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Menstruation

Der Menstruationszyklus

Stand: 8. Juli 2009Autor: Onmeda-Redaktion

Darstellung des Menstruationszyklus
Der Menstruationszyklus
(Klicken Sie zum Vergrößern auf das Bild)

Der weibliche Menstruationszyklus beträgt durchschnittlich 28 Tage. In diesem Zeitraum baut sich die Gebärmutterschleimhaut auf und wird mit der Menstruation wieder abgestoßen, sofern es nicht zur Befruchtung einer Eizelle gekommen ist. Der Menstruationszyklus entsteht aus dem Wechselspiel verschiedener Sexualhormone. Neben Östrogenen und Progesteron (Gelbkörperhormon), Hormonen der Eierstöcke, sind dies bestimmte Botenstoffe, die im Gehirn wirken (GnRH, FSH und LH).

Je nachdem, welche Hormone den Zyklus beeinflussen und zu welchen Veränderungen es in der Gebärmutter (Uterus) oder im Eierstock kommt, kann man den Regelzyklus in verschiedene Phasen einteilen:

Gebärmutterschleimhautzyklus

  • die Abstoßungs- oder Menstruationsphase, die eigentliche Blutung (1. bis 4. Tag): Die oberste Schicht der Gebärmutterschleimhaut, die sich zuvor aufgebaut hat, wird mit der Blutung abgestoßen.
  • die Wachstumsphase (5. bis 15.Tag): Die oberste Schicht der Gebärmutterschleimhaut baut sich wieder auf.
  • die Absonderungsphase (16. bis 28. Tag): Die Gebärmutterschleimhaut bereitet sich darauf vor, eine befruchtete Eizelle aufzunehmen (Einnistung). Die Drüsen der Gebärmutterschleimhaut geben ein schleimiges Sekret ab.

Eierstockzyklus

  • Follikelphase (1. bis 13. Tag): Das Wachstum der Eibläschen (Follikel) wird gefördert.
  • Eisprungphase (14. bis 16. Tag): Durch das Zusammenspiel verschiedener Hormone kommt es zum Eisprung. Zurück bleibt die Eihülle, die sich zum Gelbkörper (Corpus luteum) umwandelt und nun ein Hormon (das Gelbkörperhormon bzw. Progesteron) produziert.
  • Gelbkörperphase (16. bis 28. Tag): Das Gelbkörperhormon bereitet die Gebärmutterschleimhaut auf die mögliche Einnistung einer befruchteten Eizelle vor.

Am Ende eines Menstruationszyklus beginnt der Zyklus von neuem, sobald im Zwischenhirn (Hypothalamus) der Botenstoff GnRH (Gonadotropin-Releasing-Hormon) freigesetzt wird. Dieser stimuliert die Hirnanhangdrüse (Hypophyse) zur Ausschüttung der Hormone LH (luteinisierendes Hormon) und FSH (follikelstimulierendes Hormon). LH und FSH werden zur Zyklusmitte hin kurzzeitig vermehrt ausgeschüttet und spielen damit für den Eisprung eine entscheidende Rolle.

Über die Blutbahn gelangen die Hormone in die Eierstöcke. FSH regt den Eierstock zur Bildung von Östrogenen an und ist für die Reifung neuer Eizellen in den so genannten Eibläschen (Follikel) verantwortlich. Das freigesetzte Östrogen sorgt dagegen für den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut und bereitet so die Einnistung einer befruchteten Eizelle vor. Wegen der wachsenden Schleimhaut nennt man diese Zyklusphase auch Wachstumsphase.

Am 14. Tag vor der nächsten Menstruation, wenn also die Sekretion von FSH und vor allem LH am höchsten ist, kommt es zum Eisprung: Die gereifte Eizelle verlässt das Eibläschen und wandert über den Eileiter in Richtung Gebärmutter. Falls eine Befruchtung durch Spermien stattfindet, geschieht dies also im Eileiter. Von dort wandert die befruchtete Eizelle in die Gebärmutter und nistet sich in deren vorbereitete Schleimhaut ein.

Bei einem regulären 28-Tage-Zyklus findet der Eisprung folglich am 14. Tag vom ersten Tag der letzten Menstruation an gerechnet statt. Bei einem 30-Tage-Zyklus wäre es beispielsweise der 16. Tag. Da viele Frauen aber keinen regelmäßigen Zyklus haben, kann durch diese Zyklusschwankungen nicht genau errechnet werden, wann der nächste Eisprung stattfindet.

Die verbliebenen Reste des Eibläschens im Eierstock wandeln sich zum so genannten Gelbkörper (Corpus luteum) um. Der Gelbkörper produziert das Gelbkörperhormon, das Progesteron (ein Gestagen). In der Schwangerschaft ist Progesteron unter anderem dafür verantwortlich, dass keine anderen Eizellen (Follikel) reifen können. Findet in weniger als 24 Stunden nach dem Eisprung keine Befruchtung der Eizelle statt, geht diese zugrunde und auch der Gelbkörper bildet sich zurück. Damit sinkt der Progesteronspiegel im Blut, die Gebärmutterschleimhaut wird wieder abgebaut und große Teile davon werden mit der anschließenden Regelblutung ausgeschieden.

Die Menstruation der Frau ist also eine Hormonentzugsblutung: Bleibt der Progesteronspiegel nicht auf entsprechender Höhe (z.B. weil sich eine befruchtete Eizelle in der Schleimhaut eingenistet hat), setzt mit dem Abbau der Schleimhaut die Menstruation ein.

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