest, denn sie tritt nun "in den Stand der Frauen" ein. Gleichzeitig sind aber auch die Tabus – besonders bei Naturvölkern – größer.
Reifezeremonien der Mädchen werden mit zum Teil tagelangen Tänzen und Gesängen begangen. Der Glaube an die magische Kraft (meist böse, selten gut) des Menstruationsbluts ist weltweit verbreitet. Für nordamerikanische Indianerstämme zum Beispiel verkörperten menstruierende Frauen die Macht des Bösen. Mit ihrer Hilfe glaubten sie im Kriegszustand den Gegner leichter besiegen zu können. So wurden im Lauf der Jahrhunderte bei vielen Völkern zum Thema Menstruation bestimmte Verhaltensmuster entwickelt, die fast schon gesetzmäßigen Charakter haben und teilweise heute noch bestehen.
Schon in der vorchristlichen Zeit hat man sich Gedanken über die erste Regel und ihre Auswirkungen bei jungen Mädchen gemacht. Seit dem fünften Jahrhundert v. Chr. sind wissenschaftliche Aufzeichnungen über "Frauenfragen" durch griechische und römische Naturheilkundler bekannt.
Hippokrates (um 460 bis 370 vor Christus) stellte die Regelblutung einer Frau als "Abgabeprozess überschüssiger weiblicher Körperflüssigkeit" dar. Von der "Unreinheit" menstruierender Frauen berichtete Plinius der Ältere (23 bis 79 nach Christus). Er beschrieb erstmals, dass in der Nähe menstruierender Frauen der Wein verdürbe, das Saatgut unfruchtbar würde und Gras sowie Gartenpflanzen verdorrten. Um 1520 wurde von Paracelsus die Existenz eines Menstrualgifts, des "Menotoxins", beschrieben. Diese Auffassung hielt sich bis ins 20. Jahrhundert.
Auch in Deutschland gibt es viele Beispiele für Mythen über die Menstruation:
Viele Jahrhunderte hindurch hielten sich Mythen zur Menstruation hartnäckig. Noch 1920 wurden in Deutschland wissenschaftliche Arbeiten über die "Giftigkeit der menstruierenden Frau" veröffentlicht. Erst die immer moderner werdende Diagnostik in der Mitte der 1950er Jahre räumte zum Beispiel mit dem Märchen des Menstrualgifts auf.
Trotzdem gibt es auch heute noch bei einigen Völkern in Afrika bestimmte Rituale während der Regelblutung. Menstruation bedeutet dort Ausgangsverbot. In Japan werden noch heute Tampons mit Einmalhandschuhen verkauft, um zu vermeiden, dass Frauen mit ihrem eigenen Blut in Berührung kommen.
Ende des zwanzigsten Jahrhunderts wurde das Thema Menstruation immer mehr von Tabus und so auch vom Mythos befreit. Parallel zum verstärkten Bewusstsein der Frauen für den eigenen Körper entwickelte man Produkte, die sich an die weiblichen Bedürfnisse anpassen: Im Jahr 1950 wurde in Deutschland der erste Tampon auf den Markt gebracht – ein Hygieneartikel, welcher heute bei vielen Frauen nicht mehr wegzudenken ist.
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