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Stand: 20. Januar 2012Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Während der Wechseljahre (Klimakterium) ist nur etwa ein Drittel der Frauen von starken Wechseljahresbeschwerden betroffen und benötigt eine Therapie. Diese Beschwerden entstehen durch einen Hormonmangel: In den Wechseljahren stellen die Eierstöcke die Herstellung von Östrogenen und Gestagenen so gut wie ein. Daher behandelt man Wechseljahresbeschwerden in den meisten Fällen mit einer sogenannten Hormontherapie.
Für eine Hormontherapie im Rahmen des Klimakteriums stehen verschiedene Östrogen-Gestagen-Kombinationspräparate zur Verfügung. Das Ziel der Therapie besteht nicht darin, die vor Beginn der Wechseljahre bestehenden Verhältnisse wiederherzustellen (sog. Hormonersatztherapie), sondern vor allem darin, Beschwerden wie Hitzewallungen zu lindern, die Rückbildung der Scheide zu verhindern und das Risiko für Knochenbrüche infolge von Osteoporose zu senken. Welches Hormonpräparat sich am besten eignet, ist abhängig davon, in welcher Phase der Wechseljahre die Beschwerden auftreten und wie stark die Beschwerden sind.
| Generell empfiehlt es sich für Frauen in den Wechseljahren, ausreichend Sport zu treiben und auf eine bewusste, kalziumhaltige und Vitamin-D-reiche Ernährung zu achten. |
Vor allem gegen vegetative Beschwerden der Wechseljahre wie Hitzewallungen und Schweißausbrüche wirkt die Hormontherapie gut. Auch dem Gewebeschwund im Bereich der Geschlechtsorgane, der sich durch eine trockene Scheide oder Schmerzen beim Geschlechtsverkehr äußert, lässt sich mit Hormonpräparaten entgegenwirken. Eine langfristige Hormontherapie beugt außerdem einer Osteoporose vor: Sie mindert im Klimakterium den Verlust von Knochenmasse und somit das Risiko für Knochenbrüche. Die Hormontherapie birgt jedoch auch bestimmte Risiken. Nutzen und Risiken der Therapie sind daher für jede Frau individuell abzuwägen und regelmäßig zu überprüfen.
So erhöht eine Hormontherapie während der Wechseljahre beispielsweise das Risiko für Brustkrebs und Schlaganfälle leicht. Des Weiteren steigt bei einer spät einsetzenden Hormontherapie das Risiko für einen Herzinfarkt. Ein frühzeitiger Therapiebeginn (bei Frauen unter 60 Jahren) kann das Herzinfarktrisiko jedoch senken.
Wenn es während der Wechseljahre wiederholt zu Unregelmäßigkeiten bei der Regelblutung kommt, kann zur Therapie eine Operation erforderlich sein, bei welcher der Arzt die Gebärmutter entfernt (Hysterektomie).
Neben der Hormontherapie kommen auch pflanzliche Wirkstoffe mit hormonähnlicher Wirkung (sog. Phytohormone, z.B. aus der Traubensilberkerze oder aus der Rhabarberwurzel) für die Behandlung von Beschwerden der Wechseljahre zum Einsatz. Wissenschaftlich konnte die Wirkung pflanzlicher Präparate bei Wechseljahrsbeschwerden in unterschiedlichem Maße nachgewiesen werden: Für manche Mittel fanden sich Belege, für andere waren die Ergebnisse nicht eindeutig oder sprachen gegen den Einsatz. Ob pflanzliche Präparate im individuellen Fall wirken, lässt sich nicht vorhersagen.
Für die Traubensilberkerze liegen die bisher umfangreichsten Belege über eine Wirksamkeit vor; allerdings gibt es auch Studien, die gegen einen positiven Effekt sprechen. Was die Rhabarberwurzel betrifft, existieren Untersuchungen, die auf eine Wirksamkeit hinweisen. Um den Nutzen abschließend beurteilen zu können, fordern Wissenschaftler, dass für pflanzliche Mittel weitere, unabhängige klinische Studien hinzukommen müssen, die die Wirksamkeit solcher Präparate prüfen. Die bisherigen Untersuchungen deuten darauf hin, dass einzelne Frauen von der Therapie mit pflanzlichen Wirkstoffen profitieren könnten.
Bei Frauen, die unter starken Wechseljahrsbeschwerden leiden, scheinen pflanzliche Mittel nach jetzigem Kenntnisstand jedoch kein zufriedenstellendes Ergebnis zu erbringen.
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