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Forenexpertin: Dr. Sabine Ellinger
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Stand: 17. September 2008Autor: Onmeda-Redaktion
Acrylamid ist in hohen Dosen giftig und schädigt vor allem das Nervensystem(Nervengift) und die Fruchtbarkeit.
Die in Nahrungsmitteln gefundenen Mengen sind aber so gering, dass diese Wirkung im Allgemeinen nicht relevant ist. Im Tierversuch konnte allerdings eine krebserregende Wirkung durch Acrylamid nachgewiesen werden. Für den Menschen könnte daher eine Einnahme von geringen Mengen über einen langen Zeitraum Folgen haben.
Für krebserregende und erbgutschädigende Substanzen gibt es keinen Grenzwert, da theoretisch bereits kleinste Mengen solcher Substanzen Krebs auslösen können. Aus diesem Grund ist auch für Acrylamid kein Grenzwert festgelegt worden. Dabei sollte man jedoch beachten, dass Krebserkrankungen durch eine Vielzahl verschiedener Faktoren und Ursachen ausgelöst werden, meistens durch ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren. Insgesamt geht man davon aus, dass nur ein bis zwei Prozent der Krebserkrankungen direkt durch krebserregende Stoffe ausgelöst werden. Durch eine bewusste Ernährung, regelmäßige Bewegung und Vermeidung von Übergewicht könnten bereits 30 bis 40 Prozent aller Krebsfälle verhindert werden.
Acrylamid wird derzeit als "wahrscheinlich krebserregend" eingestuft, da im Unterschied zu den Tierversuchen Studien an Arbeitern, die der Substanz langfristig ausgesetzt waren, keine Häufung bösartiger Tumoren zeigten. Das staatliche Minimierungskonzept sieht dennoch vor, die Belastung der Lebensmittel durch Acrylamid so weit wie möglich zu senken.
Zurzeit nimmt ein erwachsener Europäer täglich etwa 0,3 bis 0,8 Mikrogramm Acrylamid pro Kilogramm Körpergewicht zu sich. Kinder und Jugendliche liegen häufig sogar deutlich darüber, da sie in der Regel Speisen wie Chips, Pommes frites & Co. deutlich häufiger verzehren.
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